Abschied vom Kindergarten

Sie hat Generationen von Günnern großgezogen

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Gerlinde Weicherts Schatz aus Erinnerungen: Die vielen Fotos und der Hase sind nur ein kleiner Teil der Stücke, die sie an ihre Zeit im Kindergarten erinnern.

Günne - Direkt nach ihrer Ausbildung zur Kindergärtnerin hatte Gerlinde Weichert damals im katholischen Kindergarten in Günne angefangen, nun geht sie nach 46 Jahren ebenda in den Ruhestand. Von Umbauten, Pastoren-Wechseln und unterschiedlichen Leitungen weiß sie zu berichten, mehrere Generationen von Günnern hat sie großgezogen.

Auf den alten Fotos erkennt sie zwar nicht mehr alle Gesichter, aber doch die meisten. „Es waren ja auch alles meine Kinder“, sagt Weichert. Und stolz sei sie auf das, was „ihre Kinder“ im Erwachsenenalter geworden sind: Denn jeder habe etwas aus sich gemacht, und das würde sie auch heute noch freuen. „Ein paar von meinen Kolleginnen habe ich erst selber betreut, und nachher mit ihnen gearbeitet“, erzählt Weichert, und auch manche Eltern der Kinder aus den späteren Jahren hatte sie schon als Kinder da. 

„Kinder gehören an die Luft“ 

1973, als sie anfing, wurde sie noch mit „Fräulein“ angesprochen, nach der Heirat dann mit „Frau Weichert“, und schließlich war sie nur noch „Gerlinde“. Diese Formalitäten waren für sie nebensächlich. „Viel wichtiger war es mir, den Kindern etwas beizubringen.“ Gebastelt hat sie viel, zuletzt auch die Dekoration für den großen Weihnachtsbaum am Dorfplatz; und Sport und Bewegung war ihr immer wichtig: Kinder gehören an die Luft! „Kaum zu glauben, dass wir das damals noch Leibesübungen genannt haben.“ 

Ein Plüschhase als Erinnerung

Ein ganzer Koffer voller Erinnerungen ist ihr größter Schatz: Neben Arbeitsblättern, Malvorlagen und Fotoalben gehört auch ein kleiner, weißer Plüschhase zu den Erinnerungsstücken an den Kindergarten. „Den habe ich von einem Kind geschenkt bekommen. Er ist älter als mein Sohn.“ 

Für Weichert sind die schönsten Erinnerungen aber nicht immer nur die, die als Fotos festgehalten wurden. Die Kinder waren immer dankbar, die Eltern halfen immer mit, wo sie nur konnten, berichtet sie. „Und wenn die Mamas nicht konnten, dann kamen die Omas!“ Ohne die Unterstützung der Eltern wären viele Dinge nicht möglich gewesen wie Ausflüge oder Feste am Kindergarten. 

Auch Karnevalsveranstaltungen gehören zu ihren liebsten Erinnerungen und die Waldtage: dort war sie immer am liebsten mit den Kindern, wandern, spielen und gemeinsam Aufgaben lösen. 

"Mein zweites Zuhause"

„Der Kindergarten war immer mein zweites Zuhause“, sagt sie rückblickend, auch wegen der vielen Erfahrungen, die sie ohne die Kinder nie gemacht hätte. Auch dazu gibt es eine Geschichte: Ein Zirkus gastierte in Günne, und alle Kinder durften die Schlange anfassen. Weichert mochte keine Schlangen, doch die Kinder nahmen sie an die Hand und führten sie hin. „Seitdem ich da die Schlange angefasst habe, finde ich Schlangen faszinierend!“, erinnert sie sich. 

Deswegen ist es ihr so wichtig, noch einmal „Danke“ zu sagen: „Danke an das tolle Dorf, an die tollen Kinder, die tollen Eltern, und vor allem Danke für die schönen Erinnerungen, die ich mit euch machen durfte!“

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