Munitionsfund im Möhnesee bleibt mysteriös

Möhnesee - Woher der Aktenkoffer voll Munition stammt, der Mitte Februar von Polizeitauchern aus dem Möhnesee geborgen wurde, das bleibt wohl ungeklärt.

Die Ermittlungen hätten keine Hinweise auf die Herkunft des Koffers erbracht, berichtete Polizeipressesprecher Frank Meiske auf Nachfrage. Auch habe die Munition keiner Straftat zugeordnet werden können. Die Patronen werden daher in den nächsten Tagen fachgerecht vernichtet. Bestätigt hat sich durch die Ermittlungen der Polizei, dass sich in dem Koffer überwiegend Übungsmunition wie von der Bundeswehr eingesetzt befunden hatte; darunter allerdings auch einige scharfe Patronen. Schon bei der Bergung hatte die Polizei vor Ort festgestellt, dass es sich um Patronen verschiedener Kaliber für Gewehre und für Pistolen handelte. „Wahrscheinlich hat das einer schlicht im See entsorgt“, sagte Meiske. 

Zugleich verwies er jedoch darauf, dass die Munition ohne weiteres bei der Polizei hätte abgegeben werden können, die Waffenrechtsstelle sei dafür der richtige Anlaufpunkt. Über die Herkunft der Munition könne nur spekuliert werden, so Meiske. Bei blau gefärbter Übungsmunition von der Bundeswehr bestehen die Geschosse aus Kunststoff, so dass sie eine wesentlich geringere Durchschlagskraft haben, wie reguläre Geschosse aus Metall.

 Denkbar ist, dass ein Wehrdienstleistender die Munition irgendwann während der Dienstzeit „mitgehen“ ließ. An sich ist der Besitz reiner Bundeswehrmunition, weil als Kriegsgerät eingestuft, gemäß Waffengesetz verboten. Dass die Entwendung von Bundeswehrmunition aber wohl häufiger vorkommt, zeigen Diskussionen im Internet, die sich darum drehen, wie man diese „Erinnerungsstücke“ am Ende wieder los wird. Auch hier lautet die Empfehlung, die Munition bei der Polizei abzugeben und gegebenenfalls zu behaupten, man habe sie im Wald gefunden. Wer befürchtet, dass die Polizei den Unterschied zwischen „gefunden“ und „geklaut“ etwas genauer hinterfragen könnte, dem wird in einem Internetforum empfohlen, die Munition über einen Anwalt abgeben zu lassen. Jedenfalls wäre diese Vorgehensweise allemal sinnvoller, als einen Koffer voll Munition im Möhnesee zu versenken.

 Wie berichtet, war der Koffer voller Patronen im Februar von Tauchsportlern in der Taucherbucht am Südufer entdeckt worden und später von Polizeitauchern geborgen worden. 

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