Kalte Temperaturen erleichtern die Waldarbeit und schützen die Natur

+
Die schweren Maschinen hinterlassen auf dem gefrorenen Boden kaum Spuren. Das schont den Waldboden. 

Möhnesee - Wenn es draußen richtig knackig kalt ist, sind Arbeiten im Freien häufig auf Eis gelegt. Das gilt jedoch nicht für Waldarbeiten. Forstämter und Forstbetriebe arbeiten am liebsten bei frostigen Temperaturen.

Und auch die Natur kann im Winter besser geschützt werden. Der richtige Zeitpunkt ist entscheidend für Forstarbeiten, denn das Ökosystem des Waldes ist empfindlich. 

Besonders die schweren Forstmaschinen können dem Waldboden Schaden zufügen.

„Wenn der Boden gefroren ist, ist er hart genug, um die Maschinen auszuhalten. So gibt es keine Bodenschäden“, erklärt Martin Scholz vom Regionalforstamt Soest-Sauerland.

Sein Kollege Christoph Hentschel ergänzt: „Gesunder Boden ist sehr wertvoll. Die Poren des Waldbodens sind Lebensgrundlage für viele Lebewesen. Diese sterben, wenn der Boden durch die schweren Maschinen verdichtet wird.“ 

Auch die Bäume leiden unter verdichteten Böden, da der Wasser- und Lufttransport eingeschränkt ist. 

Am widerstandsfähigsten gegen Verdichtung sind die Böden im Sommer, wenn sie trocken sind, oder bei Frost. Dann überstehen sie auch den Abtransport der tonnenschweren Bäume. 

Auch Vögel profitieren, wenn Forstarbeiten im Winter stattfinden. Bevor in einem Gebiet Bäume fallen, wird das Gelände von Mitarbeitern der Forstämter ausgekundschaftet. 

Spechthöhlen oder Vogelnester sind im Winter einfacher zu entdecken. Die Bäume, in denen genistet wird, werden markiert und bleiben häufig stehen. 

Hinzu kommt, dass das Holz qualitativ hochwertiger ist, wenn es im Winter geerntet wird.

 „Bäume fallen sozusagen in Winterschlaf, sie stellen ihren Saftfluss ein“, erklärt Scholz. „Dadurch ist bei der Ernte bei kalten Temperaturen weniger Wasser im Holz. Das trockene Holz ist qualitativ hochwertiger. Holz mit hohem Wasseranteil ergraut durch Oxidation.“ 

Der Forstbezirk des Regionalforstamts Soest-Sauerland betreut rund 20 000 Hektar Privatwald. Mindestens zehn Prozent der Fläche werde jedes Jahr durchgearbeitet, und davon wiederum 30 Prozent im Winter. 

„Den Waldarbeitern sind diese Temperaturen recht, sagt Scholz. „Es ist eine anstrengende Arbeit. Das Baumfällen hält warm. Zwischen null und zehn Grad ist es ideal, die Arbeiter frieren nicht und sie kommen auch nicht ins Schwitzen.“ 

Die Motorsägen, mit denen ein Großteil der Arbeiten durchgeführt wird, haben beheizte Griffe, um die Hände der Holzfäller zu wärmen. 

Trotzdem kann der Winter Waldarbeiten auch behindern. Besonders die Rettungskette ist anfällig. Forstarbeiten sind mit Gefahren verbunden, deswegen werden die Arbeiter nur aktiv, wenn eine reibungslose Rettungskette möglich ist. 

Rettungswagen müssen problemlos zum Unfallort kommen können. Zu hoher Schnee kann das verhindern. In diesem Fall werden keine Arbeiten durchgeführt. 

Im Moment sind die Arbeitsbedingungen gut. „Für uns könnte das Wetter ruhig noch sechs weitere Wochen so bleiben“, sagt Edgar Rüther, Leiter des Regionalforstamtes in Rüthen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare