„Kalkofen“ wird nicht saniert

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Matsch auf dem Gehweg, Pfützen auf der Straße: Für Schüler ist der „Kalkofen“ in Stockum kein Platz zum Flanieren.

Stockum - Manchmal ist es sinnvoll, innerliche und äußerliche Ansichten zu trennen. So wie bei der Diskussion um die Straße „Kalkofen“ in Stockum. Da hatten Schüler der Demoktratie-AG „JugendPower-Möhnesee“ der Möhnesee-Schule probiert, über offizielle Eingaben an die Gemeinde einen Ausbau sowie die Sanierung der Gehwege an der Straße zu initiieren. Das Ergebnis: Die Maßnahmen wird es nicht geben.

„Unsere Schüler der AG weisen auf lokale Probleme hin. Unter anderen ist der Schulweg in Stockum für uns ein Thema gewesen, weil die Schüler da vom matschigen Gehweg auf die Straße ausweichen müssen, um vom Bus nach Hause zu kommen oder umgekehrt“, erklärte AG-Leiter Meinolf Padberg von der Möhnesee-Schule.

Idee: Gehweg ausbauen und Instand setzen 

Weil  sich die Arbeitsgemeinschaft um lebendige Demokratie kümmert und in engem Kontakt zu Bürgermeister Hans Dicke steht, machten die Schüler eine Eingabe an die Verwaltung, um die Straßenverhältnisse zu optimieren. Die Idee der Schüler: Um in der Tempo-30-Zone am „Kalkofen“ nicht auf die Straße ausweichen zu müssen, soll der Gehweg beidseitig ausgebaut und zudem wieder Instand gesetzt werden. Burkhard Schulte, Bauhofsleiter der Gemeinde, prüfte das Anliegen – und empfahl dem Bauausschuss der Gemeinde nun, der Idee der Schüler nicht zu folgen. 

Burkhard Schulte: „Der Antrag war gut formuliert und nachvollziehbar. Allerdings habe ich darauf hingewiesen, dass die Straße vor etwa 20 Jahren mit Landesgeld gebaut wurde und schon damals zur Geschwindigkeitsreduzierung sogenannte ,Berliner Kissen’ verbaut worden sind.“ Eine Veränderung dieser Maßnahmen würde nun, so Schulte, eine Rückzahlung von Fördermitteln an die Bezirksregierung in Arnsberg auslösen. Zudem müssten auch die Anlieger mit einer Kostenbeteiligung von 50 Prozent rechnen. Aus diesen Gründen folgte der Bauausschuss der Gemeinde dem Vorschlag Schultes, erstmal alles beim Alten zu lassen.

„Dass die Anwohner beteiligt würden und auch, dass es zu Rückzahlungen kommen würde – das haben wir nicht gewusst“, so Meinolf Padberg, der mit einigen Schülern die Ausschusssitzung verfolgt hatte. Deshalb seien die Schüler mit dem Beschluss der Gemeinde am Ende einverstanden gewesen. Nach außen hin wird sich also nichts ändern am Kalkofen in Stockum. 

Innerlich aber sind trotzdem alle Beteiligten zufrieden: Die Gemeinde, weil sie Anwohner und Steuerzahler vor Kosten schützt; und die Schüler von „JugendPower Möhnesee“, weil sie verfolgen konnten, wie eine Behörde ihre Anliegen ernst nimmt, prüft – und dann aufgrund nachvollziehbarer Gründe ablehnt. Eine Schülerin meinte: „Unter diesen Umständen wollen wir das auch nicht.“ 

Bauhof kümmert sich um die Straße 

Übrigens: Weil die inneren Befindlichkeiten so glatt und harmonisch daherkommen, hat Burkhard Schulte noch ein „Bonbon“ für die Schüler: „Zwar werden wir den Gehweg nicht ausbauen können, doch dafür werden wir mit dem Geld des Bauhofs die Straßendecke Instand setzen, so dass die Schüler künftig nicht mehr durch Pfützen laufen müssen.“


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