Thomas Brotte verkauft am Möhnesee Pommes, Currywurst und Co.

Imbiss-Pächter an der Taucherbucht sicher: Parkgebühr vergrault die Kunden

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Zwei Euro für eine Portion Pommes, 1,50 Euro fürs Parken: Auch dieser Kunde aus Arnsberg findet die Gesamtkosten recht happig. Motorradfahrer dagegen machen es sich einfach, sie parken direkt vor dem Imbiss und sind im Nu auf und davon, wenn der Ordnungsdienst kommt.

Möhnesee – Mal eben auf dem Parkplatz an der Taucherbucht anhalten und schnell eine Portion Pommes oder Currywurst vertilgt: Wer dabei alles richtig machen will, muss sich seit der Änderung der Parkgebühren streng genommen ein Ticket für ein 1,50 Euro ziehen, so viel kostet die Parkdauer von einer Stunde. Die Parkgebühr als Zuschlag zu den Kosten für den schnellen Imbiss schreckten viele jedoch ab, so Thomas Brotte, der Pächter der Imbissstation an der Taucherbucht. Die Zahl der Kunden gehe daher zurück.

Bürgermeister Hans Dicke betätigt, dass es die Tarifstufe „Kurzparken bis 30 Minuten“ seit der Erhöhung nicht mehr gibt. Vorher kostete die halbe Stunde 50 Cent. Weil die Parkautomaten nicht wechselten, seien viele Autofahrer verärgert gewesen, wenn sie einen Euro eingeworfen hatten. Dies sei ein Grund gewesen, die Tarifstufe Kurzparken ganz zu streichen. Zudem verwies der Bürgermeister darauf, dass die Parktickets, einmal gezogen, bis zu ihrem Ablauf in der ganzen Gemeinde gelten. 

Wer morgens ein Parkticket an der Sperrmauer gezogen hat, kann damit mittags an der Taucherbucht parken und Pommes essen und danach zum Seepark zu fahren, um die Seetreppe zu besuchen. Dieses Argument zieht aus Sicht Brottes aber nur teilweise, denn gerade den Einheimischen oder den Handwerkertrupps, die gezielt nur für eine schnelle Mahlzeit zu ihm kommen, nütze dies gar nichts. Dieser Kundenkreis halte sich zunehmend zurück. 

Trotzdem rechtfertigte der Bürgermeister die Regelung. Andere Betriebe, die Parkplätze bei der Gemeinde gepachtet haben, zahlten Geld für die Standplätze, während zum Beispiel die Imbissbetriebe von den öffentlichen Parkflächen profitierten. Das Parken koste Geld, es werde aber auch eine Leistung in Anspruch genommen. 

Gleichwohl zeigte sich Dicke auch gesprächsbereit. Wenn Bedarf bestehe, sollten die Betreiber das Gespräch mit der Gemeinde suchen, um gegebenenfalls gemeinsam eine Lösung zu suchen. Eine so genannte „Brötchentaste“, die für das Kurzparken einen Parkschein ohne Bezahlen auswirft, sei aber wohl nicht praktikabel. Diese Parkscheine müssten auch kontrolliert werden. 

High Tech könnte jedoch eine Lösung liefern. Bei der „mobilen Parkscheinanforderung“ per App auf dem Smartphone könnten entsprechende Parkzeiten gebucht und auch verlängert werden. Daher sei abzusehen, so der Bürgermeister, dass sich die Gemeinde mit dem Thema sicher noch mal beschäftigen dürfte.

Was der Gemeinderat im Januar beschlossen hat

„Die Parkgebühren werden wie folgt neu festgesetzt: Kurzparken bis 30 Min. bisher: 0,50 Euro; neu: ohne.“ So steht es im Protokoll zur Ratssitzung im Januar, in der die neuen Parkgebühren mit einstimmigem Beschluss gefasst wurden. 

Bei der Frage, was das bedeutet, spielt auch der Anzeiger eine Rolle. Das Wort „ohne“ wurde in der Berichterstattung so aufgefasst wie „ohne Gebühr“. Gemeint war von der Gemeinde jedoch „ohne diese Tarifstufe“, die somit komplett weggefallen ist. Damit hatte sich für einige Gewerbetreibende wie Thomas Brotte ein falscher Sachstand vermittelt. 

Die Erhöhung der Parktarife war von der Gemeinde damit begründet worden, dass die Gemeinde neuerdings ebenfalls Umsatzsteuer in Höhe von 19 Prozent auf die vereinnahmten Parkgebühren zahlen muss. Durch die Erhöhung werde Netto in etwa das alte Niveau gehalten. 

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