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Hundekot am Möhnesee: Gemeinde will sich um Haufen-Problem kümmern

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Von: Thomas Brüggestraße

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Hundekot bleibt auch am Möhnesee oft liegen. 
Hundekot bleibt auch am Möhnesee oft liegen.  © dpa

Hundekot ist in vielen Städten und Gemeinden ein immer größeres Problem. In Möhnesee will man sich des Themas jetzt annehmen.

Möhnesee - Ganz viele „Ekelpakete“ haben Melanie Mummenbrauer, Inga James und ihre Unterstützer eingesammelt, die am Wochenende in Stockum unterwegs waren.

Die Leute gingen mit dem Hund Gassi, die Köttel kämen in die Tüte – und die flögen dann in hohem Bogen in die Landschaft und blieben dort liegen, das berichteten sie nach der Aktion. Melanie Mummenbrauer: „Wir haben das jetzt mit eingesammelt – voll ekelig!“

Hundekot am Möhnesee: „Unmöglich!“

So sehen das auch Leser, die sich gemeldet haben. Einer hat einen Hundebesitzer in flagranti getroffen und sofort angesprochen: „Am Linnenbrai war das“, erinnert sich der Körbecker Albert Biele, lange Pächter der Tankstelle im Ort: „Schmeißt der doch den Dreck von seinem Hund einfach in die Gegend – und dann grinst er mich frech an und sagt, er dürfe das: Es seien ja keine Müllbehälter da, und schließlich zahle er doch Hundesteuern. Solle sich die Gemeinde doch da mal kümmern!“ Richtig geärgert habe ihn das, weil es nicht das einzige anrüchige Erlebnis war. Biele: „Ich finde sowas ja unmöglich!“ Er habe auch noch vergangenes Jahr mit dem Bürgermeister darüber diskutiert, aber der habe sich auf nichts eingelassen.

Leser berichteten auch von Abfallbehältern und Mülltonnen, die mal am Wegesrand oder neben Ruhebänken fest montiert waren, dann aber abgebaut worden seien, selbst entlang beliebter „Gassi“-Strecken, etwa an der Möhnestraße von der Tankstelle aus in Richtung Schnapp‘s Hof oder oberhalb der Klinik am Kreisverkehr, dort an der Bank habe auch immer ein Mülleimer gestanden. Deutlich waren auch die Hinweise: „Wenn kein Mülleimer da steht, dann muss ich eben den vollen Beutel mit nach Hause nehmen und da entsorgen, so viel Verantwortung muss sein!“

Hundekot am Möhnesee: Eine Frage der Außenwirkung

Macht aber nicht jeder, das weiß auch Bürgermeisterin Maria Moritz, und die hatte schon bei der Vorschau auf 2021 angekündigt, sie werde auch dieses Thema ganz nach oben auf die Tagesordnung setzen, weil es auch eine Frage der Außenwirkung für die Gemeinde sei, wenn Mülleimer überquellen, wenn Spaziergänger keine Kotbeutelspender mit Beuteln finden oder eben keinen Müllbehälter zur Entsorgung.

Maria Moritz bekräftigt das jetzt nochmals und sagt: „Wir arbeiten daran. Wir haben in Kürze eine digitale Runde mit allen Ortsvorstehern. Da kommt die Frage auf den Tisch, was wir brauchen an Mülltonnen und Müllbehältern, was in den Orten da ist, wo was fehlt, wo was wegkann. Und wir beleuchten auch, wo die beliebten Gassi-Strecken sind, damit dort Kotbeutelspender und auch Entsorgungsbehälter hinkommen.“ Das Thema sei schon bei ihren Wahlkampf-Touren in allen Ortschaften immer wieder angesprochen worden. Sie habe versprochen, sich zu kümmern, und nun werde das Problem auch gemeinsam angegangen.

Herbert Villbusch vom Bauhof der Gemeinde hatte die private Müllsammel-Aktion von Melanie Mummenbrauer und Inga James gelobt, und er hofft auf Nachahmer, auf privates Engagement, weil wegen Corona die Aktion „Möhnesee sauber!“ derzeit nicht möglich ist. Zu den Hundekotbeuteln in der Landschaft sagt er: „Ja, das ist ein großes Problem, und es ärgert uns. Es gibt ja Zeitgenossen, die glauben, das sei samt Verpackung alles biologisch abbaubar. Aber mal ehrlich: Wir sprechen da von Zeiträumen von fünf Jahren, in denen sich das zersetzt – oder mehr. Also bitte...“

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