Sommer am See zwischen Badespaß und Backstube

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Sarah aus Lippstadt und ihre Freundin Sandra aus Benninghausen haben es sich im „Uferlos“ gemütlich gemacht.

Möhnesee – Ganz schön heiß am Möhnesee: Die einen tummeln sich im Wasser, und wer bei diesem Wetter arbeiten muss, hat nicht immer eine Klimaanlage. Wie sind die Leute drauf bei diesem Wetter?

„Ich staune“, sagt etwa Mathias Herrmann. Er betreibt in Körbecke Kiosk und Fahrradverleih. Der brummt sogar, wenn es knackeheiß ist. Herrmann: „Was die Leute sich alle so zumuten bei so einem Wetter…“ – „Man darf den Fahrtwind nicht vergessen“, sagen zwei Damen aus Meschede dazu. Sie schlecken bei „Rocco“ an der Seetreppe gerade ein Eis und loben die Radwege am See. „Wir sind mit dem Auto angereist, haben die Fahrräder mitgebracht. Jetzt fahren wir gleich weiter am See entlang.“ 

Leinkämpers und Hartmanns aus Leverkusen haben im Internet gelesen, wie schön es am See ist. Nach einem Besuch am Südufer sind sie an der Seetreppe gelandet und spielen erst einmal eine Runde Minigolf. „Ganz nett hier“, finden alle. Im Ort selber ist nachmittags um vier wenig los: Auf dem Pankratiusplatz tollen zwei Kinder um die Wasserfontänen, die Mütter sitzen auf einer Bank und schauen zu. Vor einer Bäckerei sitzen Gäste und lassen sich Erdbeerkuchen schmecken.

 An der Seetreppe wäre noch reichlich Platz, und im Wasser sind es vielleicht zwei Dutzend Wasserratten, die Erfrischung suchen. Rauch zieht herüber: Irgendwer spielt Volleyball und hat schon einmal die Schnitzel auf einen Einweggrill gelegt. Ob das in Ordnung ist? Aber niemand scheint sich daran zu stören. 

Im „Uferlos“ in Wamel ist den ganzen Tag über viel Betrieb: Ab auf den Liegestuhl und unterm Sonnenschirm einfach mal abschalten, das mögen die Leute. Zwischendurch geht’s ab ins Wasser und natürlich auch gerne zu Christine Badache an die Theke: Hier gibt es Kaffee, Kuchen, Cocktails oder einfach eine Limo. „Hier ist’s einfach schön“, finden Sarah aus Lippstadt und ihre Freundin Sandra aus Benninghausen.

 Wie sieht’s eigentlich bei denen aus, die einen richtig heißen Job machen? „Wenn die Hefeteige gehen und stehen müssen für den guten Geschmack, dann wird’s richtig muckelig warm hier in der Backstube“, erzählen die Bäckermeister Willi und Stefan Becker. „Der frühe Vogel ist Bäcker“, so steht’s bei Stefan Becker auf dem T-Shirt: Für die Frühstücksbrötchen müssen er und sein Vater ganz zeitig aus den Federn. „Dafür kann ich Mittags am Möhnestrand liegen“, sagt Stefan Becker. Nachmittags hat er noch Brot und Brötchen ausgefahren. Abends um sechs sind Vater und Sohn wieder in der Backstube, Weizenvorteig zubereiten, den Sauerteig kneten, Körner einweichen, Schrot mahlen. Wie warm wird’s dann beim Backen? „Das ist gar nicht mehr so schlimm“, erklärt Stefan Becker die neuen Öfen: „Die sind wärmegedämmt. Das lässt sich besser aushalten als früher.“ 

Am Eingang zur Seetreppe steht das Hotel „Haus Griese“. Dort stehen zur gleichen Zeit zwei Köche und ein Azubi an den Töpfen: „Es ist wie in der Sauna“, sagt Küchenleiter Daniel Drolshagen: „Auch bei diesem drückend-heißen Wetter haben viele Gäste Hunger.“ Was wird es geben? Ercan Sem wendet die Servietten-Knödel, damit sie in der Pfanne nicht anbrennen, Azubi Fabian Dittmar rührt die Pfifferling-Crème-Sauce schön sämig, und Drolshagen hat Kartoffel-Steinpilz-Suppe in seinem großen Topf. „Wir arbeiten immer vier Stunden morgens und über Mittag“ erzählt er. „Dann geht’s abends weiter – von sechs bis um zehn. Heute Mittag bin ich erst mal schnurstracks die Seetreppe runter und ab in den See. Ist das beste, was man machen kann bei dem Wetter.

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