Heroldsprüfung

Herold Hendrik bringt das ganze Dorf auf Trab

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Mit Hellebarde, Federhut und lauter Tröte machte Herold 41 n.K. Hendrik Bömer gestern Nachmittag die Runde durchs Dorf.

Körbecke - Gestern gelangte der „Heilige Ernst“ neu in den Kirchenkalender, und das kam so: Ob er denn als Hüter alter Werte auch stets brav die Prozessionen mitgelaufen sei, wollten die Herölde vom neusten Anwärter Hendrik Bömer aus der Truppe der „Hannebummels“ wissen – die regieren aktuell den Karneval.

Wie jetzt, erst drei Mal? Dem Jecken muss geholfen werden, befand die Jury um Moderator Oliver Florenske.

Die Aufgabe für den Fast-Klingelmann (nach Ernst Klingelmann, dem legendären Urvater aller Herölde (Anm. d. Red. Mehrzahl für Herold in Körbecke) im Körbecker Karneval): Stell‘ mal schnell eine Prozession auf die Beine, so richtig mit Baldachin und Musik und Fahnen – mit viel Dampf und allem, was man so braucht, wenn man mit froher Botschaft durch die Dorfmitte ziehen will!

Da war was los im Gasthof Böhmer, wo alle zur Heroldsprüfung tagten: Das Dreigestirn sprintete los, ebenso der ganze Elferrat und alle jungen Damen, die dazugehören: Irgendwer hatte Prozessionskreuze und Fähnchen zuhause gelagert, andere schafften einen halben Faltpavillon herbei als Baldachin, bei den Schützen ringsum klingelten die Telefone: Runter vom Sofa – wir brauchen die Fahnenabordnungen! Ist ein Pastor zu finden? Gut, zur Not muss es dann eben ein Lümmel aus dem Elferrat tun! Blasmusik? Kein Problem, schließlich ist der Prinz Vorsitzender und Dirigent im Elferrat!

Ob er die Prüfung meistert?

Kurz nach halb zwei rieben sich also viele Körbecker verdutzt die Augen, wer da lautstark alles den Herren lobte und gemessenen Schrittes in einer Riesenwolke aus Disco-Nebel über den Ernst-Klingelmann-Platz zog (für die Nicht-Körbecker: den Rest des Jahres ist das der Pankratius-Platz). 

Im Pickup vorneweg: Der neue Herold in schwarzem Wams und schwarzer Hose, mit Stiefeln, Federhut mit breiter Krempe, mit Hellebarde und der lauten Tröte. „Da gehen ja mehr Leute mit als sonst übers Jahr“, so frotzelten die „Herölde“.

Expertin klärt auf: Wie der Herold in seine Kluft kommt

Stier gucken wie einst Klingelmann, plattdeutsch reden und einen Spielzeugtrecker samt Schnäpschen auf dem Anhänger mit der Fernbedienung auf dem Tisch, vor einem Jubilar rückwärts einparken, das waren nur einige der gewohnt schrägen Aufgaben für den neuen Herold. Dann eine Blindverkostung: Schmeckt er als Landwirt mit verbundenen Augen wohl die Herkunft von Möhre, Rettich, Runkelrübe heraus, korrekt nach Hanglage und Parzelle? Nach der Prozession stand fest: Hendrik Böhmer ist geprüfter Herold und hat die Lizenz als „41 n.K.“, darf laut und kräftig in die Heroldströte blasen und in dieser Session hochoffiziell bei allen Anlässen dem Tross voranschreiten.

Karnevalstermine im Netz auf www.baerenlaier.de.

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