Ärger über Müll, Parkplätze und Toiletten

Heiße Sommer-Tage: Das ist los an den drei Badestellen am Möhnesee

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Haben Spaß beim Baden: Milla, Alice und Carlo (von links) am Südufer in der Nähe der Minigolf-Anlage.

Möhnesee – 31 Grad Celsius sind angesagt, es war schon am Freitag knackeheiß. Kein Wunder, dass rund um den See die Parkplätze dicht sind: Die Leute wollen ans Wasser und sich eine Abkühlung gönnen bei dieser Hitze – auch wenn immer noch Corona-Zeit ist. Wie sieht es aus mit den Badestellen?

Drei davon gibt es davon am See: in Delecke am „Pier 20“, in Körbecke im Bereich der Seetreppe und in Wamel, im Strandbad „Uferlos“. 

Wie viel ist los, wie gefällt es den Leuten, was könnte besser sein? Wir haben uns auf den Weg gemacht zu einer kleinen Rundtour.

Delecke

In Delecke grüßt als erstes eine vollgestopfte blaue Mülltonne. „Die könnte man ruhig mal leer machen – der erste Eindruck zählt schließlich“, sagt ein Besucher aus Arnsberg, der ohnehin schon etwas genervt ist von der Anfahrt bei dieser Hitze: „Ich komme über Breitenbruch: Alles gesperrt!“ Seine Bekannte kommt aus Niederense und schimpft ebenfalls über den Umweg. Die Jüngeren in der gemischten Truppe, zu der auch Soester gehören, mühen sich ab mit dem Aufpumpen von Kunststofffolien, die sich zu einem Brett fürs Stehpaddeln verhärten. 

Diese Mülltonne sehen die Besucher nach dem Parken in Delecke am Ausgang des „Pier 20“.

Es ist gut besucht am Pier 20. Wie es den Leuten hier gefällt? „Eigentlich ganz gut“, sagen die meisten – doch es gibt ein Aber: „Mit den Toiletten geht es los: Die sind zu. Wo soll man hingehen?“ Die Damen aus Soest und Niederense kommen in Fahrt. „Und dann sollte man dem Ordnungsamt mal sagen, dass die für weniger Müll sorgen. Die grillen hier unten direkt am Wasser, auch wenn’s verboten ist. Der Mist bleibt dann liegen.“ Hansfriedrich Winter als Ordnungsamtsleiter der Gemeinde sagt dazu: „Wir kümmern uns, können aber nicht immer überall sein.“ 

Zwei Hunde traben zum Wasser, den Kopf gesenkt, die Zunge lang. Nanu – steht da nicht „Hunde verboten“ auf dem Eingangsschild? „Kümmert hier keinen, kontrolliert wird’s nicht.“ Ein Hund gehört einer Seniorin vom Rhein, die sagt: „Ich habe kein Schild gelesen.“

Wamel

Am „Uferlos“ sind selbst bezahlte Parkplätze nicht mehr zu haben in der Mittagshitze. Nebenan am „Foodtime“ tut man gut, die Leute vom Yachtclub höflich zu fragen, ob man fünf Minuten da stehen darf. Das Wetter ist herrlich, die Sicht über das Strandbad bis hinüber ans andere Ufer einfach grandios. Zwei riesige Aufblas-Flamingos zieren das Dach des kleinen Shops. Kühle Getränke gibt’s hier, der Laden brummt. „Kein Wunder bei dem Wetter“, sagt Geschäftsführer Mohammed. 

Der erste Eindruck: In diesem Fall der Blick von der Möhnestraße auf das gut gefüllte Uferlos in Wamel.

Von der kultigen Strandhütte aus sieht es aus, als lägen die Leute wie Sardinen in der Dose, denn es ist gut voll. Viele planschen im Wasser, lassen sich bräunen, einige stehen um die Tonnen, die als Stehtische dienen, und lassen sich ein kühles Bier schmecken. Droben vor dem Eingang beschauen sich ein paar Biker die Szene.

Körbecke

Dritte offizielle Badestelle ist der Bereich vor der Seetreppe in Körbecke. Parkplätze gibt es reichlich, das loben Stephanie und Nadine – die beiden kommen aus Hemer und Iserlohn. „Wir machen heute Badetag – was anderes kann man bei dem Wetter gar nicht machen“, sagen sie. „Uns gefällt es hier, es ist was los, aber nicht zu voll – die Kinder haben Spaß.“ Pia, Lucy und Marie bestätigen das, als sie aus dem Wasser kommen: Auch sie haben Stehpaddeln geübt und sind dabei mehr als einmal ins kühle Möhnewasser geplumpst. 

Ob irgendetwas fehlt hier am etwas steinigen Strand? „Mehr Toiletten, zwei sind zu wenig. Und die Eisbude könnte näher dran sein“, finden sie: „Es ist ein ganz schönes Stück von hier bis rauf zu ‚Rocco‘,“ Gut, aber dafür ist eine mobile Pommesbude ganz in Sichtweite – direkt auf der Promenade bietet da jemand Frittiertes an. Drumherum auf der Wiese liegen die Leute, genießen die Sonne. Manch einer hockt auf einem der Hügel, beschattet von Baumkronen, schaut in die Ferne, aufs Smartphone oder in ein Buch.

Am Südufer soll eine Badestelle entstehen

Manch einer fragt sich, wo der rollbare Steg geblieben ist, der sonst immer am Seepark ins Wasser führte? „Den haben wir gemeinsam mit dem Ruhrverband ans Südufer gebracht“, sagt Burkhard Schulte vom Bauamt dazu. Im Bereich des ehemaligen „Nato Sailing Clubs“ soll demnächst eine schicke neue Badestelle entstehen – der Steg ist schon mal da. Vom Strand an der Seetreppe habe man ihn auch deshalb entfernt, weil dann die Aufsichtspflicht für die Gemeinde entfalle. In dem Bereich südlich der „Pfeffermühle“ soll im September auch noch ein Sand- und Wasserspielplatz entstehen.

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