Haus Seeblick sucht neuen Standort

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Ein ganz neuer Standort für einen Neubau des Haus Seeblick wird nun gesucht.

Körbecke – Mehrfach wurde in den einschlägigen Gremien des Gemeinderats über den Neubau für das Seniorenheim Haus Seeblick beraten, am Ende schien eine verträgliche Lösung gefunden, deshalb überraschte die Mitteilung in der jünsgten Ratssitzung um so mehr, dass das Verfahren zur Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans auf Eis gelegt wurde. 

Begründet worden sei dies durch den Betreiber damit, so Bauamtsleiter Burkhard Schulte, dass der Umfang des Neubaus infolge der Beratungen so stark eingegrenzt worden sei, dass eine wirtschaftliche Umsetzung nicht mehr möglich sei. Insbesondere habe sich inzwischen gezeigt, dass wegen der Sichtachse eines oberhalb am Hang ansässigen Nachbarn auf ein Geschoss hätte verzichtet werden müssen. Ratsherr Hans-Jürgen Weigt (CDU) zeigte sich überrascht, bisher habe es immer geheißen, das nachbarschaftliche Einverständnis liege vor.

Bauherr Klaus Rocholl bestätigte den Sachverhalt auf Nachfrage. Zugleich bekräftigte der Geschäftsführer des Pflege- und Betreuungszentrums Haus Seeblick, dass er nach wie vor an einem Neubau interessiert sei. Die intensive Suche nach einem geeigneten Areal laufe weiter. „Wenn ich ein geeignetes Grundstück habe, steht der Bau in eineinhalb Jahren.“

An der Frage des passenden Grundstücks ist so gesehen der Ersatzneubau gescheitert. Dass bezüglich einem Anwohner Sichtachsen berücksichtigt werden müssen, habe er dem Planungsbüro am Anfang mitgeteilt. Jetzt habe sich jedoch gezeigt, dass der rechte Flügel um ein Geschoss niedriger ausfallen müsste. Kompensation an anderer Stelle des Neubaus sei aber nicht möglich, weil das Bauvolumen immer weiter eingeschränkt worden sei.

Das Haus Seeblick verfügt über 29 vollstationäre Pflegeplätze und zwei Kurzzeitpflegeplätze. Untergebracht sind die Bewohner in zwölf Doppel- und fünf Einzelzimmern. Und darin liegt ein Grund für die Neubaupläne, wegen der Vorgaben des Landes dürfen die Pflegeeinrichtungen in NRW seit August 2018 nur noch zu 20 Prozent Doppelzimmer aufweisen, 80 Prozent müssen Einzelzimmer sein. Zudem müssen die Zimmer einen direkten Zugang zu einem Bad haben. Allenfalls darf ein Bad für zwei Zimmer vorgesehen werden. Bei Neubauten fordert die Vorgabe sogar 100 Prozent Einzelzimmer mit mindestens 48 Quadratmeter Nutzfläche pro Bewohner, berichtet Rocholl. Aus wirtschaftlichen und personaltechnischen Gründen müssten Pflegeheime mindestens 50 Plätze aufweisen.

Mit dem Heim möchte Rocholl am liebsten am Möhnesee bleiben. Einerseits sei er selbst seit 16 Jahren in der Gemeinde, außerdem gebe es in Körbecke Bedarf. Daher setze er nun auch auf die Unterstützung durch Rat und Verwaltung bei der Suche nach einem Standort.

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