Haus des Gastes: Im Februar ist erst einmal der Rat an der Reihe

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Möhnesee - Was das Haus des Gastes angeht, bleibt die Entscheidung noch offen. Einige Möglichkeiten, wie diese Frage entschieden werden könnte, wurden in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am Donnerstagabend allerdings erkennbar.

Wie berichtet stehen mit einem Ratsbürgerentscheid oder einem Bürgerbegehren auch Möglichkeiten im Raum, die Entscheidung über das Haus des Gastes den Bürgern zu überlassen.

 So erläuterte Bürgermeister Hans Dicke, wie die Gemeinde mit dem Vorstoß des Körbeckers Dieter Broschk verfahren sei. Bürger könnten laut Gemeindeordnung keine Anträge an den Rat stellen, wohl aber Anregungen geben, und so sei er auch mit dem Schreiben des Einwohners verfahren. Es bleibe aber erst eine Entscheidung des Rates abzuwarten. Dicke: „Der Rat kann eine Entscheidung auch den Bürgern überlassen, aber: Das geht nicht immer gut.“ 

Es gebe nun einmal das Problem des Postfaktischen. Dazu verwies der Bürgermeister auf die lebhafte Diskussion rund ums HdG auf Facebook-Foren wie „Du bist Körbecker, wenn...“, hier würden viele Halbwahrheiten gestreut und von anderen für bare Münze genommen. So habe Broschk verbreitet, der Bürgermeister fühle sich wegen seines Antrags verärgert und habe ihn abgelehnt. Dicke: „Ich habe dann erklärt: Ja ich bin verärgert, aber über die Art der Argumentation. Und: Nein, ich habe den Antrag nicht abgelehnt.“ 

Dass eine zu geringe Information der Einwohner in der laufenden Diskussion ein Problem sei, betonte Uwe Beißner (Grüne): „Die Leute da draußen wissen oft immer noch nicht, worüber wir überhaupt reden.“ Viele Informationen für die Bürger hätten zugänglich gemacht werden müssen. Gleichwohl bekräftigte Beißner, dass seine Fraktion den Antrag für einen Ratsbürgerentscheid entsprechend der früher bereits gemachten Ankündigung bereits fertig formuliert vorliegen hat. Es könne bisweilen gut sein, die Bürger entscheiden zu lassen, nicht wegen der besseren Argumente, sondern wegen der Frage, ob die Bürger es so wollen. Wenn der Antrag der Grünen auf einen Ratsbürgerentscheid nicht durchkomme, sei es an den Bürgern aktiv zu werden. Sprich ein Bürgerbegehren auf den Weg zu bringen. 

Wahrscheinlich wird es zu diesem Ablauf kommen, Hans-Jürgen Weigt (CDU), ließ nämlich durchblicken, dass seine Fraktion in Sachen HdG auf eine Entscheidung durch den Gemeinderat setzt – und auf einen Abriss des HdG. Argumente für diese Position leitete Weigt aus den einschlägigen Gutachten ab, die untersucht haben, wie sich eine Aldi- und Rossmann-Ansiedlung auf dem HdG-Gelände auswirken würde.

Das einzige, was der Verkehrsgutachter hierbei in Frage gestellt habe, sei die bestehende Einengung an der Küerbiker Straße, ansonsten habe der Gutachter keine Verkehrsprobleme gesehen. Das am Donnerstag vorge stellte Gutachten zur Einzelhandelsentwicklung decke sich sogar mit den Vorgaben der rot-grünen Landesregierung. Wie berichtet empfiehlt das Gutachten als AldiStandort das HdG-Grundstück. Dem folgte Weigt: Die CDU wolle eindeutig Geschäfte in der Mitte von Körbecke: „Das ist unser Zentralort, den wollen wir stärken.“ 

Gerhard Bruschke (SPD) zweifelte allerdings an einigen Aussagen des Gutachters, So zu der Feststellung, dass sich eine funktionale Beziehung zwischen dem Pankratiusplatz und einem AldiStandort Giesen Wiese nicht herstellen ließe. Ebenso zweifelte Bruschke Synergieeffekte durch einen Discounter an der Küerbiker Straße an. Dagegen Gutachter Stefan Kruse: Man brauche für eine Belebung des Einzelhandels am Pankratiusplatz Trittsteine, von wo aus es die Kunden zu den Geschäften zieht. 

Diese Wirkung sei bei einer Entfernung von 300 Meter bis nach Giesen Wiese nicht gegeben. Da über eine Verschiebung des Aldi-Eingangs auf dem HdG-Grundstück Richtung Süden nachgedacht werde, sei man von dort relativ schnell auf dem Pankratiusplatz.

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