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Touristen statt Masthähnchen: Grüne wollen Nutzungskonzept für Areal bei Berlingsen

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Von: Astrid Gunnemann

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Potenzialfläche an der Haar bei Berlingsen
Nördlich der Haar möchten die Grünen eine Potenzialfläche für Tourismus, Landwirtschaft und Ökologie ausweisen.  © Gunnemann

Im Augenblick sei es noch eine Vision, sagte Uwe Beißner, Fraktionschef der Grünen, als er im jüngsten Wirtschaftsausschuss den Antrag der Grünen vorstellte, eine Potenzialfläche Tourismus, Land-/Tierwirtschaft und Ökologie (TLÖ) für die Gemeinde Möhnesee auszuweisen.

Möhnesee – Energiegewinnung, Landwirtschaft und Tourismus müssten zusammengeführt werden, fordern Beißner und die Grünen am See.

Die Grünen möchten vor folgendem Hintergrund handeln: Der Flächennutzungsplan der Gemeinde müsse aufgrund aktueller Entwicklungen bei der Umsetzung der erneuerbaren Energien aktualisiert werden. „Auch den fehlenden Landschaftsplan müssen wir ins Auge fassen“, so Beißner. In den Außenflächen entstünden Planungen, die den gemeindlichen Interessen entgegenstünden – da gelte es, Satzungen zu ändern. Die Potenzialfläche, die eine Arbeitsgruppe der Grünen-Ratsfraktion um Uwe Beißner, Antje Knehaus und Julian Sauter ins Auge gefasst haben, umschließt einen Bereich grob zwischen Körbecke (Günner Kirchweg, Griesenbrink, Grüner Weg, Berlingser Weg im Süden), Berlingsen und Büecke im Norden. Die Grünen hätten sich eindringlich mit dem Gebiet beschäftigt, mit Betroffenen und Anwohnern gesprochen und so Ideen entwickelt. Man ist sich einig, dass die Gemeinde Möhnesee ein touristischer Ort und gleichzeitig Naherholungszone für Menschen aus der Soester Börde und des Ruhrgebiets sei. Die Grünen wollen den „sanften Tourismus“ fördern.

Im Ausschuss stellte Beißner erste Ideen vor: Das „Eingangstor“ zum Erholungsgebiet Möhnesee könnte der Standort Tollpost in Körbecke nahe der B516 sein. Die Gäste erlebten dort erstmalig ein „Spannungsfeld der unverwechselbaren Ausblicke“. Einerseits könnten sie ihre Blicke schweifen lassen in Richtung Norden über kleine Dörfer, Felder, Wiesen, Erdbeer- und Blumenplantagen, aber auch über Wind- und Solarenergieanlagen, die Börde-Haar-Landschaft sei dort auch durch Rad- und Wanderwege sowie durch Direktvermarkter geprägt. Der Blick in Richtung Süden führe zum See, der Staumauer, Hügeln und Wäldern.

Das planen die Grünen für die Wegemarke „Tollpost“: In unmittelbarer Nähe zur Haarkreuzung soll ein Parkplatz entstehen, der als Park-and-Ride-Platz genutzt werden könnte und es den Besuchern erlaube:

. Das Spannungsfeld der Blickbeziehungen der Haar-Landschaft zu erleben. „Vielleicht passt dorthin auch ein kleiner Turm“, überlegt Beißner.

. In einem Zentrum, Informationen über die touristischen Möglichkeiten der Gemeinde, Vereine und Gewerbe zu erhalten.

Wenn jetzt schon Direktvermarktung dort stattfinde und diese gefördert und ausgebaut werden soll, mache es Sinn, so die Grünen, Erweiterungen dieser Flächen zu unterstützen. Beißner: „Es ist wichtig, hierfür Flächen zu definieren.“ Im Zuge der Gleichbehandlung will man Landwirten und Direkterzeugern, die nicht ihre Felder direkt an der Haar haben, Vermarktungsmöglichkeiten für ihre Produkte anbieten. Es könnten auch Weine, Honig, Kerzen oder Ähnliches verkauft werden. Die Grünen erwägen, eventuell eine zentrale Verkaufsstelle als Scheunenähnliche, landschaftstypische Halle oder auch einzelne, kleine Schuppen zu errichten.

Beißner stellte im Ausschuss vor, wie die Grünen ökologische Landwirtschaft mit erneuerbaren Energien verbinden wollen. Auch das Fraunhofer Institut forsche zurzeit intensiv an gemeinsam genutzten Feldern für Solarnutzung, Feldfrüchteanbau oder Tierhaltung. Aufgeständerte Solaranlagen könnten gleichzeitig Solarenergie und Wasser sammeln. Darunter stünden Tiere im Schatten oder es würden Feldfrüchte angebaut.

Man müsse sich Gedanken darüber machen, wie die Zukunft der Gemeinde aussehe, so Beißner. Wichtig sei auch, alle Bürger an diesem Konzept zu beteiligen. Der Grundsatz laute: Die Flächen zu definieren und als Teil eines Gemeindeentwicklungsplans in kleinen Schritten zu entwickeln.

Die Politiker der anderen Fraktionen des Ausschusses begrüßten die Ideen der Grünen, die auch gut zu den neuen Leader-Projekten passen würden.

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