Politik zeigt sich skeptisch

Große Pläne für die Nachnutzung des britischen Segelclubs  

+
Der Konzeptentwurf „Camp 13“ sieht (von rechts) einen Camp-Bereich mit Minihäusern, einen aufgeschütteten Strand, ein Bistro und ein Hostel mit einfachen Zimmern vor. Oben rechts im Bild das Atrium.

Möhnesee – Ein Hostel mit einfachen Zimmern, ein Bistro mit wenigen aber hochwertigen Grillangeboten, ein Camp aus fahrbaren Minihäusern, dazu ein aufgeschütteter Sandstrand und im Wasser vergnügliche Spielmöglichkeiten: Das sind die zentralen Elemente, mit denen eine Investorengruppe den ehemaligen britischen Segelclub künftig nutzen möchte.

Wesensmerkmal dieses Vorschlags: Die bestehenden Gebäude würden bleiben und hergerichtet, neu auf das Gelände kämen zum Beispiel sechs bis acht so genannte Tiny Houses, kleine fahrbare Häuser, in denen zum Beispiel Radfahrer oder Wanderer übernachten oder einige Tage unterkommen können. 

Eine ähnliche Zielgruppe soll das Hostel bedienen, geplant sind dort zwei Zimmer mit eigenem Bad und weitere acht Zimmer mit Gemeinschaftsbad. Ergänzt werden soll das Areal um drei Saunen, darunter eine Erdsauna, ein Bistro mit L-förmiger Terrasse zum See hin und einer Wasserlandschaft im Bereich der so genannten Lagune. 

Das alles soll Gäste anziehen, die auf dem Areal längere Zeit verweilen, und zwar nach Möglichkeit in größerer Zahl. Die vorhandenen Stellplätze auf dem Areal selbst und auf der Parkfläche gegenüber könnten daher nicht ausreichend sein. Die Investorengruppe stellt sich deshalb vor, die Besucher schon im Vorfeld abzufangen und mit Elektro-Trams oder einem Fährbetrieb über den See zu ihrem Ziel zu transportieren. 

Ob das funktioniert? Die Mitglieder des Ausschusses für Planung, Gemeindeentwicklung und Umwelt äußerten sich skeptisch. So berichtete Gerhard Bruschke (SPD), seine Fraktion sei sich nicht sicher, ob diese Nutzung die richtige ist, schließlich strebe man in der Gemeinde einen stillen Tourismus an. Der Verkehr am Südufer sei im Sommer erheblich, ob eine weitere Zunahme verträglich ist, sei fraglich. 

Albert Prange (BG) formulierte die Hoffnung, dass beim Ruhrverband als Eigentümer noch weitere Nutzungsanfragen eingehen, die beiden vorliegenden Alternativen seien „nicht so prickelnd“. Erheblichen Beratungsbedarf führte auch Uwe Beißner von den Grünen an. Wegen dieser Vorbehalte wurde der von der Verwaltung formulierte Beschlussvorschlag kräftig gekürzt auf die Aussagen, die Konzeptentwürfe „Camp 13“ und „Projekt Max“ nehme man zur Kenntnis. Das Ergebnis der landesplanerischen Anfrage werde abgewartet. Weitergehende Festlegungen wie die Erörterung der Zulässigkeit der Entwürfe mit weiteren Behörden wurden erstmal gestrichen. 

Kritik wurde auch dahin gehend geäußert, dass für die Sitzung nur ein Vertreter für den Entwurf „Camp 13“ eingeladen wurde, nicht aber für den alternativen Entwurf (siehe unten). Zudem stellte Beißner die Frage, ob der Ruhrverband auch den zweiten Vorschlag prüfen würde, wenn die Gemeinde ihn favorisieren sollte. Bürgermeister Hans Dicke erläuterte ergänzend, dem Ruhrverband als Eigentümer der Fläche sei an einem guten Einvernehmen mit der Gemeinde gelegen. Daher sei nun die Frage, wo die Vorstellungen der Gemeinde hingehen.

Alternative: Fitness-Studio und Gastronomie

Die alternative Konzeptstudie unter dem Namen „Projekt Max“ sieht den Abriss der vorhandenen Gebäude und einen zweigeteilten Neubau vor. In dem westlichen Flügel würde ein Fitness-Studio für eingetragene Mitglieder, im östlichen ein Gastronomiebetrieb entstehen. Beiden Flügel vorgelagert wäre zum See hin eine Terrasse. Das Manko dieses Vorschlags besteht laut Bauamtsleiter Burkhard Schulte darin, dass es für den Neubau wenig Aussicht auf das landesplanerische Einvernehmen und auf eine Baugenehmigung gibt. Bislang ist die Fläche des ehemaligen britischen Segelclubs als „Parkanlage – Campingplatz“ ausgewiesen. Eine Änderung in eine Sondergebietsausweisung „Gastronomie, Freizeit und Erholung“ wird von der Verwaltung für notwendig angesehen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare