Große Einigkeit bei sensiblem Thema

Eindeutige Entscheidung im Rat: Das sagt die Politik zu einem Hähnchenmaststall in Berlingsen

Hähnchenmast in Berlingsen
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Einstimmig verweigerte der Gemeinderat das Einvernehmen in Sachen Hähnchenmaststall in Berlingsen.

Eine fast geschlossene Front gegen die Pläne für einen großen Hähnchenmaststall bei Berlingsen gab es am Donnerstagabend im Gemeinderat.

Möhnesee – Über die Details der Formulierungen für den Beschluss wurde eine gute halbe Stunde gerungen, der Inhalt dieses Beschlusses war aber eigentlich schon vor der Ratssitzung unstrittig zwischen den Fraktionen gewesen: Die Möhneseer Politik will keinen Hähnchenmaststall in Berlingsen und verweigert das formelle Einvernehmen gegenüber dem Kreis.

Wie bereits vorher angekündigt, enthielten sich nach kurzer Diskussion SPD und FDP in diesem Punkt – sie sehen bei diesem Teil des Verfahrens ausschließlich planungsrechtliche Bedenken als legitim an, können die aber nicht erkennen. Alle anderen Fraktionen stimmten aber dafür, dass die Gemeinde kein Einvernehmen mit den Plänen eines Berlingser Landwirtes erklärt, der zwischen Haarweg und Berlingsen zwei große Mastställe bauen will.

Begründet wurde das unter anderem mit Zweifel daran, dass es sich bei diesem Projekt, wie für eine Privilegierung erforderlich, um landwirtschaftliche Tierhaltung handele – im Gegensatz zu einer industriellen.

Ohne Gegenstimme oder Enthaltungen wurde allerdings beschlossen, dass die Gemeinde Einwände im laufenden Verfahren beim Kreis gegen das Projekt erhebt – unter anderem ist das aus Gründen des Immissionsschutzes möglich. Damit bleibt die Gemeinde auch beteiligt, wenn voraussichtlich im April Einwände gegen das Projekt öffentlich erörtert werden.

In einer umfangreichen „Trilogie“ hatten die Möhneseer Grünen, zusätzlich zu ihren Einwänden gegen die Mastställe selber, bereits gegenüber dem Kreis eine Veränderungssperre für einen größeren Bereich nördlich und südlich der Haar mit dem Tollpost im Zentrum ins Spiel gebracht. Zu diesem Bereich gehört auch die Fläche, auf der die Mastställe gebaut werden sollen. Inhaltlich begründet wird die Notwendigkeit einer solchen Sperre von den Grünen mit dem Ansinnen, dort eine „Potenzialfläche für Tourismus, Landwirtschaft und Ökologie“ zu entwickeln.

Was genau dort entwickelt werden sollte oder könnte, wurde in der Ratssitzung nicht thematisiert: Alle Fraktionen hatten sich im Vorfeld darauf verständigt, die Sitzung aus Gründen des Infektionsschutzes so kurz wie möglich zu halten.

Vor der Möhneseehalle, in der die Ratssitzung stattfand, demonstrierten Mitglieder eines Bürgernetzwerkes gegen das Projekt in Berlingsen.

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