Welver und Möhnesee uneinig

Gemeinden suchen neuen Archivar - doch wer zahlt die Kosten der Ausschreibung?

Alte Akten wurden in Welver bereits vernichtet. Wer sich zukünftig um das Archiv kümmert, ist noch offen.
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Alte Akten wurden in Welver bereits vernichtet. Wer sich zukünftig um das Archiv kümmert, ist noch offen.

Die Gemeinden Möhnesee, Welver und Ense suchen zu dritt nach einem gemeinsamen Archivar. Doch wer trägt die Kosten für die Ausschreibung der Vollzeitstelle und die Bewerbungsgespräche, für den nötigen Verwaltungsaufwand und die Zeit? Darüber herrscht noch immer keine Klarheit.

Möhnesee/Welver/Ense - Denn wenn es nach Möhnesees Kämmerer Günter Wagner geht, kommt Welvers Bürgermeister Camillo Garzen nicht ganz ungeschoren davon.

Zur Erinnerung: Vor wenigen Wochen gab es Kritik aus den Rathäusern in Körbecke und Bremen, weil Garzen die erste gemeinsame Archivleiterin abgeworben hatte – Alicia Sommer soll künftig eine Stabsstelle in Welver übernehmen. „Wenigstens die Kosten für die nötige Ausschreibung sollte Welver dann auch übernehmen“, sagte Wagner schon damals. Denn seiner Meinung nach „hätte man das alles viel kollegialer regeln können, indem man sich rechtzeitig anruft“. Und dabei bleibt Günter Wagner.

Camillo Garzen dementiert hingegen, dass die Rechnung für den Verwaltungsaufwand vollständig von seiner Gemeinde bezahlt werden soll. „Dazu sehe ich nicht die Notwendigkeit“, erklärt er auf Anzeiger-Nachfrage. „Über die Verteilung der Kosten ist bislang noch keine Entscheidung gefallen“, sagt Garzen, der davon ausgeht, dass die gesamte Summe wie beim letzten Mal wieder durch drei geteilt wird. Ohnehin, „wenn Möhnesee gewollt hätte, dass wir das bezahlen, hätte man das vor der Ausschreibung absprechen müssen.“ Und genau das sei nicht passiert.

Abwerbungen „nicht förderlich“

Günter Wagner wiederum sagt, dass bei internen Gesprächen über die Neubesetzung der Stelle sehr wohl darüber gesprochen worden sei, wie mit den Ausschreibungskosten verfahren werden soll. Es habe auch Einigkeit darüber bestanden, dass Abwerbungen wie bei Alicia Sommer für eine gute dauerhafte Zusammenarbeit „nicht gerade förderlich“ seien, man müsse sich aufeinander verlassen, einander vertrauen können.

Dabei geht es nicht nur ums Prinzip, sondern vor allem auch um Steuergelder: Von einer Summe zwischen zwei- und dreitausend Euro geht Wagner aus – für Anzeigen und gemeinsame Bewerbungsgespräche, an denen immer mehrere Fachleute aus den Gemeinden teilnehmen.

Vierte Gemeinde im Gespräch

Trotz dieser Streitigkeit am Rande gibt es auch gute Nachrichten: Die Zusammenarbeit der drei Kommunen soll fortgeführt werden. Und mehr noch: „Wir haben sogar das Glück, dass wir einen weiteren Interessenten mit ins Boot nehmen können“, lässt Günter Wagner durchblicken. „Wir sprechen dann über zwei neue Stellen, die wir mit vier Gemeinden aus dem Kreis Soest gemeinsam einrichten und finanzieren. Wir haben dann im Fall der Fälle auch immer eine Stellvertreter-Lösung – die Leitungsstelle bliebe nicht unbesetzt.“

Auch Bürgermeisterin Maria Moritz freut sich: „Ja, es gibt noch eine Gemeinde.“ Bevor bestätigt wird, um welche es geht, soll dieses schöne Paket allerdings erst noch den Räten vorgelegt werden.

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