Gemeinde baut Alte Schule für Flüchtlinge um

Der Wohnbereich im Dachgeschoss der Alten Schule in Körbecke mit einer Gemeinschaftsküche, nach Geschlechtern getrennten Sanitärbereichen und mehreren Zimmern für jeweils mehrere Personen ist bereits renoviert. Die laufenden Arbeiten erläuterten Thomas Overbeck vom Gebäudemanagement und Hausmeister Knut Brügge (von links).
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Der Wohnbereich im Dachgeschoss der Alten Schule in Körbecke mit einer Gemeinschaftsküche, nach Geschlechtern getrennten Sanitärbereichen und mehreren Zimmern für jeweils mehrere Personen ist bereits renoviert. Die laufenden Arbeiten erläuterten Thomas Overbeck vom Gebäudemanagement und Hausmeister Knut Brügge (von links).

MÖHNESEE - Wie die anderen Kommunen des Landes muss die Gemeinde Möhnesee mit einer erheblich ansteigenden Zahl von Flüchtlingen rechnen. Um eine angemessene Unterbringung der Asylbewerber gewährleisten zu können, saniert die Gemeinde derzeit die entsprechenden Wohnbereiche im zweiten Obergeschoss und im Dachgeschoss der Alten Schule in Körbecke.

Nach Abschluss dieser Arbeiten kann die Gemeinde über etwa 90 Plätze für Aslybewerber verfügen, erläuterte Bauamtsleiter Burkhard Schulte, etwa 30 Plätze wären demnach aktuell noch frei.

Neben den 27 Plätzen in dem Heim am Kirchplatz kommen nach den Umbaumaßnahmen in der Alten Schule hier 50 bis 60 Plätze hinzu, sechs Personen sind aktuell zudem in der Pächterwohnung der Gaststätte im Haus des Gastes untergebracht, erläuterte Schulte.

Entsprechend den derzeitigen Zuweisungszahlen hofft die Kommune, dass dieses Kontingent bis zum Sommer reicht, wenn möglicherweise eine Reform des Asylrechts eine Lockerung mit sich bringt.

Mit der Sanierung der vier Wohnbereiche in der Alten Schule will die Gemeinde auch darauf reagieren, dass anders als früher nicht überwingend männliche Einzelpersonen, sondern vermehrt ganze Familien als Flüchtlinge nach Deutschland kommen. So werden in diesen Wohnbereichen Duschen und Toiletten getrennt nach Geschlecht eingebaut.

Wie Thomas Overbeck vom Gebäudemanagement und Hausmeister Knut Brügge bei einem Gang über die Baustelle erläuterten, betreffen die Renovierungsarbeiten neben diesen Installationen auch die Elektrischen Leitungen, die Böden und Trockenbauarbeiten für eine Änderung der Grundrisse.

Ins Dachgeschoss umgezogen

Die derzeit in der Alten Schule lebenden Asylbewerber sind im Zuge der Baumaßnahmen in die jeweils fertig gestellten Zimmer im Dachgeschoss umgezogen. Dagegen werden die Räume beispielsweise im östlichen Wohnbereich im zweiten Obergeschoss derzeit von Grund auf erneuert.

Dazu gehören auch neue, pflegeleichte Laminatböden und pro Zimmer ein Anschluss für den Fernsehempfang. Nach den Wohnbereichen selbst sollen auch die Treppenhäuser aufgearbeitet werden. Für diese Maßnahmen investiert die Gemeinde einen Betrag im mittleren fünfstelligen Bereich.

Zu Gute komme der Gemeinde dabei, dass etwa für den Trockenbau auch Experten des Gemeinde-Bauhofs eingesetzt werden können, so Overbeck. Verbesserungen sollen anschließend auch bei der Asylunterkunft am Kirchplatz durchgeführt werden.

Sofern es nicht gilt, ganze Familien unterzubringen, bleibt es für Einzelpersonen bei einer Unterbringung in Zimmern mit vier Betten. Bei der Zusammensetzung der Zimmer werde auf ethnische Herkunft und Religion Rücksicht genommen, erläuterte Knut Brügge, der als Hausmeister mit sozialem Auftrag seit vier Monaten für die Asylheime zuständig ist und oft erster Ansprechpartner für die Flüchtlinge ist.

Die Enge auf den Zimmern könne zwar schwierig sein, sie könne aber auch den Anstoß geben, dass die Flüchtlinge sich untereinander verstärkt austauschen. Brügge: „Mit einigen kommt man sehr gut klar, einige sind aber auch sehr zurückhaltend und reden kaum untereinander.“

Grundsätzlich gebe es aber wenig Spannungen unter den Bewohnern. Brügge führte dies auch auf die Bemühungen der Gemeinde und des Asylarbeitskreises zurück. So werde von den ehrenamtlichen Helfern derzeit über das Angebot sportlicher Aktivitäten nachgedacht. - tbg

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