Schulweg der Kinder

Viel Verkehr vor Aldi und Rossmann sorgt Eltern

Gefährlicher Schulweg? Besonders wenn die Kinder dunkel gekleidet sind, können sie morgens beim Überqueren der Straße kaum von Autofahrern erkannt werden.
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Gefährlicher Schulweg? Besonders wenn die Kinder dunkel gekleidet sind, können sie morgens beim Überqueren der Straße kaum von Autofahrern erkannt werden.

Seit ein paar Tagen gibt es ein neues „Einkaufszentrum“ in Körbecke. Über den neuen Aldi und den neuen Rossmann – direkt gegeüber des Rewe – freuen sich viele Körbecker und Kunden aus der ganzen Gemeinde. „Sehr gut geworden. Es ist eine Bereicherung fürs Dorf, vor allem der Rossmann“, heißt es mehrfach in den sozialen Medien. „Ich finde gut, dass es so zentral ist. Ich fahre kein Auto und kann so sogar zu Fuß dorthin gehen“, schreibt eine weitere Körbeckerin.

Körbecke - Gleichzeitig sorgen sich viele um die Verkehrssituation – vor allem für die zahlreichen Schüler, die über den Berlingser Weg zur Grund- oder der Möhnesee-Schule gehen. Dort herrscht durch die neuen Märkte deutlich mehr Betrieb als früher. Besonders früh morgens, wenn zahlreiche Kinder zu den Schulen gehen und es um halb acht noch dunkel ist, gleichzeitig die ersten Kunden auf die Parkplätze von Aldi und Rossmann einbiegen, sei die Verkehrssituation unübersichtlich. Hinzu komme, dass natürlich auch viele Jungen und Mädchen nach der Schule zu Rossmann und Aldi gehen, um sich dort mit Süßigkeiten zu versorgen. Zwar gibt es einen Zebrastreifen, doch um den zu nutzen, müssen die Schüler einen Umweg laufen, was sie häufig nicht tun und den Berlingser Weg zwischen Rewe-Markt und Aldi direkt überqueren. „Ich finde, die Ecke schreit nach einem Kreisverkehr, ähnlich dem an der Seestraße“, schreibt eine Facebook-Nutzerin. Sie nennt die Verkehrslage dort „herausfordernd“. „Ich finde es für die Grundschulkinder etwas heikel, die müssen ziemlich fix lernen, wie sie richtig reagieren“, kommentiert eine Leserin. „Wenn man mit dem Fahrrad kommt, muss man sehr aufpassen.“

Krischan Föckeler, Leiter des Grundschulverbunds Möhnesee, will zügig das Gespräch mit der Gemeindeverwaltung suchen, um dort eine praktikable und sichere Lösung für die Kinder zu finden. „Das müssen wir uns vor Ort zusammen anschauen“, sagt er. Vielleicht könne man den Zebrastreifen verlegen? „Schon in der Bauphase kam es dort am Berlingser Weg immer wieder zu Behinderungen für die Schüler“, so Föckeler. Es hatte Ortstermine mit der Gemeinde gegeben. Als Lösung sei damals eine „Umleitung“ für die Fußgänger und Schüler eingerichtet worden, die zu den Schulen wollten. Doch der Weg war ein paar hundert Meter weiter und sei deshalb nur wenig genutzt worden. Als erster Schritt könnten dort Warnschilder aufgestellt werden. „Eltern haben ihre Besorgnisse bezüglich der vermeintlich unübersichtlichen Situation im Bereich des Berlingser Weges mit den Zufahrten zu den Verbrauchermärkten und der Schulbushaltestelle bereits geäußert“, teilt Bauamtsleiter Burkhard Schule mit. Die Verwaltung arbeite bereits an einer Verbessrung der Situation. Im Zusammenhang mit der Bauleitplanung für Aldi und Rossmann sei in Ausschuss- und Ratssitzungen über einen (Mini-)Kreisverkehr zur Verkehrsberuhigung im Sinne angepasster Geschwindigkeiten beraten worden.

Letztendlich wurde aber entschieden, es hier bei einer üblichen rechtwinkligen Kreuzungssituation zu belassen. Die Gemeinde ist für den Berlingser Weg als Gemeindestraße zuständiger und verantwortlicher Straßenbaulastträger, erklärt Schulte. Die Themen der Verkehrsberuhigung und notwendige Verbesserungen der Verkehrssicherheit sollen in absehbarer Zeit in Fachausschüssen behandelt werden. „Auch die hier angesprochene Straßenstrecke wird sicher dabei sein“, heißt es aus dem Rathaus. Der Schulweg sei durch eine „Verkehrskommission“ mit Beteiligung von Polizei, der Kreisverwaltung als Straßenverkehrsbehörde und Gemeinde festgelegt worden. Dieser führt über den Gehweg entlang der östlichen Fahrbahnseite des Berlingser Weges bis zum Zebrastreifen, der nach den geltenden Vorschriften und Vorgaben in puncto Beschilderung, Beleuchtung und Streifenmarkierung angelegt worden sei. „Insbesondere durch die regen Baustellenverkehre hat die Markierung gelitten, diese wird bei nächstmöglicher Gelegenheit erneuert“, sagt Schulte. Da man entlang der vorfahrtsberechtigten Straße geht, müssen die Verkehrsteilnehmer bei der Ein- und Ausfahrt zu Aldi und Rossmann auf diese Fußgänger achten und sie vorbeigehen lassen. Es ist gut, wenn Kinder und Jugendliche dennoch mit Vorsicht darauf achten, dass sie nicht dennoch durch die Unachtsamkeit von anderen durch Fahrzeuge verletzt werden.

Weiterhin bittet die Verwaltung die Schulleitungen, die Schüler zu informieren und den dringenden Appell an sie zu richten, den Berlingser Weg nur über den Zebrastreifen zu überqueren. Für die Grundschüler sollen Informationen auch an deren Eltern gegeben werden. Schulte: „In den nächsten Tagen wird zur Eingewöhnung der mobile Einsatz-Dienst des Ordnungsamtes mit Unterstützung der Polizei gerade in der Zeit vor Schulbeginn dort Präsenz zeigen und darauf hinwirken, dass der Schulweg genutzt wird und Konfliktsituationen durch gesteigerte Aufmerksamkeiten nicht entstehen.“

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