Gasthof Böhmer in Körbecke schließt die Türen

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Die letzten Runden gingen auf´s Haus: Joty Grootoonk (mit Maske) verabschiedete sich am Sonntag von ihren Gästen und schloss den „Gasthof Böhmer“.

Möhnesee – Irgendwann im Leben geht alles zur Neige. Wer könnte das besser wissen als ein Gastwirt. Oder eine Gastwirtin. Und deshalb drehte Joty Grootoonk am Wochenende den Zapfhahn das letzte Mal mit etwas Wehmut, aber auch mit Erleichterung zu, schloss anschließend die Tür des „Gasthofs Böhmer“ ab und verabschiedete sich in den Ruhestand. 

Zehn Jahre lang hat die Arbeit vor und hinter der Theke ihr Leben wesentlich geprägt, jetzt freut sich die 66-Jährige darauf, endlich mehr Zeit für all die Dinge zu haben, die in dieser Zeit zu kurz gekommen sind – und auch schon einige Jahre vorher: Die Gastronomie war ihr nämlich schon zur Profession geworden, bevor sie den „Gasthof Böhmer“ am Pankratiusplatz mitten in Körbecke übernahm. 

Dabei war ihr dieser berufliche Weg nicht vorgezeichnet: Der hätte sie als studierte Lehrerin eigentlich in ein Klassenzimmer, und nicht in einen Schankraum führen sollen. 

Aber das Leben hatte eigene Pläne mit ihr – und so baute sie, nachdem sie ihren Lebensmittelpunkt von Holland nach Westfalen verlegt hatte, ein Ausflugsrestaurant in der Nähe von Brilon auf, mitten im Wald. Diese Erfahrungen konnte sie gut gebrauchen, als sie schließlich nach Körbecke zog und hier die „Pfeffermühle“ eröffnete – bis sie vor ziemlich genau zehn Jahren erneut einen Neuanfang wagte und den „Gasthof Böhmer“ übernahm. 

Natürlich sind zunächst die längere Schließung und anschließend die Einschränkungen in Folge der Covid 19-Pandemie auch an ihrem Lokal nicht spurlos vorüber gegangen – die Entscheidung, jetzt einen Schlussstrich zu ziehen, hat das aber nur zu einem Teil mitverursacht. Vor allem nämlich sei es jetzt einfach die richtige Zeit dafür, sich nach vielen Jahren mit kurzen Tagen und langen Abenden weniger Arbeit und mehr Freizeit zu gönnen, findet sie.

Die Zukunft des Gasthofs ist noch unklar: Ein neuer Pächter, so heißt es, ist noch nicht in Sicht.

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