Antwort auf SPD-Anfrage

Verwaltung sieht keine Chance, Förderung für neue Luftfilteranlagen zu kommen

Luftfilter für Schulen
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In Luftfilter – wie hier im Fachraum eines Gymnasiums – werden große Hoffnungen gesetzt.

Im Kampf gegen eine Infektion mit dem Coronavirus in Klassenräumen wurden und werden große Hoffnungen in Luftfilteranlagen gesetzt. In den Möhneseer Schulen werden sie aber aller Voraussicht nach nicht zum Einsatz kommen.

Möhnesee – Das ist jedenfalls der Antwort der Verwaltung auf eine Anfrage der SPD-Fraktion zu entnehmen, über die in der nächsten Sitzung des Schulausschusses am Donnerstag, 16. September, ab 17.30 Uhr in der Aula der Möhneseeschule beraten werden wird. Die Sozialdemokraten hatten Klärungsbedarf angemeldet, nachdem der Bund ein neues Förderprogramm für die Anschaffung solcher Anlagen aufgelegt hatte.

Die Kriterien für eine Förderung schließen allerdings, nach Ansicht der Verwaltung, eine Inanspruchnahme an den Schulen im Gemeindegebiet aus. Als wesentlichen Grund dafür wird aufgeführt, dass es in allen Klassenräumen die Möglichkeit gebe, die Fenster vollständig zu öffnen und damit die Räume ohne weitere technische Unterstützung zu lüften. In den Räumen, wo es keine Fenster gebe, seien zudem bereits entsprechende „Raumlufttechnische Anlagen“ (RLT-Anlagen) verbaut. Nur in den Fällen aber, wo weder vollständig zu öffnende Fenster noch RLT-Anlagen vorhanden seien, zitiert die Verwaltung die Förderrichtlinien, sollten Lüftungsanlagen installiert werden, um für die nötige Reinigung der Raumluft zu sorgen.

In der Vorlage für die Ausschusssitzung wird auch auf Stellungnahmen der Schulleitung (Grundschulen) und Baukmann (Möhneseeschule) verwiesen, die keine Notwendigkeit für die Anschaffung von Luftfilteranlagen an ihren jeweiligen Schulen sehen würden.

Im Gegenteil: Einige Anlagen, die in der Vergangenheit in Klassenräumen probeweise installiert worden seien, hätten sich nach Ansicht der betroffenen Lehrkäfte als wenig praxistauglich erwiesen, vor allem, weil sie durch ihren Geräuschpegel den Unterricht empfindlich gestört hätten. Daher seien sie wieder ausgeschaltet worden.

So teuer würde es werden

Die Verwaltung hat eine Kostenschätzung entwickelt, wie teuer die Ausstattung aller Klassenräume an den Schulen in Möhnesee mit Luftfilteranlagen werden würde. Danach würden für insgesamt 32 Klassenräume (inklusive Lehrerzimmer) in der Möhneseeschule 105 600 Euro fällig. Für die Grundschulen in Körbecke (19 Klassenräume, 62 700 Euro), Günne (10 Klassenräume, 33 000 Euro) und Völlinghausen (10 Klassenräume, 33 000 Euro) kämen weitere Investitionen hinzu. In der Summe würden 234 300 Euro benötigt.

Und: Auch Zuschüsse aus einem Förderprogramm des Bundeswirtschaftsministeriums namens „Corona-gerechte Um- und Aufrüstung von raumlufttechnischen Anlagen in öffentlichen Gebäuden und Versammlungsstätten“ seien, so die Verwaltung, nicht zu erwarten. Die darin formulierten technischen Anforderungen würden von den Anlagen an den Schulen in Möhnesee nicht erfüllt.

Die von Bürgermeisterin Maria Moritz unterzeichnete Antwort an die SPD-Fraktion bezieht sich auch auf die grundsätzliche Möglichkeit, aus privaten Spenden Luftfilteranlagen anzuschaffen und zu betreiben. „Die Verwaltung lehnt die private Zurverfügungstellung der Luftfilteranlagen aus Gleichheitsgrundsätzen ab. Es sollte nicht sein, dass einige wenige Klassenräume – die über eine natürliche Belüftung verfügen – zusätzlich mit einer Luftfilteranlage ausgestattet sind, während andere Klassenräume mit gleichen Voraussetzungen nicht über diese Ausstattung verfügen“, stellt die Bürgermeisterin klar.

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