Schiffsschrauben gegen das dicke Eis auf dem Möhnesee

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Das Shuttle-Boot ist auf dem Ufer in Sicherheit, das Wasser rund um die MS Möhnesee kann durch gelegentlichen Einsatz der Schiffspropeller frei gehalten werden.

Möhnesee - Überwinterung im Eis: Was dereinst oft geübte Praxis der zur See fahrenden Arktisforscher war, könnte dem Katamaran der Möhneseeschifffahrt in diesem Winter auch drohen – wenn Kapitän Ulrich Grüterich nicht zu Gegenmaßnahmen greifen würde.

Wird die Eisdicke allzu dick, schmeißt er den Motor an und setzt die Schiffsschrauben in Bewegung. „Dadurch, dass wir ab und an die Motoren laufen lassen, haben wir keine Probleme“, berichtet Grüterich. Etwa ein mal pro Woche werde diese Maßnahme erforderlich, sagt der Betreiber der Möhneseeschifffahrt. 

Eine Aktion, die nicht nur die MS Möhnesee schützt, sondern auch dem See nützt: „Dann kriegen die Fische auch wieder Luft.“ Obwohl die MS Möhnesee und das Shuttleboot derzeit am Ufer bleiben: Zu tun gibt es für Grüterich genug. Die Saisonplanung, die Bearbeitung von Buchungen, die Vorbereitung von Tourismus-Messen sind einige Beispiele, sagt der Unternehmer: „Ich bin den ganzen Tag im Büro.“ 

Brüchiges Eis typisch für Stauseen

Hinzu kommen schon jetzt Reparaturarbeiten, ab Mitte März ist Grüterich mit seinem Team auf dem Ausflugsschiff dann wieder so richtig im Einsatz, dann gilt es nämlich, den Saisonstart am 2. April vorzubereiten. Während die anhaltende Kälteperiode Grüterichs Schiff keine Probleme bereitet, hat Gemeindewehrführer Christian Böddeker die Eisschicht auf dem Möhnesee wegen der Gefahr von Unfällen besorgt im Blick. Gerade wegen des Winterwetters werde der Möhnesee an den Wochenenden derzeit von vielen Ausflüglern besucht und dabei sei immer wieder zu beobachten, dass Erwachsene, oft in Begleitung von Kindern, das Eis betreten. „Deshalb ist dringendst darauf hinzuweisen, dass das Eis nicht tragfähig ist“, warnt der Leiter der Möhneseer Feuerwehr. Zudem gibt Böddeker zu bedenken, dass diejenigen, die leichtsinnigerweise aufs Eis gehen, auch andere Personen gefährden, die bei möglichen Rettungsversuchen ebenfalls einbrechen könnten. Das Problem bei Stauseen wie dem Möhnesee bestehe in den wechselnden Wasserständen, dadurch kann das Eis hohl fallen oder durch nachdrängendes Wasser brüchig werden.

Die Feuerwehr Möhnesee ist zwar mit Spezialausrüstung für Eisrettungen ausgestattet, lieber wäre es Böddeker aber allemal, wenn solche gefährlichen Einsätze nicht erforderlich werden.

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