Mit kluger Logistik gegen Waldbrände

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Die Einsatzkräfte sollen eine spezielle Schutzausrüstung erhalten.

Möhnesee - Temperaturen weit jenseits der 30-Grad-Marke und das tagelang. Was die Ferienkinder freut, stellt die Feuerwehr vor Herausforderungen: Die Waldbrandgefahr wächst mit jedem heißen Tag.

Wie solch eine Saison verlaufen kann, haben die Einsatzkräfte schon im letzten Jahr erlebt. Und es könnte noch schlimmer kommen: Im ohnehin schon knüppeltrockenen Wald wütet jetzt auch noch der Borkenkäfer – mit der Konsequenz, dass die befallen Fichten nahezu staubtrocken sind und so dem Waldbrand perfekten Zündstoff liefern. „Selbst mit dem einen oder anderen Regenschauer ändert sich daran so schnell nichts“, weiß Gemeindewehrführer Christian Böddeker. 

Das gilt auch für die wenigen Wasserspeicher im Forst. Ob Heve oder große und kleine Schmalenau: Viel ist da jetzt schon jetzt nicht zu holen. Die Feuerwehr ist dennoch vorbereitet und greift dabei auf ein überörtlich abgestimmtes logistisches Vorgehen zurück. So kann die Feuerwehr Kilometer lange Leitungen durch den Wald legen. So genannte Wasserförderzüge aus dem ganzen Kreisgebiet werden im Fall der Fälle am Möhnesee zusammengestellt und verfügen gemeinsam über eine große Streckenkapazität. Bis diese Leitungen stehen, sind Tanklöschfahrzeuge im Pendelverkehr unterwegs. Auch hier können weitere zur Verstärkung von anderen Wehren angefordert werden.

Perspektivisch stellt auch der Kreis Soest noch intensiver auf das Thema Waldbrand ein. So soll eine hitzegerechte persönliche Schutzausrüstung angeschafft werden, die die Arbeit in Waldbrandgebieten erleichtert. Der Arbeitskreis Technik hat für die Kommunen und für den Kreis Soest die Beschaffungsbedarfe formuliert. Im Kreis Soest sollen noch dieses Jahr Für besondere Löschgeräte (spezielle Schläuche etc.) für 25 000 Euro angeschafft werden. Ebenso viel soll für die leichte Schutzausrüstung bereit gestellt werden. Für die Folgejahre sind dann im Jahr 2020 laut Arbeitskreis 140 000 und für 2021 etwa 170 000 notwendig. Kreispolitiker wie Timo Zimmermann (CDU) und Erwin Koch (SPD) haben bereits Zustimmung signalisiert. Böddeker nimmt die wachsende Sensibilität für das Thema gern zur Kenntnis, denn sie sei „absolut berechtigt“.

 Beim Ruhrverband geht man gelassen mit dem Thema Waldbrandgefahr um. Zwar hätten sich die die Böden vom Sommer 2018 noch immer nicht erholt, „doch spezielle Maßnahmen ergreifen wir derzeit nicht“, so Sprecherin Britta Balt.

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