Tiere werden in Eimern fortgetragen

Festgehalten am Fangzaun: So kommen Kröten über die Straße

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Am Südufer verhindern Fangzäune, dass die Kröten auf dem Weg zum Teich überfahren werden.

Möhnesee – Die Wanderungen der Kröten zu ihren Laichteichen hat begonnen. Damit die Tiere sicher zu ihrem Gewässer kommen, haben Freiwillige schon vor ein paar Tagen Krötenzäune am Südufer aufgebaut.

„Wann sich die Kröten auf den Weg machen, hängt von der Temperatur ab“, sagt Felix Wennemers, Bundesfreiwilliger beim Liz. Sobald es nachts nicht mehr friert, machen sich die Tiere auf den Weg. In diesem Jahr finde die Krötenwanderung recht früh statt. Die Fangzäune baut das Liz auf, das Material wird auch im Liz eingelagert. „Noch wandert nicht die große Masse an Kröten“, weiß Wennemers. Die Mitarbeiter des Liz wissen gut Bescheid über die Zahl der wandernden Kröten, denn die Tiere werden morgens und abends gezählt, bevor sie behutsam über die Straße getragen werden. „Heute morgen waren 13 Kröten in den Eimern“, so der Liz-Mitarbeiter. 

Engagierte Tierschützer und Leute mit Sachverstand sammeln ehrenamtlich diie Kröten ein – auch an den Wochenenden. 

Das Krötensammeln funktioniert so: Die Tiere laufen gegen die Fangzäune, dann laufen sie seitlich entlang. Rechts und links der Zäune sind Eimer eingegraben – die Kröten fallen hinein. „Das passiert ganz sanft, die Kröten verletzen sich dabei nicht“, erklärt der Bufdi. Jeden Morgen und jeden Abend besuchen freiwillige Helfer die Fangzäune, zählen die Tiere in den Eimern und bringen sie über die gefährliche Straße. 

Population schwankt jährlich

Die Krötenpopulation schwankt von Jahr zu Jahr, in manchen Jahren gibt es besonders viele Kröten, in anderen besonders wenige. Die Kröten gehen immer zu dem Gewässer zurück, um zu laichen, wo sie selber geschlüpft ist. Sie gehen nicht zu jedem beliebigen Teich. Sie bevorzugen speziell dieses Gewässer, weil sie dort das Licht der Welt erblickten und weil die Wasserqualität dort gut ist. 

„Die Kröten können nicht in jedem Teich laichen, denn sie brauchen ein geeignetes, flaches Ufer, das nicht zu steil und nicht zu steinig ist“, weiß Felix Wennemers. 

Eine Kröte laiche unendlich viele Eier, doch letztlich schlüpfen nur rund 25 Tiere. Und auch von denen erreichen nur wenige das Erwachsenenalter. Andere Tiere, wie Fische und Vögel, fressen die Larven. 

In circa sechs bis acht Wochen werden die Fangzäune dann wieder abgebaut und bis zum nächsten Frühjahr eingelagert.

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