Besuch in Kindergärten und Seniorenheim

Feste Tradition: Karnevalisten ziehen durch Körbecke

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Besuch im „Flohzirkus“: Hier haben sich alle zum Gruppenfoto aufgestellt und grüßen mit „Körb’ke Helau!“

Körb’ke – Der Endspurt schlaucht ganz schön: „Seit Donnerstag sind wir so richtig ohne Pause unterwegs“, sagt der Prinz. Ein bisschen müde ist er, und die Stimme müsste mal wieder geölt werden. Geht aber nicht so einfach.

Der „Schwatte“ in der Post, der Schnaps, den alle so lieben, der ist glatt verdunstet bei dem Ansturm der Karnevalisten am Sonntag. Erst waren alle in der Kirche, haben die famose Karnevalspredigt vom Pastor Ludger Eilebrecht gehört, dann waren sie im „Seecafé“ zum Frühschoppen – und abends in der Post. Solange, bis Helmut, der Wirt, sie alle rauskomplimentiert hat, weil es Zeit wurde und er die Luftschlangen für Fastnachtsdienstag neu drapieren musste.

Und plötzlich war es Montagmorgen, Rosenmontag – da gehen in Körbecke die Karnevalisten mit der Blasmusik durchs Dorf, rund 30 Musiker sind es in diesem Jahr, Dreigestirn, Elferrat, Vorstandsmitglieder und ein paar Freunde hinterher. Gemeinsam besuchen sie die Kindergärten, die Senioren im Wohnheim Sankt Elisabeth, die Gemeinde und noch ein paar Leute, die es verdient haben.

"Lebensgefühl"

„Eine feste Tradition“, sagt Aloys Koch, Vorsitzender der Körbecker Karnevalsgesellschaft (KKG): „Karneval, das ist ein Lebensgefühl, das saugt jeder mit der Muttermilch auf und alle Generationen, alle im Ort sollen was davon haben, sollen mit uns zusammen eine unbeschwerte Zeit haben.“ 

Um Viertel vor acht am Morgen geht es immer los für alle, und der Tag wird lang: Frühstück bei „Joti“, also im Gasthof Böhmer. Von da aus zum Friedhof: Gedenken an die Verstorbenen. Dann sind die Steppkes dran: Erst der Kindergarten Entenhausen, dann St. Pankratius und danach der Flohzirkus im Haus des Gastes. 

Steppkes dürfen auf dem Bären reiten

Die Kleinen warten schon ganz gespannt aufs große und kleine Dreigestirn, auf die Herölde, die Bären und den Bärenlaier. Alle haben bunte Kostüme an: Hexen, Zauberer, Löwen, Füchse, Clowns, Piraten, Feen, Prinzessinnen und flotte Käfer – der Fantasie sind auch dieses Mal wieder keine Grenzen gesetzt und alle Kinder schreien dreimal laut „Helau!“, als der lange Tross eintrifft. 

Gebastelt haben sie für den hohen Besuch, und jeder bekommt was Knuffiges aus Karton umgehängt. Prinz Marc (Gröne), Prinzessin Ellen (Hartung) und Adju Wigbert (Schockenhoff) lassen sich nicht lumpen: Sie haben reichlich Orden mitgebracht für die kleinen Jecken. Soll sich schließlich jeder erinnern können an die fulminante Session mit den „Lümmels“ – so heißt die Wagenbautruppe, die in diesem Jahr den Elferrat stellt. Großes und kleines Dreigestirn und die Traditionsfiguren werden vorgestellt in den Gruppen, dann wird getanzt, gesungen und geschunkelt: Die Kleinen haben ihren Spaß, vor allem, wenn sie mal auf dem Bären reiten dürfen. Kai Ebbert steckt in diesem Pelz und macht bereitwillig alle Späße mit. 

Körbecke im Ausnahmezustand: Hier gibt´s alle Infos 

Es geht hinüber zum Seniorenwohnheim: „Wollen wir mal sehen, ob die Körbecker feiern können“, sagt der Hausleiter von St. Elisabeth. Nun gut, er kommt nicht von hier, aber da kann er sich erst mal was anhören von den bunt kostümierten Senioren und dem närrischen Tross – Musik, zwo, drei und unterhaken zum Schunkeln! 

Von der Pflegeleitung hat jemand aufgepasst und weiß: Prinz und Prinzessin sind doch höchst talentierte Gardetänzer. Na, wie wär’s mal mit ein paar Takten – „och bittebitte?“ Adju Wigbert stehen die Haare zu Berge: „Beinchen hoch und dann Spagat? Wie wär’s denn mit Walzer stattdessen?“ Glück gehabt: Sie einigen sich auf „Dans op de Deel“, und schon geht’s im Galopp kreuz und quer durch den Saal. Die Senioren klatschen flott den Takt. Und einen Walzer gibt’s hinterher. Alle sind selig: So dürft’s bleiben, und Aschermittwoch wird verschoben auf irgendwann im Jahr... 

Wir haben uns an der Stelle ausgeklinkt. Die Karawane zieht weiter: zur Volksbank, dann zum Rathaus, anschließend zu Antonius Alteköster zum Gratulieren – er war vor 60 Jahren Prinz, und das bleibt man ein Leben lang, auch wenn die eigene Session auf dem Kalender gelaufen ist. 

Am Dienstag ist der Umzug

Am Nachmittag ist dann Zeltabnahme auf dem Pankratius-Platz: Die „Hannebummels“, Prinzentruppe vom vergangenen Jahr, sie waren für den Aufbau verantwortlich. Eine spaßige Parade soll es auch noch geben und anschließend ein Fässchen Bier. Vielleicht hat danach noch mancher bei Helmut in der Post vorbeigeschaut, ob die Luftschlangen richtig herum hängen für den großen Tag am Fastnachts-Dienstag. 

Ab 10.11 Uhr rollen die Wagen und alles, was Spaß inne Backen hat, trifft sich am Pankratiusplatz zum Kamellesammeln, Bützchen verteilen und zum Schunkeln. Zwischendurch gibt’s auch viel zu lachen: Bei der zweiten Runde machen alle Truppen einzeln Halt vor´m Prinzenwagen, der am Rathaus parkt, und spielen lustige „Stückskes“ vor.

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