Familiäres Baumpflanzen: Kleine Hände bringen Mammutbäume in die Erde

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Familientreffen und Arbeitseinsatz: Drei Generationen der Familie Bockum-Dolffs pflanzten junge Mammutbäume, die in einigen Jahren schon so groß sein werden wie das (eingezäunte) Prachtexemplar, das die Arbeitsgruppe hier in ihre Mitte genommen hat.

Möhnesee – Es wird ein paar Jährchen dauern, aber dann werden den Kindern, die da am Wochenende Hand und Spaten anlegten, die jetzt noch unscheinbaren kleinen Bäumchen weit über die Köpfe gewachsen sein, die sie in die Erde brachten. Kein Wunder, diese kleinen Bäumchen werden schließlich einmal ausgewachsene Mammutbäume – und sie sollen einmal genau da einen robusten neuen Wald entstehen lassen, wo sich heute ein wirklich trostloses Bild des Kahlschlags bietet.

Es war eine Mischung aus Familienausflug und Arbeitseinsatz, bei allem Spaß und einem Hauch von Abenteuer auch mit einem ernsten Hintergrund und durchaus „schwerem Gerät“ im Einsatz, die die Gruppe von Kindern und Erwachsenen da am frühen Sonntagvormittag oberhalb Völlinghausens in die Nähe des Rennweges führte. 

Die Idee dazu hatte Florens von Bockum-Dolffs gehabt: Er ist Waldbesitzer – besser gesagt: Besitzer eines Teils von dem, was Borkenkäfer und Trockenheit südlich des Möhnesees noch vom Wald übrig gelassen haben – und mit seiner Frau Gastgeber für ein jährliches Familientreffen, zu dem auch Verwandte aus Norddeutschland anreisen. Das wird traditionell nicht nur für gesellige, sondern auch für gemeinsame lehrreiche Unternehmungen genutzt - in diesem Jahr dafür, das Ausmaß des Waldsterbens in der Region nicht nur mit eigenen Augen zu sehen, sondern auch etwas dagegen zu unternehmen. 

Fast zwei Dutzend Setzlinge, einige Rollen Zaun (um Wild vom Naschen der jungen Triebe abzuhalten), leichte Hacken und Spaten und deutlich schwerere Technik, um die Pfähle ringsum in den Boden zu treiben, sowie einige Stunden Zeit – mehr brauchten Kinder und Eltern nicht, um in durchaus schweißtreibender Arbeit den Anfang für einen zukünftigen kleinen Wald zu machen. 

Wie sich die jungen Bäume entwickeln, werden die nur geringfügig älteren Pflanzer im Auge behalten: Alle übernahmen Patenschaften für jeweils einen Baum – und eine Urkunde gab´s ebenfalls. 

Und das soll tatsächlich „nur“ ein Anfang gewesen sein: Florens von Bockum-Dolffs hofft auf außerfamiliäre Nachahmer und hat deshalb die Aktion „Mein Baum für die Zukunft des Waldes am Möhnesee“ initiiert. 

Wie genau es möglich ist, latente Betroffenheit über die Folgen des Klimawandels für den Wald in einen richtigen kleinen Mammutbaum zu verwandeln, dazu gibt es Infos auf der Seite www.haus-voellinghausen.de.

Das leisten Bäume

Jeder Baum entzieht der Atmosphäre CO2. Die Speicherung von CO2 setzt sich fort, wenn das Holz etwa für Neubauten, Modernisierungen, Anbauten oder Möbel verwendet wird, da der enthaltene Kohlenstoff auf diese Art und Weise gebunden wird. Jeder gepflanzte Baum trägt aktiv zum Klimaschutz bei, denn er verbessert die Luft und ist Holz- und Holzproduktespeicher, indem er CO2 bindet.

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