Marc Gröne und Ellen Hartung

„Erinnerungen fürs Leben“: Vor 20 Jahren Tanzpaar - heute Prinz und Prinzessin

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Dazwischen liegen rund 20 Jahre: Die Aufnahme links stammt aus dem März 2000, das Bild rechts ist kürzlich entstanden.

Körbecke – Warum die Prinzessin Rad geschlagen hat beim Schützenfest, so lange und immer doller, bis die Garde-Trainerin Margreth Beerwerth endlich hingeschaut und die kleine Ellen als Tänzerin ausgewählt hat? Erzählen wir hier.

Aber der Reihe nach, denn die Geschichte beginnt schon vorher mit einem frisch herausgeputzten Kapitän, einem Steppke, der schon früh die Bühne stürmte: Mit sechs Jahren hüpfte Marc Gröne in die Uniform, streckte die Beine und marschierte die Front der Mädels auf und ab – und alle in der Möhneseehalle haben sich gefreut, „Bravo!“ gerufen und lange applaudiert für die Garde, den Knirps und Margret Beerwerth. 1990 war das.

Zugaben mussten der kleine Mann und die Mädchen geben, so sehr haben sich die Leute gefreut. „War schon ein tolles Gefühl, so als erster Junge bei den Tanzgarden“, sagt Marc Gröne, wenn er heute in den Fotoalben blättert. Einen Bart trägt er inzwischen, zum Prinzen haben sie ihn gemacht in dieser Session und er regiert die Narren zusammen mit Prinzessin Ellen (Hartung), die über das Tanzen und das ganze Drumherum mindestens genau so viele schöne Geschichten erzählen kann: Prinz und Prinzessin waren von 1993 bis 2002 das allererste Garde-Tanzpaar im Körb’ker Karneval, und sie sagen wie ganz viele im Ort: „Ohne die Garden, ohne die Showtanztruppen, da wäre der ganze Karneval nur halb so schön!“ 

Wege trennen sich wegen Wehrpflicht

Hätte es die Wehrpflicht damals nicht gegeben, die beiden hätten sehr gerne noch ein paar Jahre weitergetanzt. „Das hat von Anfang an gut bei uns gepasst“, sagt die Prinzessin im Rückblick. Sowas bleibt, auch wenn sich irgendwann die Wege trennen. Marc Gröne wurde 2002 eingezogen zur Luftwaffe nach Bayreuth, Ellen Hartung tanzte noch bis 2007 bei der Seniorentanzgarde. Nach ihnen waren Simon Berg und Hanna Schulte sowie zuletzt Elias Raddatz und Theresa Eckhoff Tanzpaar bei den Garden und heimsten ebenfalls viel Applaus ein für ihre Auftritte. 

„Da steckt Arbeit drin“, wissen Prinz und Prinzessin noch wie heute: „Zweimal die Woche strammes Training, Extrastunden bei Profi-Trainern – man hat uns eine große Karriere vorhergesagt, aber wir haben leider nie ein großes Turnier getanzt...“ 

Frage von Schwung und Technik

Für den Anzeiger haben Marc und Ellen den Kräfte zehrenden „Schultersitzer“ von einst nachgestellt. „Eine reine Frage von Schwung und Technik. Reine Vertrauenssache“, sagt Ellen Hartung und ist schon wieder schwuppdiwupp in Position. Bis auf ein Mal ist es auch immer gut gegangen – da ist sie abgerutscht und auf die Knie gefallen. „Ich habe die Zähne zusammengebissen und weitergetanzt“, erinnert sich die Prinzessin: „Das Adrenalin macht, dass Du nichts merkst. Hinterher hatte ich zwei Wochen Pause.“ 

„Adju“ Wigbert (Schockenhoff) muss unbedingt mit aufs Foto, sonst wäre das Dreigestirn ja nicht komplett. „Mit Tanzen habe ich bis auf Walzer und Discofox nichts am Hut“, sagt er. Hilft aber nicht viel, denn sein Auftritt ist schon eingeplant für nächstes Jahr: „Dann haben wir zehnjähriges Bühnenjubiläum“, witzeln Marc und Ellen. „Und als altes Dreigestirn müssen wir zusammen mit dem Elferrat noch mal auftreten. Also: Wir tanzen.“ Der Adju schluckt: „Klar.“ Viel Arbeit liegt da vor ihm: „Tanzen im Karneval, das ist knallharter Sport“, wissen Prinz und Prinzessin noch von früher aus ganz langen Trainingsstunden – erst mit Margret Beerwerth, später dann mit Petra Eckhoff, die heute das Trainerinnen-Team leitet. 

Die Proklamation

In Erinnerung geblieben ist beiden, wie sehr sich immer alle um sie gekümmert haben, wie nah sie an alle herandurften, die im Karneval wichtig sind, und alle haben sich gefreut, wenn sie zusammen im Gardekostüm auftauchten. „Mit allen Dreigestirnen und mit jedem Elferrat haben wir das so erlebt, und wir waren immer willkommen am Prinzentisch. Das sind Erinnerungen und Gefühle fürs Leben“, sagen beide. Bühnen betanzt haben sie viele – ein unvergesslich schönes Glanzlicht war immer der Auftritt in Soest: „Lachende Stadthalle“, das feierten die damals dort noch ganz groß. 

„Wenn wir Körbecker da alle aufmarschiert sind mit den Tänzerinnen, mit dem ganzen Tross, dann ging’s aber so richtig los, da waren alle aus dem Häuschen“, erinnert sich Marc Gröne mit glänzenden Augen. Ellen Hartung weiß noch genau: „Marc hat mich getragen, ich thronte hoch über den Köpfen der Leute im Schultersitzer, ganz so wie beim Kölner Karneval – und so sind wir grandios eingezogen in die Stadthalle, ein unglaubliches Gefühl ist das. Auch so etwas vergisst man nicht.“ 

Wiedersehen an Weiberfastnacht

Wie es so ist, jetzt als Prinz und Prinzessin dem Narrenvolk zuzuwinken, den treuen Freund Wigbert als „Adju“ an der Seite? „Grandios!“ Ein Wiedersehen mit allen dreien gibt es am Donnerstag zur Weiberfastnacht in der Möhneseehalle und noch einmal ganz groß beim Umzug nächste Woche am Fastnachtsdienstag. Helau.

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