Geplante Anlage am Möhnesee

Entscheidung steht an: CDU will gegen Hähnchen-Mastställe stimmen

Ein Berlingser Landwirt will in der Nähe des Haarwegs zwei große Ställe für Aufzucht und Mast von bis zu 80000 Hähnchen bauen.
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Ein Berlingser Landwirt will in der Nähe des Haarwegs zwei große Ställe für Aufzucht und Mast von bis zu 80000 Hähnchen bauen.

Der Bauausschuss hatte sich bereits gegen den geplanten Bau von zwei Mastställen bei Berlingsen ausgesprochen, am kommenden Donnerstag muss der Gemeinderat diskutieren und entscheiden, ob er gegenüber dem Kreis Soest als Genehmigungsbehörde sein Einvernehmen erteilt oder nicht.

Die SPD hat bereits angekündigt, im Rat für den Mastbetrieb stimmen zu wollen. Jetzt äußert sich auch die zahlenmäßig stärkste Fraktion der Möhneseer Politik: Die CDU will die geplante Anlage zwischen Körbecke und Berlingsen ablehnen. Die Fraktion der Christdemokraten hält den Standort auf der Haar „nicht für geeignet“, weshalb die Gemeinde ihr Einvernehmen zu dem Projekt verweigern solle.

CDU-Ratsherr Michael Grabs verweist auf mögliche Geruchsbelästigung und Gesundheitsgefahren. „Im Umkreis von 1000 Metern um die geplante Anlage liegen neben den Wohngebieten in Körbecke, Berlingsen und Büecke auch besonders schutzwürdige Einrichtungen wie Schulen, Kindergarten, Altenheim und Sportstätten.“ Diese seien je nach Windrichtung von Keimen, Geruch und Bioaerosolen betroffen. Auch die Verkehrsanbindung sei unklar. „Bis zu 350 schwere Lastwagen jährlich sollten nicht über zwei Radwege der Gemeinde rollen“, heißt es in einer Mitteilung der CDU.

Ethische Bedenken

Die Körbecker Ratsfrau Marion Lepold verweist zudem auf Gefahren für das Trinkwasser. „In direkter Nachbarschaft zur geplanten Anlage liegt der Wasserspeicher der Lörmecke Wasserwerke. Dieser zieht Frischluft aus der Umgebung. Durch die ungefilterte Abluft der Mastanlage drohen Feinstaubbelastungen und entsprechende Gesundheitsgefahren.“ Das Emissionsgutachten, das auf Daten einer 65 Kilometer entfernten Wetterstation am Eggegebirge beruht, hält die CDU für fehlerhaft.

Kritische Stimmen gibt es auch zum Tierwohl. Ein Stall mit 80 000 Hähnchen – noch dazu ohne Abluftreinigung – sei nicht zeitgemäß. Der Wunsch des Landwirts nach Investitionen in seinen Betrieb sei zwar zu respektieren. Am geplanten Standort werde aber auch ein erfolgreicher Obstanbau in direkter Nachbarschaft in der Existenz bedroht. Auch diese ethischen Bedenken führen zur Ablehnung des Projektes durch die CDU.

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