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Nach der Ablehnung durch die Bezirksregierung: Rückschlag, aber noch kein Knockout für Maststall-Pläne

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Von: Achim Kienbaum

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Feldflur für Maststall in Berlingsen
Im Landschaftsschutzgebiet nahe Berlingsen will ein Landwirt in großem Stil Hähnchen mästen. Ob er dafür die nötige Genehmigung erhält, wird derzeit geprüft – entschieden ist noch nichts. © Peter Dahm

Für die Bezirksregierung ist klar: Die beiden Mastställe, die ein Berlingser Landwirt nördlich des Ortsteils bauen will, sind nicht genehmigungsfähig. Sie passen nicht in die Landschaft, weil sie schlicht zu groß sind. Das heißt aber offenbar nicht, dass das Projekt damit endgültig erledigt ist.

Berlingsen – Ende Juli hatte es der Kreis, der das umstrittene Projekt genehmigen muss, schriftlich bekommen: Aus Arnsberg hieß es damals, eine Prüfung habe ergeben, dass eine zwingend erforderliche „Privilegierung“ für den Bau der beiden Ställe nicht erteilt werden könne. Die aber ist nötig, weil der Bau in einem Landschaftsschutzgebiet erfolgen soll.

Als Grund nannte die Bezirksregierung damals die geplante Dimensionierung der beiden Ställe, in denen insgesamt rund 80 000 Hähnchen auf einer Grundfläche von insgesamt 100 mal 25 Metern gemästet werden sollten – mit rund 12 Meter hohen Kaminen. Das vertrage sich nicht mit dem Landschaftsbild ringsum, bemängelte die Behörde – ein schwerer Rückschlag, so schien es damals.

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Die Politik ist sich fast einig: Mit großer Mehrheit verweigert der Möhneseer Gemeinderat das Einvernehmen. SPD und FDP enthalten sich eher aus formalen als inhaltlichen Gründen.

Rückschlag ja, aber noch kein K.o.: Nach Angaben einer Sprecherin der Soester Kreisverwaltung sei noch keine abschließende Entscheidung über das Projekt als Ganzes oder auch die Ablehnung einer Privilegierung erfolgt. „Das Ganze ist derzeit in der Prüfung“, erklärte sie.

Dabei liegt der Ball offensichtlich beim Berlingser Landwirt: Der, so die Sprecherin, sei derzeit damit befasst, nicht nur den Einwand aus Arnsberg, sondern auch alle anderen im Zuge des bisher durchgeführten Verfahrens geäußerten Einwände gegen sein Vorhaben zu sichten und gegebenenfalls zu entkräften. Dafür hat er noch Zeit.

Anschließend werden dann die in großer Zahl eingegangenen Einwände und die Entgegnungen darauf, auch das gehört zum geordneten Ablauf des Verfahrens, gehört, gesichtet, bewertet und in eine abschließende Genehmigung oder Ablehnung des Projekts mit einbezogen.

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