SPD unterstützt Kandidaten

"Ein Glücksfall für die Gemeinde": Er will Bürgermeister von Möhnesee werden

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Jetzt ist es offiziell: Die SPD will Florian Kamp aus Echtrop (Mitte) als neuen Chef im Rathaus. Fraktions-Chef Gerhard Bruschke (links) und Ortsvereins-Vorsitzender Harald Beckers stellten den Kandidaten im „Möhnehof Sämer“ vor.

Völlinghausen – Der Anzeiger hatte das schon vor Weihnachten berichtet, jetzt bestätigt die SPD die Nachricht: Florian Kamp aus Echtrop will Bürgermeister in Möhnesee werden.

Der 45-Jährige hat reichlich Verwaltungserfahrung, die vergangenen 17 Jahre als Landesinspektor bei einer Oberbehörde, er tritt mit Unterstützung der SPD, aber als parteiloser Kandidat an. Kamp: „Ich finde, ein Bürgermeister sollte parteilos sein, und er muss immer mit allen Parteien im Gespräch sein.“

Schon am 16. Juli hat Kamp beim SPD-Chef Harald Beckers auf der Terrasse gesessen und sein Interesse bekundet. Seitdem haben die Genossen geschaut, ob die Chemie passt. „Das tut sie“, sagt Rats-Fraktionschef Gerhard Bruschke. „Der kommt von hier, der kann das, dem machst du kein X für ein U vor“, freut sich Harald Beckers über die Kandidatur.

Keine SPD-Politik

Bruschke unterstreicht: „Florian Kamp soll keine SPD-Politik machen – wir lassen ihm da viel Beinfreiheit: Wir müssen die Gemeinde im Rahmen eines Gesamtkonzeptes auf vernünftige Beine stellen. Wir müssen unsere Gelähmtheit überwinden. Der Bürgermeister soll nicht nur moderieren, sondern eigene Ideen entwickeln und Mehrheiten finden. Daran fehlt es ganz deutlich in Möhnesee, und auf diesem Weg wollen wir Florian Kamp unterstützen.“

„Als Kandidat ist er ein Glücksfall für die Gemeinde“, das war am Donnerstagabend Tenor der Vorstellung im Möhnehof Sämer: Kamp ist in Echtrop groß geworden, sein Vater Franz hat den SPD-Ortsverein mitbegründet und blieb den Genossen verbunden, auch wenn er später für die Bürgergemeinschaft im Rat saß. 

Zur Person

Florian Kamp ist verheiratet, Vater zweier Kinder und Landwirt im Nebenerwerb auf dem elterlichen Hof, in der Freizeit aktiv in Vereinen – vor allem kennt man ihn als Brandinspektor und Löschgruppenführer in Wamel. Kamp war Justizangestellter, arbeitete in Soest am Amtsgericht, studierte danach Agrarwirtschaft, wurde Diplom-Agrar-Ingenieur, begann 2002 seine Laufbahn beim Landesamt für Ernährungswirtschaft und Jagd im Fachbereich Agrarmarktüberwachung. Heute ist er Beschäftigter beim Landesamt für Natur, Umwelt, Klima und Verbraucherschutz (LANUV).

"Ich weiß, wovon ich rede"

„Ich komme aus der Verwaltung – ich kenne die Abläufe und Zusammenhänge, ich weiß, wovon ich rede und muss mich nicht erst lange einarbeiten, ich kenne die Fördertöpfe und weiß aus meiner Erfahrung, wie man drankommt, worauf man alles achten muss“, sagt Kamp – auch mit Blick auf die Regionale 2025 der Südwestfalen-Agentur: Es geht bei den Projektideen um die Stichworte „digital, nachhaltig und authentisch“.

Im Rathaus will Kamp als Verwaltungschef nicht alles umkrempeln, aber die Dinge gefühlvoll ändern – weg von viel Papierkram hin zur elektronischen Verwaltung mit kurzen Wegen. Ein moderner Arbeitgeber soll die Gemeindeverwaltung zudem werden, so will Kamp es einrichten: „Familienfreundlich und mit flexiblen Arbeitszeiten.“

Was machen die anderen Parteien?

Die Freien Demokraten haben wie berichtet alle drei Bürgermeister-Kandidaten befragt: Maria Moritz (BG, als Kandidatin aber unabhängig), Birgit Honsel (CDU) und eben Florian Kamp (parteilos). Am 23. Januar ist Ortsparteitag – dann soll entschieden werden, ob die FDP Florian Kamp gemeinsam mit den Sozialdemokraten unterstützt. 

Die Grünen und die Bürger-Gemeinschaft beraten noch, ob sie jeweils eigene Kandidaten aufstellen oder eine Unterstützung aussprechen.

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