Große Dürre am Möhnesee: Haben die Muscheln überlebt?

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Die Dürre des vergangenen Jahres hat die Muschelbänke trocken gelegt und die Tiere sterben lassen.

Möhnesee – Nach der Dürre im letzten Sommer säumten ganze Muschelkolonien die Uferbereiche des Möhnesees. Die Hüllen der abgestorbenen Tiere verbreiteten einen unangenehmen Geruch. Ein Jahr später stellt sich die Frage: Hat das Muschelsterben einen nachhaltigen Einfluss auf Fauna und Flora am Möhnesee?

Eine genaue Antwort auf diese Frage gibt es spätestens im Oktober. Anja Feige vom Landschaftsinformationszentrum (liz) ist regelmäßig draußen am See und beobachtet vor allem das Vorkommen der Zugvögel ganz genau. Derzeit sind es vor allem Gänse, die sie beobachtet. Interessant wird es im Herbst, wenn verschiedene Entenarten herkommen. „Die können bis zu sechs Meter tauchen“, sagt Anja Feige. 

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Genau in diesem Bereich stoßen sie für gewöhnlich auf ihre Nahrung, die Zebramuscheln. Sollten in diesem Herbst weniger Tauchenten registriert werden, liegt die Vermutung nahe, dass das Muschelsterben dabei eine Rolle spielt. Verlässliche Vergleichzahlen der letzten Jahre liegen vor. Weniger Probleme hat man beim Ruhrverband mit dem Muschelsterben in der Vorsaison. Sprecherin Britta Balt sagt sogar: „Es ist von Vorteil, wenn die Bestände dezimiert werden.“

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 Die eingewanderten Tiere seien dem ökologischen Gleichgewicht „nicht zuträglich“. Allerdings haben sie durchaus positive Effekte. Die Weichtiere filtrieren nämlich Wasser. Die Zebramuschel hat sich nach ihrer Einwanderung Ende des 18. jahrhunderts fest in Deutschland etabliert und taucht häufig in Kanälen, Brackwassergräben und Seen auf. Obwohl die Bestände in der Mitte des 20. Jahrhunderts rückläufig waren, scheinen sie nun wieder häufiger zu werden. Vor allem in Norden Deutschlands findet man noch größere Bestände.

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Leserfotos vom Niedrigwasser am Möhnesee Teil 1

Leserfotos vom Niedrigwasser am Möhnesee Teil 2

Niedrigwasser am Möhnesee

Gal

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