Der Disput um das Haus des Gastes in Körbecke geht in die nächste Runde

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Bleibt es stehen oder muss es Aldi und Rossmann weichen? Die Befürworter des HdG geben nicht auf.

Möhnesee - Mit einem Brief an den Rat der Gemeinde hat Einwohner Dieter Broschk seinen Einsatz für das Haus des Gastes bekräftigt. Er empfiehlt dem Rat, in der Sitzung am 16. Februar für den Erhalt des HdG zu stimmen, anderenfalls komme es zu einem Antrag auf Bürgerbegehren.

In dem Schreiben, das auch Aldi und dem Soester Anzeiger zugesandt wurde, fordert Broschk unter anderem die Erstellung eines Gutachtens über den Zeitwert des HdG. 

Einen Neubau von Aldi und Rossmann in Körbecke sehe er selbst sehr positiv für die Gemeinde und Umgebung, wenn dieser nicht mit der Vernichtung des Gästehauses und „Bürgerzentrums“ verbunden ist. 

Kritik übt Broschk an dem Gutachten zur Verträglichkeitsanalyse. Dies stütze sich im Wesentlichen nur auf zirka 10 Prozent der Käuferschicht, der einkaufenden Fußgänger, und sei damit ein „unbrauchbares Gefälligkeitsgutachten“. 

Auch von Aldi selbst sei in der Infoveranstaltung bekundet worden, dass 90 Prozent der Aldi-Kunden ihre Einkäufe mit dem Auto erledigen würden. 

Es sei unverständlich, so Broschk, dass sich die Verantwortlichen immer noch nicht zum Erhalt des Gästehauses entschlossen hätten, trotz der Bestrebungen, das HdG unter Denkmalschutz zu stellen oder der Aussicht auf ein Bürgerbegehren. 

Wichtige Gutachten würden fehlen oder seien unprofessionell, behauptet der Körbecker und erklärt im Übrigen, dass er die ihm vorgeworfenen „Halbwahrheiten“ und Unrichtigkeiten nicht feststellen könne. 

Demgegenüber verwies Bürgermeister Hans Dicke auf Nachfrage darauf, er habe Broschk bereits mehrfach dargelegt, dass Facebook-Eintragungen von ihm nicht oder nicht ganz der Wahrheit entsprechen würden. 

Verärgert zeigte sich Dicke über die Behauptung, die Gemeinde habe ein Gefälligkeitsgutachten erstellen lassen. Die Gemeinde habe keineswegs irgendeinen ihr genehmen Gutachter ausgewählt, sondern denjenigen, der bereits auf regionaler Ebene ein Einzelhandelsgutachten erstellt hatte. 

Tenor und Hauptgrund des Gutachtens sei zudem die Frage gewesen, welche Auswirkungen eine Ansiedlung von Aldi und Rossmann auf den Kaufkraftabfluss und bestehende Einzelhandelsstrukturen in den Nachbarkommunen habe. 

Die Standortfrage sei vom Gutachten vor allem mit Blick auf den zentralen Versorgungsbereich beantwortet worden und Giesen Wiese liege nun einmal außerhalb dieses Bereichs. 

Ansonsten, so Dicke, bleibe es dabei, der Rat werde voraussichtlich in der Sitzung am 16. Februar eine Grundsatzentscheidung treffen. Bis dahin werde sich auch Broschk gedulden müssen. 

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