Diesen Weg geht ihre Stimme bei der Wahl in Möhnesee

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Die Briefwahlumschläge stapeln sich in diesem Jahr auch am Möhnesee – fast jeder dritte Wahlberechtigte hat die nötigen Unterlagen angefordert und könnte seine Stimme damit bereits abgegeben haben.

Möhnesee – Das Wahlrecht ist ein kostbares Gut in einer Demokratie – entsprechend pfleglich wird mit den abgegebenen Stimmen umgegangen. Da darf nichts verloren gehen – ohne das Vertrauen in alle, durch deren Hände die Stimmzettel wandern, geht es nicht. Christoph Koch ist einer dieser Menschen. Der Fachbereichsleiter im Körbecker Rathaus besetzt gemeinsam mit einigen Kollegen das Wahlamt, die Schnittstelle zwischen Wähler und Gewählten und wird am Sonntag einige Überstunden ansammeln. 

Seit 2017 hat Koch zwar berufsbedingt schon einige Wahlen im Rathaus aktiv begleitet, es ist aber seine erste Kommunalwahl – und die hat im Vergleich zu Wahlen auf Bundes-, Landes- oder EU-Ebene durchaus ihre Eigenarten. Zum Beispiel mussten sie dieses Mal bereits die Wahlvorschläge auf ihre Rechtmäßigkeit prüfen – das fällt sonst in die Zuständigkeiten der anderen jeweils beteiligten föderalen Ebenen. 

Um sicher zu gehen, dass alles seine vorgeschriebene Ordnung hat, ist das Prozedere von der Stimmabgabe bis zur Bekanntgabe des amtlichen Endergebnisses genau geregelt.

Wahllokal 

Wer seine Wahlbenachrichtigung erhalten hat und nicht die Möglichkeit der Briefwahl genutzt hat, der kann am Sonntag im ihm zugewiesenen Wahllokal seine Stimme abgeben. Davon gibt es insgesamt 22, die gesamte Gemeinde ist in 15 Wahlbezirke eingeteilt. Bis Punkt 18 Uhr werden die Stimmen in einer Wahlurne, in größeren gibt es auch zwei, gesammelt und dann vor Ort ausgezählt. Sobald das Ergebnis dieser Auszählungen – für Kreistag und Landrat sowie für Gemeindeart und Bürgermeister – vorliegt, greift der Wahlvorstand zum Telefonhörer. 

Rathaus 

Gesprächspartner der Wahlvorstände im Körbecker Rathaus sind die vier Mitarbeiter des Wahlamtes. Sie tragen die Ergebnisse in spezielle Vordrucke ein, die sind dann wiederum „Zahlenrohmaterial“ für Koch und seinen Kollegen Hansjörg Siebert: Die beiden geben die jeweiligen Zahlen in ein EDV-System ein, das von allen Kommunen in NRW für diesen Zweck genutzt wird. Im Internet werden dann alle Ergebnisse in Echtzeit nach und nach eingehen und natürlich auch öffentlich abrufbar sein. 

Wann genau alle Stimmen am Sonntagabend ausgezählt und in das System eingepflegt sein werden, darüber will Christoph Koch nicht spekulieren. Klar ist aber: Bei aller Ungeduld wird auch dieses Mal wieder Sorgfalt vor Tempo gehen. 

Ebenfalls klar ist, dass die Reihenfolge der Stimmenauszählung zwar vorgegeben ist (erst die Kreisebene mit Landrat und Kreistag, dann Gemeindeebene mit Rat und Bürgermeister), darüber hinaus aber gilt: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst – und wird zuerst ausgezählt.

Trend geht zur Briefwahl

„Stell Dir vor, es ist Kommunalwahl – und keiner geht hin.“ Für eine immer größer werdende Gruppe wird das auch am morgigen Sonntag wieder gelten, dabei machen sie durchaus von ihrem Wahlrecht Gebrauch. Den persönlichen Besuch im Wahllokal ersparen sie sich aber – auch welchen Gründen auch immer. Stattdessen haben sich von insgesamt 9571 Wahlberechtigten rund 3100 Möhneseer ihre Wahlunterlagen schicken lassen. Bei der letzten Bundestagswahl waren es noch „nur“ rund 2500. Die Wahlbeteiligung lag 2014 bei 55,5 Prozent.

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