Gastro-Meile in Delecke

Gastronomie-Szene am Möhnesee: Lokal schließt, das soll alles neu kommen

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Wenn die Umbauarbeiten unter anderem für Außenterrasse fertig sind, wird das Eiscafé eröffnen.

Möhnesee – Wochenend’ und Sonnenschein, da ist der Möhnesee ein zugkräftiger Besuchermagnet. Fürs Wohlergehen der Menschen will natürlich auch gesorgt sein, und hier, speziell im Gastronomie-Bereich, tut sich derzeit einiges am See. Vor allem Delecke entwickelt sich mehr und mehr zu einer Gastro-Meile, die direkte Lage am See und die gute Erreichbarkeit lockt nicht nur Tagesgäste, sondern auch die Gastronomen. 

Das Eiscafé „Rocco“ im Seepark ist seit dem vergangenen Jahr ein beliebter Punkt für die Laufkundschaft in Körbecke geworden. Daneben entwickelt sich speziell Delecke zu einer regelrechten Gastro-Meile. Allerdings auch mit einigen Veränderungen. 

Neben dem etablierten „Geronimo“ und dem ebenfalls seit dem vergangenen Jahr neuen „Pier 20“ sollen in Delecke demnächst eisige Zeiten anbrechen: In den Räumen einer ehemaligen Galerie an der Linkstraße 25 wird derzeit mit Hochdruck daran gearbeitet, dass Ende des Monats oder spätestens Anfang Juli die Eisdiele „LaLuna“ eiskalte Erfrischungen anbieten kann. 

Italienische Eiscreme, aber auch Kaffee und Kuchen und Frühstück gehören zum gastronomischen Konzept des international operierenden Franchise-Unternehmens mit Sitz in Geseke. Die Eisdiele wird ganzjährig geöffnet sein und in den Sommermonaten neben dem rund 130 Quadratmeter großen Innenraum auch eine fast ebenso große Außenterrasse umfassen. 

Die Bauarbeiten laufen auf Hochtouren, berichtet Matthias Wunsch, der Eigentümer des Gebäudekomplexes. Veränderungen gibt es hier auch direkt nebenan. Das „Maxx am Möhnesee“ hat vor wenigen Tagen geschlossen. 

Das „Maxx am Möhnesee“, direkt neben dem neuen "LaLuna" ist derweil geschlossen, ein neuer Betreiber für die Gasträume wird gesucht.

Rüdiger Heising, zugleich Betreiber des Torhauses am Südufer, berichtet auf der Homepage des Maxx, dass das Lokal geschlossen ist. Matthias Wunsch bestätigt, dass ein neuer Betreiber für den Betrieb gesucht wird, noch sei dies allerdings nicht spruchreif. 

Daneben könnte in Delecke noch mehr Gastronomie entstehen, nämlich in der Nachfolge des einstigen Cafés Grüne. In dem modernen Neubau ist laut Immobilieninseraten unter dem Namen „Seeblick 21“ Platz für ein „Neues Szene-Restaurant oder Café inklusive Küche“ auf einer Gesamtfläche von 730 Quadratmetern. Nettokaltmiete gemäß aktuellem Inserat: 7.100 Euro. Hinzu kommen in dem Neubau Praxis- oder Kanzleiräume im ersten und im zweiten Obergeschoss. 

Gerüchten zufolge soll an der Restaurantfläche des „Seeblick 21“ die Gastronomie-Kette Gosch, bekannt vor allem wegen ihres Stammsitzes auf Sylt, interessiert sein. Die Gastronomie-Kette stellte auf Nachfrage jedoch klar, dass an diesen Gerüchten nichts dran sei. 

Immobilienmakler Marcus Trapp aus Düsseldorf war zu einer Stellungnahme über den Stand der Vermarktung des Neubaus nicht bereit. Er sei angewiesen, keine Informationen weiter zu geben. 

Auch ohne das noch mögliche Szene-Restaurant gibt es in Delecke mittlerweile eine geballte Ansammlung an Gastronomie: Das „Pier 20“ kommt auf jeweils zirka 150 Sitzplätze im Inneren und auf der Außenterrasse. Das „Geronimo“ kann bei Veranstaltungen Innen bis zu 250 Personen unterbringen, im Außenbereich mit Terrasse, Veranda und Biergarten sind mehr als 300 Sitzplätze vorhanden. 

Hinzukommen das bisherige „Maxx am Möhnesee“ und das neue Eiscafé „LaLuna“ mit rund 100 Sitzplätzen. Zieht man den Kreis etwas weiter, ergänzt noch das Hotel/Restaurant „Haus Delecke“ das Angebot. 

Ob das nicht ein bisschen viel an einem Platz ist? „Gastronomie am See funktioniert, wenn man ein Alleinstellungsmerkmal hat“, lautet die Einschätzung von Bürgermeister Hans Dicke. Als Beispiel verweist er auf „Rocco“ im Seepark oder demnächst das „LaLuna“, weil es in Delecke noch kein Eiscafé gibt. Das „Pier 20“ wiederum profitiere stark von den Besuchern des Strandbads. 

Wichtig sei aber auch, die vorhandenen Möglichkeiten behutsam weiter zu entwickeln. So werde sich die Lage direkt am See in Delecke sicher noch verbessern, wenn die einzelnen Punkte aus dem DIEK, dem Dorfinnenentwicklungskonzept, umgesetzt werden können. 

Ein Brennpunkt ist zudem die Parkplatzfrage mitsamt dem Verkehrsdröhnen an besucherstarken Wochenenden. Matthias Wunsch verweist darauf, dass die jeweiligen Gastronomiebetriebe entsprechend dem festgelegten Schlüssel Parkflächen nachweisen müssen; allerdings seien die Plätze oft keineswegs von den Gästen des jeweiligen Lokals belegt. 

Entlastung könnte/sollte immer schon der Parkplatz oberhalb der Linkstraße zwischen „Haus Delecke“ und „Pier 20“ bieten. Bürgermeister Dicke räumt aber ein, dass dieser Parkplatz vielen nicht bekannt, und vielen anderen nicht so angenehm ist. 

Nachgedacht werde deshalb unter anderem über eine verbesserte Ausschilderung und eine bessere fußläufige Anbindung, die eventuell zunächst als kurzer Wanderweg oberhalb der Linkstraße verlaufen könnte. 

Ein weiterer wichtiger Punkt ist angesichts der geballten Gastronomie in Delecke die Versorgung der Betriebe mit Personal. Die Crux bei einem Tagesziel wie dem Möhnesee: Im Sommer, bei schönem Wetter werden schnell viele Hände gebraucht, im Winter oder bei Regen und unter der Woche stehen sich die Servicekräfte die Beine in den Bauch. 

Erkennbar gilt hier übrigens auch: Konkurrenz belebt das Geschäft. So ist zu hören, dass einzelne Betriebe versuchen anderen die Mitarbeiter auszuspannen.

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