Dauerbaustelle Haus des Gastes: Möhnesee tut sich schwer mit einer Lösung

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Noch keine Lösung in Sicht: Dauerbaustelle Haus des Gastes in Körbecke.

Körbecke – Das Haus des Gates mitten in Körbecke bleibt politisch wie finanziell eine Großbaustelle. Immerhin haben jetzt Schul- und Bauausschuss in einer gemeinsamen Sitzung festgelegt: Für die Kita Flohzirkus soll hier mehr Platz geschaffen werden.

Und: In Kürze sollen erst mal verlässliche Zahlen auf den Tisch kommen, was Kita- und andere Umbauten so kosten würden. 

Wäre da nicht vor zwei Jahren der Bürgerentscheid gewesen, als 58 Prozent der Bürger den Erhalt des fast 50 Jahre alten Mehrzweckbaus durchsetzten, wäre der Komplex vermutlich längst – wie von den Befürwortern gewünscht – abgerissen. So taten sich nun beide Gremien schwer, die Zukunft des riesigen Hauses zu gestalten. 

Man tritt auf der Stelle, oder wie es FDP-Ratsherr Boris Cramer formulierte: „Wir diskutieren alle acht Wochen über den gleichen Scheiß!“ Dabei läuft allen die Zeit weg. „Wir müssen endlich in die Pötte kommen“, mahnte Maria-Luise Moritz von der BG. Denn die Kita brummt, sie würde gern ein oder zwei Gruppen mehr aufmachen, und auch die Spielgruppe im Keller erfreut sich großen Zulaufs. 

Ein von der Verwaltung beauftragter Architekt hat jetzt den beiden Ausschüssen sein Konzept für mehr Kita-Räume vorgestellt. Doch auch wenn es am Ende einen einstimmigen Beschluss gab, den Kindergarten mindestens auf 530 Quadratmeter zu erweitern, Nebenräume im Keller vorzusehen und vor allem für alle Lösungen handfeste Zahlen zu präsentieren, so recht zufrieden ist keiner mit dem Zwischenstand. 

„Extreme pädagogische Bauchschmerzen“ befallen etwa CDU-Ratsfrau Birgit Honsel, wenn sie an die vielen kleinen Nischen und Räume denke. „Es ist nicht das, was ich mir unter einer modernen Kita vorstelle“, findet auch SPD-Fraktionschef Gerhard Bruschke. 

Die Unzufriedenheit über die Architekten-Entwürfe für den Kindergarten ist aber nur die eine Seite der Medaille, mit der sich Politik und Verwaltung quälen. Die andere: Da wären noch die Bibliothek, die Mensa, der Bewegungsraum, der Musiksaal, die Kegelbahnen. Wenn man schon bei der Kita anfange, dürfe man das Gesamtkonzept im Haus nicht aus den Augen verlieren, verlangt Uwe Gronert (Grüne). 

Sein Fraktionskollege Uwe Beißner hat sich sogar die Mühe gemacht, ein eigenes Konzept für die Kita und den Rest des Hauses zu entwerfen. Im Kern rät er aus Kosten- und ökologischen Gründen zu einer großzügigen Kita auf zwei Ebenen im Südteil des Gebäudes, zumal das Untergeschoss kein muffiger Keller, sondern eine brauchbare Etage mit viel Licht von außen sei. Im Nordflügel könnte die Schulmensa platziert werden, in der Mitte die Bücherei. Das alles sollte mit möglichst überschaubarem Aufwand und variabel gestaltet werden. Denn niemand wisse, was die Zeit bringe und ob die Kita in zehn Jahren noch genau so viel Platz benötige wie heute. 

Stichwort Mensa, der Daueraufreger in Körbecke. Auch nach dem Grundsatzbeschluss, sie nahe der Schule neu zu bauen, sehen viele Politiker die Mensa auch künftig lieber im Haus des Gastes, wahlweise im Erdgeschoss oder im Keller. Bei so viel Ungereimtheiten bekam, wie er es nannte, Bürgermeister Hans Dicke zwischenzeitlich einen „dicken Hals“: „Wenn Sie dies oder jenes nicht wollen, sagen Sie es!“ Wichtig sei der Verwaltung nur, eine „Tendenz“ zu hören, damit sie weiterplanen könne. 

Ginge es freilich nach der Schule, ist die Mensa im Haus des Gastes sowieso schlecht untergebracht, Schulleiter Jörg-Martin Jacob meldete sich ebenfalls zu Wort und schilderte: Auf dem Weg von der Möhnesee-Schule zur Mensa habe sich schon so mancher Schüler verirrt und sei auf dem Pankratiusplatz gelandet.

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