Coronavirus im Kreis Soest

Wochenmarkt in Körbecke hilft auch den gebeutelten Schaustellern etwas

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Markt-Organisator und Gewerbevereinsvorsitzender Ralph Eckhoff besucht Wendlers Bonbon-Wagen.

Win-win-Situation und viele Premieren: Kirmes-Flair bereichert das Angebot auf dem Körbecker Wochenmarkt. Gerade gestartet, fällt er aber schon wieder aus - feiertagsbedingt. 

Körbecke - Schlange stehen auf Abstand, Mund und Nase mit Behelfsmasken bedeckt – es ist und bleibt alles ungewohnt und irgendwie unwirklich, das zeigen die Gespräche mit den Besuchern des Wochenmarktes in Körbecke auf dem Pankratius-Platz

Vor allem hat man's schön warm unter der Gesichtsbedeckung, wenn die Sonne so scheint wie am vergangenen Donnerstag und der eigene Atem Brillenträgern die Gläser beschlägt. Elf Stände waren dieses Mal aufgebaut. 

„Nur nette Leute“, lobte Marina Ettinger aus Unna – sie war mit ihrem Stand „Mama Rosa“ und dem italienischen Spezialitäten-Angebot von Salami über Käse und Gebäck bis hin zu würzigen Pasten und Saucen zum zweiten Mal in Körbecke. 

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Gleich nebenan hatte Alexander Wandel aus Hagen seine Spezialmaschinen aufgebaut: „Scheren schleifen ist eine alte Kunst“, erzählt er – und dass er schon in der sechsten Generation alle Feinheiten seiner Zunft beherrscht – vom Wellenschnitt, den nicht jeder anbieten könne, bis hin zur Mikrofeinverzahnung, wie sie etwa der Friseur für seine Scheren gebrauchen könnte.

Coronavirus im Kreis Soest: Bonbons sind Kult

Nebenan gibt es Gewürze, und dann riecht es schon nach Reibekuchen: Evi Schneider und Kevin Grimmer sind zum ersten Mal beim Markt am Möhnesee und froh, dass es was zu tun gibt: Der Terminkalender ist sonst voller – und vor allem bringen Volksfeste und Kirmes Umsatz.

„Wir kämpfen für die Allerheiligenkirmes“, sagen beide, ebenso wie Marita Müller-Wendler mit ihrem mobilen Bonbon-Paradies, das zwischen Winkelmann-Brunnen und Venezia steht: „Ich muss positiv denken, sonst bekomme ich noch Schnappatmung bei der ganzen Krise“, sagt sie zur aktuellen Lage. Bonbons von Wendler sind Kult auf vielen Märkten.

Und auch hier bringen vor allem die großen Volksfeste den Umsatz, sie müssen nur stattfinden – und wie es mit der Allerheiligenkirmes aussieht, das sei noch eine Wundertüte. „Alle bekommen sie Schutzschirme“, sagt Wendler zu den Umsatzeinbrüchen und den Kosten, die trotzdem weiterlaufen: „Die sollen mal bitte an uns Schausteller denken, und da ist es bei vielen mit 9000 Euro nicht getan…“

Coronavirus im Kreis Soest: Lächeln unter der Maske

Auch Wendler ist froh, dass sie wieder rausfahren kann: „Wir sind das erste Mal unterwegs in diesem Jahr mit diesem Wagen. Zuhause steht noch einer – der ist noch größer, aber wo sollen wir hinfahren damit?“ 

Ein paar Schritte weiter gibt’s Backfisch von Dietz: Nils Dietz und Kamil Darmetko haben gut zu tun. „Die Leute stehen schon Schlange, da hat der Wagen noch gar nicht aufgebaut“, sagt Ralph Eckhoff, Vorsitzender des Gewerbevereins und Mitorganisator des Wochenmarktes. 

Birte Groot vom Obsthof Abel strahlt unter der Maske – man sieht’s an den Augen. Sie scheint zufrieden mit dem Zuspruch, der Wochenmarkt hat sich etabliert bei den Leuten. Nächste Woche ist der Donnerstag ein Feiertag, da fällt der Markt aus.

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