Verwaltung will keine Tourismus-Sperre

Unverständnis und massive Kritik am Möhnesee - harte Forderung

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Mit Abstand in Ordnung: Besuchergruppen, die oft von weither an den Möhnesee kommen, sorgen derzeit für Unverständnis – wie hier am Möhne-Pavillon bei der Sperrmauer. Politik und Bürger ärgern sich.

Möhnesee - Die Gemeinde will ein Tourismus-Verbot am Möhnesee vermeiden. Das sorgt derzeit für viel Aufregung bei Politikern und Bürgern. Am Wochenende waren viele Auswärtige am See unterwegs - zum Unmut einiger Anwohner. Die erste Partei fordert jetzt weitere Sperrungen.

Anziehungspunkte wie die Seetreppe, die Sperrmauer oder der Möhnesee-Turm sollen weiter geöffnet bleiben. Die Begründung aus dem Rathaus: Man wolle nicht mehr verbieten, als die Landesregierung NRW vorgibt.

Das stößt bei vielen Menschen auf Unverständnis. „Falsche Entscheidung“, so der Tenor in den sozialen Netzwerken, wo seit unserer Berichterstattung wild über eine mögliche Ausgangssperre diskutiert wird. Eine allgemeine Sperrung sei zwingend notwendig, meint ein Leser: „Warum wird nur so zögerlich und am liebsten gar nicht gehandelt?“ Ein weiterer bringt es so auf den Punkt: „Es war noch nie so viel los am See wie letzten Samstag. Das war Wahnsinn an Menschenmassen. Ich bin für ein Tourismusverbot am See!“ Außerdem heißt es: „Trauriges Vorbild, liebe Gemeinde Möhnesee“. 

Nur wenige Facebook-Nutzer äußern Zustimmung gegenüber der Entscheidung: „Kontaktsperre, nicht Lebensgefühlsperre!“ Mit dem Motorrad oder als Paar stelle man keine Gefahr in Sachen Verbreitung des Virus dar.

Coronavirus im Kreis Soest: Partei fordert Verbote

Inzwischen gibt es auch erste Forderungen seitens der Politik: Die Bürgergemeinschaft (BG) Möhnesee fordert von der Verwaltung in einer aktuellen Stellungnahme „die Einleitung geeigneter Maßnahmen, um einen überörtlichen Besucherstrom zu reglementieren“. Christian Wolf als stellvertretender Fraktionsvorsitzender spricht von „enormen Besucherströmen“ am vergangenen Wochenende – „von Krisensensibilität keine Spur“. 

Es sei den heimischen Geschäftsleuten, die ihre Betriebe schließen mussten, nicht zu vermitteln, „finanzielle Einbußen bis hin zum Existenzverlust zu erleiden, wenn wir mit unserer touristischen Infrastruktur nach wie vor Anlaufstellen bieten, bei deren Besuch die Regeln des Infektionsschutzes ad absurdum geführt werden“, so Wolf. 

Der Ratsherr stellt klar: „Wenn der Möhnesee-Turm auf seinen Treppen und der Aussichtsplattform die Einhaltung der Regeln nicht ermöglicht und dieser nicht zu kontrollieren ist, ist dieser zu schließen.“ 

Gleiches solle zumindest an den Wochenenden für den Seepark und beispielsweise Parkplätze gelten. Als ebenso widersprüchlich empfindet die BG, dass Zoos geschlossen sind, während der Wildpark nach wie vor Besuchern offensteht. „Es geht auch um die Sicherheit der Einwohner Möhnesees.“

Im Kreis Soest wurde am Mittwoch der erste Todesfall im Zusammenhang mit dem Coronavirus bekannt.

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