Corona zwingt den King zur Zwangspause: Rio The Voice Of Elvis hofft auf 2021 

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Graceland ist weit, der See ist nah: Seit Rio The Voice Of Elvis wegen der Coronapandemie alle Touren absagen musste, hat er Zeit für lange Spaziergänge.

Ja, der King lebt. Aber derzeit nicht gut. Und auch nicht in Graceland, sondern in Günne. Dort hat Rio The Voice Of Elvis sein Zuhause, von dort aus startet er zu Tourneen von Las Vegas bis Lüdenscheid. Aber seit Corona die Weltbühne betreten hat, ist Elvis-Darsteller Rio, wie so viele Musikerkollegen auch, gezwungenermaßen verstummt. Fast neun Monate ohne Arbeit, das geht an die Substanz, vor allem an die wirtschaftliche. Aber aufgeben, das kommt nicht in Frage – stattdessen schmiedet er Pläne für ein Konzert, wie es Elvis sicher nie in den wohlfrisierten Kopf gekommen wäre.

Günne – Rio und seine Ehefrau Stefanie Heier, die auch seine Managerin ist, haben sich von Trends oder Widerständen noch nie entmutigen lassen. „Wir blicken immer nach vorn“, geht für sie die Show auch dann weiter, wenn eigentlich gerade nichts mehr weiter zu gehen scheint. Gastspiele in Las Vegas und Dubai, eine Italien-Tournee und eine Motto-Kreuzfahrt mit und für Elvis-Fans vor der schottischen Küste, Konzerte in großen Hallen und kleinen Clubs – alles war geplant, organisiert und gebucht, und alles fiel wegen Corona aus.

„Vieles wurde verschoben, da gibt es noch die Hoffnung, dass es irgendwann nachgeholt werden kann“, erklärt Rio. Aber wann das sein wird, das weiß niemand. Dabei steht die Tourplanung eigentlich schon bis einschließlich 2023. Musiker für die Band und das große Orchester, Hotels, Hallen und vieles mehr müssen langfristig und verbindlich gebucht werden. In Zeiten, wo nur sehr wenig in der Welt, gerade auch in der Musikwelt, verbindlich ist, sind diese Planungen aber kaum das Papier wert, auf dem sie gedruckt werden.

Was bleibt, ist die Hoffnung darauf, dass irgendwann die Vorhänge auf den Bühnen auch wieder auf gehen werden, viel Zeit für lange gemeinsame Spaziergänge um den See, auch Sorgen darüber, wie es weitergehen soll, wenn die Reserven erschöpft sind, versprochene Überbrückungshilfen vom Staat aber in andere Kanäle fließen – und jede Menge kreative Energie, die gerade in harten Zeiten raus muss.

„Es tut jedem Musiker in der Seele weh, wenn er nicht live auftreten kann“, erklärt Rio. Aber wenn es eben unmöglich ist, Fans zur Musik zu bringen, dann kann die Musik ja immer noch zu den Fans gebracht werden. „Ich arbeite an einer neuen CD, und während des Sommers habe ich ein paar Konzerte im Wohnzimmer gespielt, die dann auf Facebook geteilt wurden. Das ist richtig gut angekommen“, nennt er Beispiele.

Wenn das Elvis noch erlebt hätte: Am 13. Dezember spielt Rio ein Gospelkonzert - live , alleine am Piano und mit Publikum in aller Welt am Monitor.

So gut, dass er bald ein ganz besonderes Konzert online streamen will, auf das er sich jetzt schon freut. „Southern Gospel ist die eigentliche Wurzel des Rock'n'Roll, wie Elvis ihn performt hat“, erklärt Rio, warum seine Wahl für ein Vorweihnachtskonzert der etwas anderen Art auf diese Musikrichtung gefallen ist: Er alleine am Piano, und mit dabei alle, die sich ein Online-Ticket gesichert haben – eine weltweite Community, die in diesen Stunden zusammen kommt um etwas zu teilen, was, das hofft Rio, bald auch wieder live miteinander geteilt werden kann.

Was dabei herauskommen kann, hat er bereits 2004 erlebt, damals in einer RTL-Show mit Moderator Markus Lanz: „Wir spielten Gospel auf eine Weise, die sehr viele Menschen berührt hat“, erinnert sich Rio – so sehr offenbar, dass diese Show seither zu einem Klassiker im RTL-Vorweihnachtsprogramm geworden ist.

Das muss das Online-Konzert am 13. Dezember gar nicht werden – im Gegenteil: „Ein paar richtig schöne Stunden“, wünscht sich Rio, mit den Fans irgendwo da draußen, das wäre schon genug. Und dann, sehr gerne bald im neuen Jahr, endlich wieder loslegen, hinaus gehen auf die Bühnen, live spielen: das gute Leben leben, wie es der King in Graceland liebte - und der in Günne immer noch liebt.

Livestream am Piano

Für Rio wird es eine Premiere sein, wenn er am 13. Dezember um 16 Uhr zum Piano greift und ein Gospelkonzert gibt – live gestreamt hinaus in eine vorweihnachtliche Welt. Tickets dafür gibt es ebenfalls online, und zwar unter dem Link https://riothevoiceofelvis.reservix.de/.../event/1634538. 

Auf die Bühne zu einem Live-Konzert in der Region geht es voraussichtlich erst wieder am 27. März in der Werler Stadthalle (Tickets bei eventim.de).

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