Chalet-Hotel: Rat checkt ins Bauleit-Verfahren ein

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Das Tor aufstoßen für eine erfolgreiche Nachnutzung des Campingplatzes „Stockumer Eichen“, das ist das Ziel der Investoren für ein „Chalet-Hotel".

Möhnesee – Bei sieben Enthaltungen seitens der SPD-Fraktion (inklusive des FDP’lers in ihren Reihen) hat der Gemeinderat am Donnerstagabend beschlossen, das Bauleitverfahren zwecks Ansiedlung eines Chalet-Hotels am Südufer direkt zu eröffnen. Damit ist der Rat über den Beschluss des Ausschusses für Planung und Gemeindeentwicklung hinaus gegangen, dieses Gremium hatte am 26. September beschlossen, zunächst einmal das landesplanerische Einvernehmen der Bezirksregierung Arnsberg einzuholen.

Für den weitergehenden Ratsbeschluss, schon jetzt das Änderungsverfahren für den Bebauungsplan „Südlich des Stockumer Damms“ zu eröffnen, hatten sich Vertreter aller Fraktionen ausgesprochen. Eingebracht hatte den Vorschlag Ferdi Eickhoff (CDU), Fraktionskollege Klaus-Peter Teipel erinnerte daran, dass die Gemeinde seit 2015 über die Ansiedlung eines Hotels diskutiert; nachdem der Bürgermeister ohne greifbares Ergebnis mit diversen potenziellen Betreibern gesprochen habe, sei nun ein Investor bereit, das Projekt umzusetzen. 

„Von uns können Sie den Aufstellungsbeschluss kriegen“, erklärte Uwe Beißner (Grüne), und ähnlich äußerten sich Maria Moritz (BG) und Gerhard Bruschke (SPD). Grundsätzlich wolle man das Vorhaben nicht verhindern, so letzterer. Bisher seien im Planungsausschuss jedoch vor allem schöne bunte Bilder gezeigt worden, das sei keine Planungsgrundlage. 

Bürgermeister Hans Dicke betonte, auch mit Blick auf die rund 30 Zuhörer, dass mit dem Verfahren für Einwohner die Möglichkeit gegeben ist, Anregungen und Stellungnahmen abzugeben, die bereits vorliegenden werden ebenfalls berücksichtigt. 

Trotz des einmütigen Beschlusses blieb die Causa Chalet-Hotel in der Ratssitzung nicht ohne Misstöne. Eickhoff monierte, sekundiert von Ulrich Blank, dass der Investor von allen Seiten angegriffen werde, manche Äußerung von Bürgern, vor allem im Internet, sei geradezu unverschämt. Wenn das so weiter gehe, werde künftig kaum noch ein Unternehmer bereit sein, sich im Gemeinderat zu engagieren. „Dass die Leute so angegriffen werden, da habe ich kein Verständnis für“, so Eickhoff. 

Andere Ratsmitglieder verteidigten hingegen die öffentliche Debatte. Er habe kein Problem damit, wenn sich Bürger zu Wort melden, erklärte Uwe Beißner. Ähnlich Maria Moritz: Es sei das gute Recht der Bürger, auch mal lauter zu werden, sofern man fair bleibe: „Wenn wir wollen, dass die Bürger uns vertrauen, dann müssen wir ihnen zuhören. 

Antworten auf berechtigte Fragen zu geben, fallen der CDU und dem Investor allerdings offenkundig nach wie vor schwer. So stellte Harald Beckers (SPD) fest, er habe soeben erstmals von Eickhoff gehört, dass Fraktionskollege Hans-Jürgen Weigt der Investor des Chalet-Hotels sei. Klare und offene Antwort – Fehlanzeige. Stattdessen der Hinweis, so habe es im Anzeiger gestanden.

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