Chalet-Hotel: Anwohner der Stockumer Eichen haben viele Forderungen

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Die Mitglieder der Initiative „Zukunft Möhnesee“ haben bezüglich der Gestaltung des Chalet-Hotels einige Anmerkungen formuliert.

Möhnesee – Nachdem grundsätzliche Planungen für die Errichtung eines Chalet-Hotels auf dem ehemaligen Campingplatz „Stockumer Eichen“ im Ausschuss für Planung, Gemeindeentwicklung und Umwelt vorgestellt worden sind, haben sich jetzt die Mitglieder der Initiative „Zukunft Möhnesee“ zu Wort gemeldet. Einleitend stellen sie fest, dass die Vorstellung der Planungen durch den Bauherren und den Architekten wesentliche Bestandteile einer aussagekräftigen und somit bewertbaren Planung vermissen ließen.

Auffällig sei das Fehlen eines konkreten Lageplans, die Größe der Chalets werde nicht deutlich, zudem erscheine es als Widerspruch, wenn einerseits eine Nutzungskonzeption ohne störenden Verkehr auf dem Gelände verfolgt werde, im Gegenzug jedoch eine Stellplatzanlage an der Grundstücksgrenze zur vorhandenen Wohnbebauung geplant werde. Somit weiche die vorgestellte Konzeption deutlich von den Erläuterungen des Investors gegenüber der Initiative „Zukunft Möhnesee“ anlässlich eines Ortstermins am 21. September ab. 

Wörtlich heißt es: „Vor diesem Hintergrund einer einerseits (bewusst) lückenhaften Vorstellung der Planung und andererseits widersprüchlichen Ausführungen des Investors im Vorfeld betrachten wir mit großer Sorge die planerische Entwicklung und befürchten, dass durch ,Salami-Taktik’ hier in massiver Weise eine massive und hochverdichtete Bebauung Ziel des Investors ist.“ Zudem formuliert die Stellungnahme diverse Anregungen und Forderungen, kurz gefasst unter anderem: 

- Beschränkung der Grundfläche des Zentralgebäude mit Festlegung einer maximalen First- und Traufhöhe sowie Festsetzung der Geschossigkeit auf ein Vollgeschoss; 

- Beschränkung der Grundflächen je Chalet-Haus auf 50 bis 55 Quadratmeter Bruttogeschossfläche, Festlegung auf ein Vollgeschoss inklusive der First- und Traufhöhe bezogen auf die entsprechende Geländehöhe im Mittel. Auch die Zahl der Chalets sei festzulegen; 

- Keine Stellplätze an der Grundstücksgrenze zur Straße Stockumer Eichen; Unterbringung aller erforderlichen und gewünschten Stellplätze in der geplanten Tiefgarage; gegebenfalls maximal sechs bis acht „Pufferstellplätze“ im direkten Eingangsbereich; 

- Dauerhafte Erhaltung und Freihaltung des Waldes von jeglicher Nutzung und Festhalten an der rechtlichen Einstufung „Wald“; keine Zufahrt über die Forststraße durch den Wald.

Weitere Ausführungen betreffen die Lärm- und Lichtimmissionen, unter anderem durch den Restaurantbetrieb, die verkehrliche Anbindung und den Naturschutz. Der Baumbestand „Stockumer Eichen“ und „Löers Eichen“ sei durch Pflanzung von Hochstamm-Eichen zwischen den Chalets wieder herzustellen. Zudem soll eine Umnutzung oder Ausdehnung des angestrebten Bebauungsplans ausdrücklich ausgeschlossen werden, um zu verhindern, dass die genannten Forderungen zum Zwecke einer Ausweitung der Hotelanlagen unterlaufen werden. Außerdem soll die Ausweisung von neuem Bauland im Gebiet zwischen „Uferstraße“/„Stockumer Eichen“ und „Forststraße“ ausdrücklich ausgeschlossen werden.

Zum Ablauf des Bauleitverfahrens

Der APGU hat als zuständiger Fachausschuss an den Gemeinderat als Beschlussempfehlung für die Einleitung eines Verfahrens zur Änderung des Flächennutzungsplans und zur Änderung des Bebauungsplans „Südlich des Stockumer Damms“ gestimmt. Das letzte Wort hat der Gemeinderat, der das Verfahren als Tagesordnungspunkt 5 in seiner Sitzung am Donnerstag berät. 

Mit positivem Beschluss werden die Änderungsverfahren in Gang geleitet, danach erfolgt eine frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit durch die öffentliche Auslegung der Planungsunterlagen sowie die Beteiligung der Behörden. Während dieser öffentlichen Auslegung im Rathaus besteht für jedermann die Möglichkeit, Kritik, Anregungen und Ergänzungen zu formulieren.

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