Bürgerversammlung in Berlingsen

Bürgermeisterin will Gelbe Tonnen am Möhnesee

Dagmar Auspurg-Hackert wohnt seit sieben Jahren in Berlingsen. Die promovierte Historikerin und pensionierte Oberstudienrätin ist neue Ortsheimatpflegerin. Kreis-Heimatpfleger Norbert Dodt (links) überreichte die Ernennungsurkunde. Büeckes Ortsheimatpfleger Michael Klagges gratulierte ebenso - er wuchs in Berlingsen auf.
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Dagmar Auspurg-Hackert wohnt seit sieben Jahren in Berlingsen. Die promovierte Historikerin und pensionierte Oberstudienrätin ist neue Ortsheimatpflegerin. Kreis-Heimatpfleger Norbert Dodt (links) überreichte die Ernennungsurkunde. Büeckes Ortsheimatpfleger Michael Klagges gratulierte ebenso - er wuchs in Berlingsen auf.

Gelbe Tonnen für ganz Möhnesee und versenkbare Glascontainer, sogenannte Unterflur-Behälter. „Ich will das gerne zum Thema machen“, sagte Bürgermeisterin Maria Moritz bei einer Bürgerversammlung in Berlingsen.

Berlingsen – Die erste Bürgerversammlung seit Lockerung der Corona-Schutzmaßnahmen im Garten von Michael Grabs war am Montagabend mit 40 Personen gut besucht. Dreieinhalb Stunden sollte die Runde dauern. So viele Themen gab es. Es ging es um Hochwasserschutz und Kanalbau, um Platz für neue Familien und dafür endlich nötige Änderungen der Bausatzung, um Winterdienst und wieder einmal um zu hohes Tempo im Ort.

Bürgerversammlung: Neue Ortsheimatpflegerin

Mit der pensionierten Studienrätin und promovierten Historikerin Dagmar Auspurg-Hackert stellte sich zudem eine neue Ortsheimatpflegerin vor, die schon auf Berlingsens 800-Jahr-Feiern in zehn Jahren schaut.

Maria Moritz ging nach neun Monaten im Amt erstmals als „Neue“ im Dorf sehr ausführlich zu unterschiedlichen Themen ins Detail. Klaus Dünschede vom Bauamt beleuchtete zuvor Straßenkarten und Flurpläne, weil „Im Brandholz“ Kanalarbeiten anstehen und über Baurecht und Satzungsänderungen gesprochen werden soll.

„Neue Bauplätze sind überall auf den Dörfern wichtig, damit junge Leute im Ort bleiben können, damit gerade junge Familien zuziehen können“, unterstrich Ortsvorsteher Michael Grabs dazu. Und weiter: „Gerade Corona hat gezeigt: Man kann auf dem Land wunderbar von zuhause aus arbeiten – da wird natürlich auch Berlingsen als neue Heimat interessant. Das Internet hier läuft gut, Videokonferenzen klappen problemlos. Ich kenne das ja von mir selber.“ Klaus Dünschede: „Wir laden zum Schutz vor Hochwasser, zu den Kanalarbeiten und zum Baurecht gesondert zu einer Bürgerversammlung ein.“

Gelbe Tonnen könnten den Berlingsern in der Tat gefallen: Dass die Gelben Säcke gerne durch die Gegend fliegen, stört viele. Dass der Platz rings um die Glascontainer in einer Kurve mitten im Ort zugemüllt wird, ärgert nicht nur den Grundstücksbesitzer. Ob die Gemeinde nicht den Stellplatz pflastern könne, fragte nicht nur der Ortsvorsteher: „Das ließe sich dann besser reine halten.“ Unterflurcontainer könnten was Schönes sein, sie seien aber wohl kaum bezahlbar.

Bürgerversammlung: Kritik am Winterdienst

„Container unterirdisch, das wird es im ganzen Kreis nicht geben können“, das sagt Nikolaus Windsheimer von der Entsorgungswirtschaft Soest auf Anzeiger-Nachfrage dazu: „Da fehlt schlicht die Logistik.“ Gelbe Tonnen, da könne man frühestens 2023 mit der Diskussion beginnen: „Die Verträge mit den Dualen Systemen laufen bis 2025.“ Windsheimer wird deutlich: „Auch darüber hinaus sehe ich im ganzen Kreis keine Chance für Gelbe Tonnen. Die sind bei den Dualen Systemen auf Effizienz und Sparen aus, was anderes zählt nicht, auch wenn die Leute glauben, es gehe bei der Mülltrennung um die Umwelt. Das tut es nicht, auch wenn Müll trennen den Menschen ein gutes Gefühl macht: Der größte Teil noch so sauber getrennten Mülls ist nicht wieder verwertbar, das bemängeln wir als ESG seit Jahren. Über die Fragen von Fehleinwürfen bei Gelben Tonnen brauchen wir gar nicht erst zu reden. Es geht bei der Frage ,Tonne oder Foliensack?‘ rein ums Geld.“

Winterdienst war auch eins der Themen: „Seit einigen Jahren wird schon nicht mehr geschoben in Berlingsen, bei Glatteis bricht man sich die Knochen“, lautete die Kritik: „Ich erwarte da endlich einmal Vorschläge von Politik und Verwaltung“, unterstrich Michael Grabs, selber übrigens CDU-Gemeindeverbandsvorsitzender und Ausschussvorsitzender „Technik“ im Rat, im Gespräch mit unserer Zeitung: „Aber jetzt bitte nicht zwei Räumfahrzeuge für teuer Geld anschaffen und fünf Leute anstellen.“

Anhaltendes Ärgernis bleiben die, die zu schnell durch den Ort fahren. Aus Richtung Lendringsen kommend, rauschen die Leute mit einer Geschwindigkeit von deutlich jenseits 60 Stundenkilometern in den Ort, ergab eine Mess-Serie. Eine zweite hat ohne Wissen des Ortsvorstehers stattgefunden, irgendwo in der Ortsmitte. „Falscher Standort“, bemängelten viele: „Am Ortsausgang Richtung Haar, da muss man messen, denn auf dem Weg dahin, da geben die Leute zu viel Gas, und unsere Kinder sind in Gefahr. Wir haben doch keine Bürgersteige längs der Straße!“

Bürgerversammlung: Mehr Sicherheit für Kinder

Die Sicherheit der Kinder auf dem Weg vom und zum Spielplatz in Richtung Ortsausgang und zur Haltestelle in der Ortsmitte hat auch Michael Grabs im Blick, wenn er fordert: „Wir brauchen einen sicheren Weg mit Abstand zur Straße, wo die Kinder entlanggehen können, ohne von Rasern gefährdet zu sein. Da müssen sich Politik und Verwaltung mal kümmern .“

„Wir können Warn- und Mess-Einrichtungen installieren“, berichtete Maria Moritz dazu von einem persönlichen Vorhaben: Es gebe Anzeigetafeln mit integrierten Messvorrichtungen, die sowohl die Geschwindigkeit als auch den Schalldruck von Autos, Lastwagen und Motorrädern erfassen können. Sie würde das der Öffentlichkeit gerne einmal getrennt vorstellen und erläutern. Ihre Gesprächspartner vom Naturpark Eifel seien zufrieden, freuten sich durch Messen und Anzeige auf den digital gesteuerten Tafeln über eine Halbierung des Schalldrucks nach etwas mehr als einem Jahr – das bedeute dann auch weniger Tempo. Moritz: „Ich möchte solche Geräte gerne zum Thema machen.“

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