Straßen.NRW bremst Aktion aus

Bürgerinitiative muss Banner gegen Raser am Möhnesee entfernen

Die Plakate am Stockumer Damm und am Südufer sollen entfernt werden – sie hängen dem Landesbetrieb zufolge schlichtweg an der falschen Stelle.
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Die Plakate am Stockumer Damm und am Südufer sollen entfernt werden – sie hängen dem Landesbetrieb zufolge schlichtweg an der falschen Stelle.

Stockum – „Ey Du, mach mal langsam!“ Noch hängen gut sichtbare Transparente einer Bürgerinitiative an der Kreuzung Seeuferstraße, Biberstraße und Stockumer Damm. Noch, denn die Banner werden die Aktiven jetzt wieder abhängen.

Start der Aktion war vor gut zwei Wochen. Vor allem Raser sollten damit angesprochen werden, Autofahrer ebenso wie Motorradfahrer, die bei schönem Wetter in immer größerer Zahl den See umrunden und sich schon auf der Anfahrt über die Zubringerstraßen keine Freunde machen. 

Der Grund dafür, dass die Transparente jetzt entfernt werden müssen, die Aktion ausgebremst wird: Der Landesbetrieb Straßen-NRW schickte einen zweiseitigen Brief mit Fotos und Lagekarten – die Banner am Damm und am Südufer seien bei aller Sympathie für die Ziele der Bürgerinitiative an der falschen Stelle platziert, auf „freier Strecke“, und sie würden Verkehrsteilnehmer ablenken, dadurch Sicherheit und Gesundheit der Fahrer gefährden. Man habe das der Initiative auch schon vorher mitgeteilt, erklärt Oscar Santos, Pressesprecher von Straßen-NRW. Es helfe nichts: Die Banner sollen weg, bis zum morgigen Freitag. 

Bürgermeister bittet Landrätin um Kontrollen

Auch Bürgermeister Hans Dicke bestätigt, man habe allen im Vorfeld gesagt, wo Banner aufgehängt werden dürfen. Von „zivilem Ungehorsam“ sprechen Aktive der Initiative – man hätte keine andere Möglichkeit gesehen, mal Druck auf den Kessel zu bekommen, die Leute deutlich zu gemeinsamem Protest einzuladen und letztlich alle Verkehrs-Entscheider an einen Tisch zu bekommen: Gemeinde, Kreis und Land. Das Ziel: Tempo runter, Lärmpegel runter, mehr Sicherheit in den Zufahrtstraßen und rund um den See. Einen Kreisverkehr an Seeuferstraße, Biberstraße und Stockumer Damm und gerne auch Querungshilfen – an einigen Stellen wäre dann Schluss mit „freier Strecke“. 

Aufs Gaspedal drücken sollen die PS-Protzer dort, wo sie niemanden gefährden und belästigen. „Wir setzen uns da gerne mit an einen Tisch, wenn wir eingeladen werden“, sagt Oscar Santos. Und Dicke: „Das Thema mit dem Verkehr am See, das begleitet uns seit Jahrzehnten.“ Er unterstütze die Wünsche der Bürgerinitiative. 

Aktuell habe er wie beauftragt Gespräche geführt mit zwei Professoren einer Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung. Studenten könnten aus den Bürgeranliegen ein Projekt machen, gangbare Konzepte entwickeln. Der Bürgermeister sagt, er habe ebenso Landrätin Eva Irrgang dringend um mehr Messungen am See gebeten. 

"Zeichen an markanter Stelle"

„Die Situation wird immer schlimmer, es werden immer mehr, die so fahren, die Krach machen mit ihren Autos und Maschinen, die rücksichtslos rasen. Das geht den Menschen hier vor Ort an die Gesundheit“, so Alfred Glaremin, Sprecher der Bürgerinitiative. „Wir wollten mit den Transparenten an markanter Stelle ein Zeichen setzen, die Diskussion um Verkehrslärm und Sicherheit wieder in Gang bringen – und wir laden alle in Möhnesee ein, sich uns anzuschließen, damit sich etwas ändern kann: Wir müssen drüber reden. Es ist allerhöchste Zeit!“

Demo auf dem Damm?

Die Bürgerinitiative will weiter Druck machen und mit eigenen Aktionen alle aufrütteln, die rund um den See rasen – oft genug auch in den Tod, wie die Berichte der vergangenen Wochen zeigen. Sprecher Alfred Glaremin sagt: „Eine Demo auf dem Stockumer Damm könnte ich mir vorstellen – wenn das bei den aktuellen Abstandsbestimmungen funktioniert und wenn die Leute vernünftig bleiben. Ich möchte nicht hinterher fürs Bußgeld geradestehen müssen. Aber tun muss sich was, auf jeden Fall!“

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