Widerstand gegen umstrittenes Projekt wächst

Jetzt machen Bürger mobil: Neue Initiative will Maststall in Berlingsen verhindern

Eine neue Bürgerinitiative will den Bau eines Hähnchenmastbetriebes unweit von Berlingsen verhindern.
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Eine neue Bürgerinitiative will den Bau eines Hähnchenmastbetriebes unweit von Berlingsen verhindern.

Dass die Politik nichts davon hält, dass ein Berlingser Landwirt unweit des Ortes zwei große Mastställe für die Aufzucht von bis zu 80 000 Hähnchen bauen will, ist klar. Aber auch in der Bürgerschaft regt sich Widerstand gegen das Projekt. Fünf Möhneseer wollen es jetzt mit einer Bürgerinitiative stoppen.

Möhnesee – Ganz neu auf dem kommunalpolitischen Parkett sind einige der Initiatoren nicht: Mit Hendrik Flöttmann, Cornelia Bornefeld-Gronert und Jana Henke gehört das komplette Vorstandstrio der Möhneseer Grünen zu den Gründungsmitgliedern. Allen drei ist aber wichtig, was Hendrik Flöttmann so formuliert: „Das ist hier keine Veranstaltung einer Partei, sondern eine ausdrücklich überparteiliche Initiative, um ein ganz konkretes Projekt zu verhindern, was auf breite Ablehnung in der Bürgerschaft stößt“.

So breit wie die Front der Kritiker sei offenbar auch die Palette der Gründe für die Kritik, haben er und seine Mitstreiter festgestellt: Tierschützern ist die massenhafte Haltung ein grundsätzlicher Graus, Anwohner befürchten Einbußen ihrer Lebensqualität durch Immissionen aller Art oder zusätzlichen Verkehr. Andere haben vor allem planungsrechtliche und damit eher juristische Bedenken. „Wir wollen mit einer Bürgerinitiative die Möglichkeit bieten, über Parteigrenzen hinweg all diese Gründe gegen die Realisierung eines solchen Projektes zu bündeln und damit dazu beizutragen, dass dieser Betrieb nicht gebaut wird“, erklärt Flöttmann.

Ein wichtiger Baustein bei dieser Arbeit soll das Thema Information sein – sie einem größeren Kreis von Interessierten zu vermitteln, ist bekanntlich in diesen Zeiten alles andere als leicht. Das Quintett will dazu die technischen Möglichkeiten bieten, die zu diesem Zweck längst auch in anderen Zusammenhängen gerne genutzt werden. „Am 11. Februar werden wir ein Webinar anbieten, bei dem Teilnehmer online zusammen kommen und wir unter anderem mit der Verpflichtung einer fachkundigen Referentin offene Fragen beantworten wollen“, so Flöttmann.

Details dazu sollen in den nächsten Tagen geklärt und dann auf einer Website veröffentlicht werden, die ab Montag frei geschaltet sein wird: Unter www.nachhaltigelandwirtschaft.eu will die Bürgerinitiative dann dort sowohl über das geplante Projekt, als auch ihren Widerstand dagegen informieren. Dort wird es dann auch Möglichkeiten geben, mit Mitgliedern der Initiative in Kontakt zu treten.

Übrigens: Quasi parallel zum Webinar der neuen Bürgerinitiative, die noch keinen Namen hat, tagt am 11. Februar auch der Gemeinderat. Er muss abschließend darüber beraten und entscheiden, ob die Gemeinde Möhnesee ihr Einvernehmen bei diesem Thema gegenüber dem Kreis als genehmigender Behörde erklärt – oder nicht.

Auf einer Fläche zwischen der Haar und dem Ortsteil Berlingsen will Landwirt Hendrik Bömer zwei große Ställe errichten lassen, in denen zusammen bis zu 80 000 Hähnchen gemästet werden sollen. Dafür benötigt er eine Genehmigung des Kreises Soest. Der wiederum beteiligt die Gemeinde Möhnesee im Rahmen des Verfahrens, indem er das Einvernehmen mit dem Projekt einholt. Verweigern kann die Gemeinde, formell fällt das in die Zuständigkeit der Bürgermeisterin, dieses Einvernehmen aus bauplanerischen Gründen. Der Kreis prüft alle anderen möglichen Einwände gegen ein derartiges Projekt und kann sich grundsätzlich über ein nicht erteiltes Einvernehmen hinwegsetzen.

Nach der Auslegung der Pläne sind bereits zahlreiche Widersprüche beim Kreis eingegangenen, sie werden voraussichtlich bei einem Termin am 28. April in der Möhneseehalle erörtert.

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