Bürgerbus ist ein Erfolgsmodell

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Der Bürgerbus Möhnesee kümmert sich seit vier Jahren darum, dass die Bürger von Ort zu Ort gelangen und mobil bleiben.

Möhnesee – Seit vier Jahren rollt der Bürgerbus durch die Ortsteile der Gemeinde Möhnesee. „Wir laufen nun im fünften Jahr und man kann sagen: Der Bücherbus ist ein Erfolgsmodell“, sagt Maria Moritz, 1. Vorsitzende des Vereins und Initiatorin des Bürgerbusses.

„Zuerst lief das neue Angebot eher schleppend an, die Möhneseer taten sich schwer mit dem Busfahren, weil sie nie Bus gefahren sind, aber das hat sich inzwischen geändert“, so Moritz. 

Monatlich nutzen zwischen 350 und 420 Leute den Mercedes-Sprinter, der Platz für acht Leute und einen Fahrer bereit hält. „Im Monat Januar wurden 384 Zustiege gezählt, das ist für den Wintermonat Januar recht viel“, freut sie sich.

Ziel des Vereins sind 600 Fahrten pro Monat. Doch dazu müsste auch das Fahrer-Team personell verstärkt werden. Im Augenblick zählt das Team der Ehrenamtlichen 23 Fahrer – das sei ein bisschen zu wenig, wenn auch mal jemand ausfällt und schnell Ersatz gefunden werden muss. „Optimal wären 30 Männer und Frauen, die sich hinters Steuer setzen – dann könnten wir auch wieder donnerstags nachmittags eine Tour anbieten“, hofft die Initiatorin, dass sich Interessierte finden. 

Die Donnerstags-Nachmittag Tour gab es schon einmal – doch der Fahrer hat aufgehört und so musste auch diese Tour eingestellt werden. „Anders als bei anderen Bürgerbussen fahren bei uns viele Berufstätige. Wenn sich dann beruflich etwas für unsere Fahrer ändert, haben sie manchmal keine Zeit mehr für uns. Aber das ist eben so“. Maria Moritz macht allen Interessierten Mut: „Ich selber fahre auch einige Touren und kann sagen: Es macht richtig Spaß und man bekommt viel Kontakt zu den Bürgern.“ 

Ziel des Bürgerbusses damals wie heute war und ist, die Verbindung der Dörfer der Großgemeinde Möhnesee untereinander zu sichern. „Es geht vor allem darum, dass sich Menschen, die kein Auto haben, schon älter und nicht so mobil sind, in der Gemeinde selbstständig bewegen können – und natürlich auch in den Zentralort Körbecke fahren können“, sagt Maria Moritz. Dort können sie dann ihren zweistündigen Aufenthalt zu einem Besuch beim Arzt oder dem Friseur oder auch zum Einkauf nutzen. 

Dienstagsnachmittag hilft Sonja Hengsbach den Senioren auf Anfrage beim Einkauf. „Es ist wirklich toll, zu sehen, wie der Bürgerbus dazu beiträgt, dass die Leute untereinander Kontakte pflegen. Schon die Busfahrt allein nutzen alle, um sich zu nett unterhalten.“ Völlinghausen und Wamel seien sehr gut über den öffentlichen Personennahverkehr an Körbecke angebunden, deshalb bräuchten die Bürger den Bus dort nicht so dringend, wie andernorts.

„Der Bürgerbus darf keine Konkurrenz zum ÖPNV sein.“ Mit öffentlichen Verkehrsmitteln abends aus Soest zurück in die Gemeinde Möhnesee zu gelangen, sei für viele Jugendliche schwierig, da die Busse abends nur noch selten fahren.

Samstags fährt ein Bus um 17.02 und um 0.35 von Soest nach Körbecke. Wer zu einer anderen Zeit fahren möchte, hat das Nachsehen. Der Bürgerbus fährt von Montag bis Samstag nach einem festen Fahrplan und an festen Haltestellen täglich zweimal vormittags und zusätzlich am Dienstagnachmittag. Er bedient drei Routen, jeweils von Körbecke aus: Die West-Route mit Günne und Delecke, die Ost-Route mit Echtrop und Ellingsen und die Süd-Route mit dem Südufer und Stockum.

Alle zwei Jahre kommen die Routen auf den Prüfstand. Im vergangenen Jahr wurde die Südroute erneuert. Neu hinzu kamen Haltestellen am Südufer wie der Minigolfplatz und das Torhaus. „Diese beiden Haltestellen werden im Sommer gut angenommen, die Bürger nutzten die zwei Stunden zum Minigolfen und zum Kaffeetrinken im Torhaus.“ Aufgegeben wurden die Ortschaften Wippringen, Büecke und Brüllingsen – dort sei zuletzt niemand mehr zugestiegen. Maria Moritz: „Wenn Bedarf ist, bitte melden, dann nehmen wir den Ort wieder in den Fahrplan auf.“

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