Britischer Segelclub: Letztes Salut an die Segler

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Zum letzten Mal wurden im Rahmen der Abschiedsfeier in einer feierlichen Zeremonie die Flaggen abgenommen.

Möhnesee – Wegen des Abzugs der britischen Streitkräfte aus Deutschland wird auch deren Segelclub am Möhnesee aufgegeben. Am Wochenende holten die englischen Segler und ihre Freunde aus der Gemeinde ein letztes Mal die Flaggen ein. In den nächsten Wochen wird noch aufgeräumt, dann geht das Grundstück an den Ruhrverband als Eigentümer zurück.

Würdevolle Abgang mit Stil, das können sie, die Briten. Das zeigte sich, als beim Segelclub der britischen Streitkräfte am Möhnesee ein letztes Mal die Flaggen eingeholt wurden. 

Brigadier Colonel Richard Clements, Kommandant der britischen Streitkräfte in Deutschland, und Lieutenant Colonel Robert Wells, Standortkommandant der britischen Streitkräfte in Paderborn, stehen salutierend vor dem Fahnenmast. Zwei altgediente Soldaten, auf deren Uniformrock kein Platz für auch nur einen einzigen weiteren Orden wäre, aber doch scheint es, als werde ihnen bei diesem finalen Akt ein wenig feucht um die Augen. 

Im Hintergrund steht Regiments-Piper David Moir im Schottenrock und mit Dudelsack. Als zweites Stück spielt er „Auld Lang Syne“, den Deutschen besser bekannt unter dem Titel „Nehmt Abschied, Brüder“. Langsam wendet er sich ab, geht Richtung Wasser und verschwindet hinter den Gebäuden. 

Der „British Möhnesee Sail Training Club“, kurz BMSTC, ist Geschichte. Wie mehrfach berichtet, bedeutet der sukzessive Abzug der britischen Truppen aus Deutschland auch das Ende für den Segelclub. Die Saison ist für die Engländer vorbei, jetzt geht es nur noch ans Aufräumen. Am Samstag machten die Briten die Schotten dicht. 

Clements geht nicht gerne. „Ich kam her als junger Major und habe erst vor gar nicht allzu langer Zeit meine Familie hergeholt“, erzählt er. „Der Club war nicht einfach nur ein Ort, an den wir zum Trainieren kamen. Er war ein Ort, an dem wir vor allem auch zusammenkamen, an dem wir eine Gemeinschaft aufbauen konnten.“ 

Eine, die nicht allein aus Briten bestanden hat: „Wir hatten rasch viele deutsche Mitglieder, und das hatte einen wesentlichen Anteil daran, dass aus dem Club das wurde, was es heute ist. Er war auch sehr hilfreich in der Entwicklung der englisch-deutschen Beziehungen.“ 

Clements’ Dank galt allen früheren und aktuellen Kräften, „denn sie haben es mir und meinen Vorgängern ermöglicht, diese Einrichtung am Laufen zu halten, besonders während der vergangenen arbeitsreichen Monate des Rückzugs nach Großbritannien“. Ebenso galt sein Dank den deutschen Freunden, mit denen man immer mal wieder Wassersportler und Ausflügler aus Seenot gerettet habe. 

Ähnlich äußerte sich Möhnesees erste stellvertretende Bürgermeisterin Birgit Honsel in ihrem Grußwort: „Mit Ihnen verlieren die Gemeinde, der Möhnesee und seine Segel-Gemeinschaften Freunde, die nie fremd waren, die die gemeinsame Geschichte mit und an der Sperrmauer immer versöhnend bewahrt und bei zahlreichen Gedenkveranstaltungen auch begangen haben.“

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