30 Aktive bei Banner-Aktion

"Brauchen keine Lärm-Terroristen": Bürger lehnen sich gegen Verkehr am Möhnesee auf

+

Stockum – Noch mehr Leute gewinnen und dann zeitgleich die Kreuzung am Stockumer Damm und den Kreisel in Delecke blockieren mit Leuten und Plakaten? Soll man sich derart querlegen, braucht es zivilen Ungehorsam, wenn sich trotz jahrelanger Beschwerden nichts ändert mit den „Lärm-Terroristen“ und Rasern rund um den See und in den Zubringerstraßen?

„Ja“, sagt der Körbecker Dr. Peter Schwidtal, und er sagt den Aktiven seine Unterstützung zu. Öffentlichkeit herstellen, Türen öffnen, Leute zusammenbringen – er werde sich da einsetzen, ihn selber ärgere die Situation ja auch. 

Noch eine Idee macht die Runde: Man könnte ja auch mal mit Treckerfreunden um den See touren, Transparente gut sichtbar spazieren fahren – ein Tempo so um die 20 Stundenkilometer, das wäre doch sicher herrlich entspannend und brächte Zeit zum Überlegen. 

„Die Probleme gibt es überall“

 Die Möhneseer, die am Mittwochabend wie angekündigt die Aufforderung „Ey Du da, mach mal langsam!“ als gut sichtbare Banner in Stockum und am Südufer aufgehängt haben, sie sehen es genau so und laden ganz Möhnesee ein, sich der Bürgerinitiative um Alfred Glaremin und Andreas Rohe aus Stockum sowie Heribert Unverdorben aus Völlinghausen anzuschließen. „Weil es die Probleme überall gibt, nicht nur hier am Damm“, sagt Glaremin. 

Acht Banner sind bereits gedruckt, vier davon hängen an der Kreuzung Damm und Biberstraße in Stockum, ein weiteres ortsauswärts an der Biberstraße, zwei am Südufer, eines davon bei Klaus Vatheuer am Gartenzaun. Er gehört zur Initiative „Zukunft Möhnesee“, schaut auf die gefährliche Kurve am Damm und den unfallträchtigen Abzweig nach Neuhaus. „Es muss sich was tun“, verlangt er. Ein Banner will der Günner Dietmar Haupt im Bereich der Sperrmauerzufahrt aufhängen. Weitere Protest-Banner sollen gedruckt werden – ganz so, wie Geld herein kommt. 

Protest gegen Raser

„Wir wünschen uns, dass viel berichtet wird über unseren Protest“, so sieht es Alfred Glaremin als ein Sprecher der Initiative. Er unterstreicht: „Natürlich brauchen wir Touristen in der Gemeinde. Aber keine Lärm-Terroristen. Wir haben nichts gegen Motorradfahrer oder Besucher mit Autos. Aber es ist doch so, dass auch Touristen sich gestört fühlen durch Krach und Raser: Lärm ist für Touristen genauso ungesund wie für Leute, die hier wohnen.“ Das Ziel der Aktion: Die Zuständigen für Straßen und Verkehr sollen endlich an einen Tisch, also die Gemeinde, der Kreis und das Land über Straßen-NRW. 

Andreas Rohe unterstreicht einmal mehr: „Es reicht nicht, nur auf die Unfallstatistik zu schauen und zu sagen ‚Alles ist gut!‘“ Es brauche Kontrollen vor Ort, auch zum Lärm, es brauche Geschwindigkeitsbegrenzungen rund um den See und in Zubringerstraßen – gerne auch nach Saison. Und es brauche sichere Querungshilfen, damit man am See sicher über die Straße komme. Das war schon am Stockumer Damm nicht ganz einfach. Und einen Kreisverkehr, den fordern die Stockumer schon seit Jahren für die Kreuzung am Stockumer Damm.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare