Alles auf Abstand

"Bombastisches Ergebnis": 110 Leute kommen zur Blutspende am Möhnesee

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Körbecke – „Die Polizei hat zwischendurch vorbeigeschaut, rückte nach einem Blick in die Runde aber wieder ab: Es standen ja neben den Privatfahrzeugen die ganzen Rotkreuzwagen auf dem Hof der Schützenhalle“, so erzählt Reinhild Pergher von der Blutspendeaktion am Dienstag.

„Es war bombastisch, trotz Krise.“ 110 Leute waren da zum Spenden – das war zufälligerweise auch die da noch aktuelle Zahl der Corona-Infizierten im Kreis Soest. „110 sind alleine schon mal 30 mehr als sonst. 14 Erstspender haben wir gehabt – das ist unter dem Strich ein sehr gutes Ergebnis: Dankeschön an alle, die dagewesen sind!“ 

Seit 30 Jahren kümmert sich Reinhild Pergher um Blutspenden vor Ort, schon lange ist sie die offizielle Blutspendebeauftragte in Möhnesee. So einen Termin wie jetzt, den hat sie auch noch nicht erlebt. Pergher: „Wir haben wegen der Gefahr, dass jemand sich mit dem Coronavirus anstecken könnte, natürlich alle Sicherheitsmaßnahmen ergriffen, alles getan, was wir nur konnten.“ Schon am Eingang hieß es für alle, sich auf sicheren Abstand in die Schlange zu stellen. „Bei jedem haben wir Temperatur gemessen“, berichtet Reinhild Pergher weiter: „Mehr als 37,5 Grad Körpertemperatur, da wurde man sofort wieder nach Hause geschickt – Sicherheit ging vor.“ 

Strenges Prozedere

Dann wurden die Hände desinfiziert, und erst dann durften die Leute sich einzeln auf Abstand an die Anmeldung setzen, ihre persönlichen Daten angeben und einzeln auf Abruf zu den Mitarbeitern des Blutspendedienstes aus Hagen. 

Pergher: „Natürlich kommt einem das alles ganz komisch vor, man ist total vorsichtig bei jeder einzelnen Station – aber die Leute haben das alle gut gemacht, sind von sich aus auf Abstand geblieben, haben aufgepasst, dass da nur das Nötigste an Kontakten war.“ 

Nach dem Piekser und den entscheidenden Minuten auf der Liege gibt es sonst immer eine gesellige Runde bei Kaffee und Bütterchen. „Das fiel diesmal natürlich aus“, so Reinhild Pergher: „Butterbrote vorbereiten, Kaffee kochen und ausschenken, das haben immer die Helferinnen aus dem Ortsverein gemacht – die sind aber dieses Mal zuhause geblieben, weil sie alle schon etwas älter sind und zur Risikogruppe zählen. Wir haben es diesmal daheim vorbereitet – ich habe zusammen mit meiner Tochter Theresa und meinem Sohn Markus zig Lunchpakete fertig verpackt, abends sogar noch welche nachgeliefert, weil mehr los war als sonst. Das haben alle Spender dann mit nach Hause nehmen können, zusammen mit einem Fläschchen Desinfektionsmittel.“ 

Auch in Welver gab es zuletzt einen Rekord

Ob es auch eine Rolle Klopapier dazugab, als weiteres wertvolles Dankeschön? „Nein, nein“, lacht Reinhild Pergher: „Aber wäre vielleicht mal eine Idee fürs nächste Mal...“ Das nächste Mal – der nächste Blutspendetermin – ist am Mittwoch, 17. Juni, von 16.30 bis 20 Uhr. Die Ansteckungsgefahr ist dann hoffentlich nicht mehr so hoch wie im Moment. Pergher: „Ja, das hoffen wir alle, und wir wünschen allen, dass sie gesund durch diese schwierige Zeit kommen!“

"Knappheit ist dramatisch"

 Kann man Blutspendetermine eigentlich zurzeit verantworten? „Aber ja, auf jeden Fall – natürlich mit allen notwendigen Sicherheitsvorkehrungen!“ Das sagt Melania Neumann. Die Kreis-Rotkreuzleiterin sagt: „Blutspendetermine sind die feste Aufgabe des Roten Kreuzes, die Unfallopfer, die Krebspatienten, den großen Bedarf an Blutkonserven, das gibt es weiterhin – das alles macht ja wegen Corona keine Pause, und die Knappheit an Konserven ist jetzt dramatisch – jede einzelne Spende ist wichtig!“ 

Dass alle Vorkehrungen getroffen werden, dafür würden die Rotkreuz-Helfer und die Mitarbeiter des Blutspendedienstes sorgen: „Selbst die Stehtische kommen weg, damit niemand da mal eben ein kurzes Pröleken hält.“

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