Bilder einer Pilgerreise

Mechthild Schulte-Drüggelte, Karl-Ernst Schmitz-Simonis, Norbert Aggintus und Michael Winkelmann präsentierten dem Anzeiger gestern vorab einige der schönsten Aufnahmen, die ab Freitagabend im Stockebrand-Haus hängen und eine Reise von Soest nach Santiago de Compostella erzählen. Im Vordergrund eine Aufnahme vom „Ende der Welt“.  Foto: Brüggestraße

Köbecke -  Zu Fuß bis ans Ende der Welt? „Wir könnten es glatt nochmal machen“, sagt Karl-Ernst Schmitz-Simonis und zeigt auf den bemuschelten Finger aus Stein, der auf seiner Aufnahme in den Himmel ragt. Am Kap Finisterre hat er das Bild aufgenommen, am Ende des „Jakobswegs“, und die Freunde, die sie unterwegs wurden, sie haben ihre Schuhe in den Atlantik geworfen. Weil man das so macht am Ende der Pilgerreise.

Wie sie sich mit 14 Leuten auf den Weg gemacht haben vom Jakobsbrunnen am Jakobitor in Soest bis an die Nordwestspitze von Spanien, das hat Simonis festgehalten mit der Kamera, und entstanden sind kistenweise schöne Aufnahmen, die Michael Winkelmann vom Kulturverein „einfach herrlich“ findet.

Deshalb freut er sich auch, dass Simonis seine schönsten Bilder jetzt ausstellt. Freitagabend wird die Schau eröffnet im Alten Fachwerkhaus Stockebrand, und die Bilder bleiben hängen bis zum 26. Februar.

Michael Winkelmann war mit unterwegs nach Santiago de Compostella – zehn Jahre lang, immer acht bis zehn Tage am Stück, und immer mindestens 20 Kilometer am Tag. Bernhard Schulte-Drüggelte war auch mit, seine Frau auch. Und Eckhard Uhlenberg und Alfons Mühlenschulte. Und weitere Freunde.

Es kannten sich aber nicht alle untereinander, und das wurde spannend: Würde sie passen, die Chemie? Oder würde es eine U-Boot-Stimmung geben, wie Michael Winkelmann das nannte? Würde es Streit geben? „Wir sind Freunde geworden“, sagt nicht nur Karl-Ernst Schmitz-Simonis heute. Deshalb sind sie auch schon wieder auf dem Weg: Seit 2013 von Rom aus zurück nach Deutschland – aber das ist eine andere Geschichte.

Den Reiz der Landschaft, die vielen schönen Ecken, das bunte Unerwartete unterwegs, das verborgen Schlummernde, Simonis hat – so sieht es Michael Winkelmann – immer im richtigen Moment die Kamera gezückt, den richtigen Ausschnitt gewählt und abgedrückt: Jedes Bild eine Geschichte aus einer Welt ganz fern vom Alltag.

Die Pilger, die sie wurden auf dem Weg, sie werden davon erzählen bei der Eröffnung. Und bei einem Themenabend am 20. Februar ab 19.30 Uhr. Vielleicht wird aus den Reiseberichten auch irgendwann ein Buch – aber auch das ist eine andere Geschichte.

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