Sprengstoff-Funde am Möhnesee? Bezirksregierung warnt Schatzsucher

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Ein vermeintlicher Kampfmittelfund rief am Möhnesee den Kampfmittelräumdienst auf den Plan.

Möhnesee -  „Bloß die Finger weglassen“ – Christoph Söbbeler, Sprecher der Bezirksregierung in Arnsberg, muss nicht lange überlegen, wenn es um Sprengstoff-Funde von Spaziergängern am Möhnesee geht.

In die Zuständigkeit seiner Behörde fällt die Entsorgung gefährlicher Kriegsüberbleibsel. Ein vermeintlicher Landminen-Fund beschäftigte die Einsatzkräfte erst am Montagabend stundenlang. Eine Spaziergängerin hatte zwei verdächtig aussehende Objekte am Möhne-Ufer in Delecke gefunden. Wie sich später herausstellte, ging von den verrosteten Metallkörpern zum Glück keine Gefahr aus

Der zurückweichende See gibt an seinen Ufern in diesen Tagen eine Menge Gegenstände aus unterschiedlichen Jahrzehnten preis. Neben Schrott wie alten Fahrrädern und und schlichtem Müll können das in Einzelfällen auch Kriegswaffen sein. 

Bei verdächtigen Gegenständen immer Polizei informieren

Immerhin war der Möhnesee während des zweiten Weltkriegs immer wieder das Ziel von alliierten Bombenangriffen – bis hin zur Zerstörung der Talsperre im Mai 1943. Wer auf verdächtige Gegenstände stößt, sollte auf jeden Fall sofort die Polizei informieren, rät Söbbeler.

Ansonsten gehe man als Laie ein „unkalkulierbareres Risiko“ ein. Wird dann der Kampfmittelräumdienst der Bezirksregierung gerufen, ist gleichzeitig oft auch die Feuerwehr Möhnesee gefordert. Sie beteiligt sich zwar nicht direkt an der Bergung, unterstützt die Maßnahmen aber durch Straßensperrungen oder Ausleuchten. 

Feuerwehr am Möhnesee bleibt gelassen

Wenn es nötig ist, hilft sie auch mit eigenem Gerät, wenn beispielsweise eine Seilwinde gebraucht wird. Die heimischen Einsatzkräfte bereiten sich nicht explizit auf solche Ereignisse vor. Das war bis jetzt auch nicht nötig. „Alles überschaubar“, gibt sich Feuerwehrchef Christian Böddeker deshalb auch gelassen. 

Größere Einsätze drohen allerdings, wenn der Absperradius rund um den Fundort extrem groß gezogen wird oder gar Evakuierungen angeordnet werden sollten.

Zum Hintergrund: Die Experten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes haben im vergangenen Jahr fast 2000 Bomben in NRW unschädlich gemacht. Im Regierungsbezirk Arnsberg hatten es die Kampfmittelräumer 2017 mit 157 Zufallsfunden wie dem vom Wochenbeginn in Delecke zu tun. 

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