Sonntags am Möhnesee: Blechlawinen und Müllberge

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Feuerwehrzufahrt? Egal, sagte sich dieser Autofahrer.

Möhnesee - Abkühlen im Wasser und Durchschnaufen im kühlen Schatten der Bäume am Möhnesee: Das war am Sonntag angesichts der großen Hitze für viele Menschen das Ziel. Die Folge: Verkehrschaos und überlastete Parkplätze. 

Trotz einschlägiger Warnungen vor der akuten Waldbrandgefahr und der Bedeutung der Feuerwehrzufahrten in den Wald wurde bisweilen genau vor den Schranken mitsamt einschlägigen Hinweisschildern geparkt. Etliche Autos wurden auch entlang der Forstwege innerhalb des Waldes abgestellt, bestätigte Hansfriedrich Winter vom Ordnungsamt der Gemeinde auf Anfrage. 

Der kostenlose Sprung ins kühle Nass könnte für diese Autofahrer jedoch mit einer kostenpflichtigen Überraschung enden. Wie Winter berichtete, wurden durch eine Mitarbeiterin der Gemeinde bei Kontrollen Autos in Feuerwehrzufahrten oder im Wald fotografiert. Wer eine Feuerwehrzufahrt blockiert, muss mit einem Knöllchen in Höhe von 35 Euro rechnen. Wer gar den Wald als Parkplatz missbraucht hat, bekommt ein Bußgeld von 50 Euro plus Bearbeitungsgebühr aufgebrummt, das macht also insgesamt 78,50 Euro.

 In dieser Sache zeigte sich Winter auch unbeirrt: „Wenn ein Parkhaus voll ist, muss ich auch weiter fahren und woanders einen Platz suchen.“ Ob ein Parkleitsystems bei Massenandrang hilft, bezweifelte Winter einerseits. „Wo sollen wir die Autos denn hinschicken.“ Andererseits berichtete er auch, dass zum Beispiel der Parkplatz am Atrium mit 150 Plätzen fast immer frei sei. Auch in Körbecke selbst seien oft Parkplätze frei. Den Seebesuchern sei aber wohl der Weg bis zum Seepark zu weit. Der zusätzliche Parkplatz unterhalb der Seestraße in Körbecke wiederum dürfte wohl erst im nächsten Jahr fertig sein und Entlastung bringen, weil hierfür zunächst ein Bebauungsplan erstellt werden muss. 

Neben dem wilden Parken bildeten offene Feuer und glühende Grills einen weiteren Grund für das Ordnungsamt, einzuschreiten. Dies zum einen wegen der akuten Waldbrandgefahr, und zum zweiten, weil die Überreste an einer Trinkwassertalsperre wie dem Möhnesee nichts zu suchen haben. 

Das gilt auch für den Müll der Seebesucher, der sich rund um die Tonnen ansammelte. Inzwischen habe die Gemeinde zusätzliche graue Tonnen aufgestellt, die im Rahmen der Müllabfuhr geleert werden, aber auch hier, so Winter, seien die Möglichkeiten ausgereizt. Der Bauhof wiederum rückt nur an besonderen Terminen wie Ostern oder Pfingsten übers Wochenende aus, um den Müll einzusammeln. Noch besser wäre es allerdings, so Winter, wenn die Leute ihren Müll einfach selbst wieder mitnehmen würden.

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