Wenn im Herbst die Blätter

Viel Arbeit mit dem bunten Laub am Möhnesee

Bauhof Möhnesee beim Laubbeseitigen
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Geduld und Kraft braucht es, um die Gräben am Wildpark in Völlinghausen von Laub zu befreien.

Die einen freut es, wenn es Blätter regnet, denn ein solcher Regen sieht herbstlich-schön aus. Für andere bedeutet es vor allem eins, wenn im Herbst Unmengen von Laub auf dem Boden liegen: Arbeit. Das Team des Bauhofes der Gemeinde ist zurzeit im Einsatz in Sachen Laub.

Möhnesee - „Als Faustregel gilt: Etwa zwei Wochen vor Allerheiligen geht es los damit, das Laub einzusammeln“, sagt Jörg Ferige, Leiter des Bauhofs. Erstes Ziel sind die sechs Friedhöfe der Gemeinde. Erstens stehen dort viele Bäume, die ab Oktober ihre Blätter fallen lassen, zweitens besuchen zu Allerheiligen viele Leute ihre verstorbenen Angehörigen. Dann sollte auf den Friedhöfen klar Schiff sein.Der Bauamtsleiter hat immer das Wetter im Blick: Weil es abzusehen war, dass es am vergangenen Wochenende super werden würde, und damit auch wieder viele Besucher an den See kommen würden, wurden schwerpunktmäßig die Geh- und Radwege vom Laub befreit. „Mit der Kehrwalze haben wir auch die beliebte ehemalige WLE-Trasse gereinigt, sonst wären einige Radfahrer auf dem feuchten Laub noch ins Rutschen gekommen“, sagt Ferige.

Kompliziert und für den Bürger schlecht durchschaubar sei, dass gleich vier Trupps verschiedener Straßenbaulastträger für die Straßen und Wege rund um den See verantwortlich seien: Das sind die Gemeinde, der Kreis Soest, der Ruhrverband und Straßen-NRW. Für die nördliche Seestraße von Körbecke bis nach Sichtigvor ist zum Beispiel der Kreis zuständig, von Delecke bis Körbecke die Gemeinde. „Manch einer ruft beim Bauhof an und fragt, warum denn da oder dort nicht gesäubert werde, dann berichte ich, dass da ein anderer Straßenbaulastträger zuständig ist. Ähnlich geschieht es auch im Winter wenn Schnee geräumt werden muss“, so der Bauhof-Leiter. Grundsätzlich gelte: Jeder kehrt vor seiner eigenen Tür.

Die sechs Mitarbeiter des Bauhofs, die etwa von Mitte Oktober bis Mitte November mit dem Laub beschäftigt sind, arbeiten in zwei Teams aufeinander zu: Während am Montag die eine Gruppe ganz im Osten der Gemeinde arbeitet, kümmert sich die andere Gruppe im Westen ums Laub. „Idealerweise treffen sie sich dann in der Mitte, zum Beispiel in Körbecke“, sagt Ferige.

Kürzlich arbeitete eine Gruppe am Wildpark in Völlinghausen. Marcel Knickelmann pustet mit dem großen Laubbläser die welken Blätter aus dem Graben auf die Straße. Gut zehn Kilo wiegt der Motor, der wie ein Rucksack auf den Rücken geschnallt wird. „Die Gräben müssen laubfrei sein, sonst verstopfen die Abflussrohre“, sagt er. Björn Schneider und Sven Thams kommen mit dem großen Laubsauger herbei, der auf einem Anhänger befestigt ist. Damit wird das Laub auf den Anhänger gesaugt – „der funktioniert wie ein riesiger Staubsauger“, so Ferige.

Das Laub wird dann zum Bauhof nach Körbecke gefahren und in große Container verfrachtet, wo es noch gepresst wird, damit mehr hineinpasst.

Dass die öffentlichen Flächen vom Laub befreit werden müssen, ist eine Frage der Verkehrssicherheit. Vor allem feuchte oder nasse Blätter bedeuten Rutschgefahr auf Straßen, Geh- und Radwegen. Deshalb sind diese öffentlichen Plätze im Fokus des Bauhofs. „Wir reinigen auf Schulhöfen, Spielplätzen, Parkplätzen, im See- und Kurpark und vor allem dort, wo viele Bäume stehen“, sagt Björn Schneider. Auf Rasenfläche dürfe kein Laub liegen, weil der Rasen sonst über den Winter leidet.

Gearbeitet wird bei Wind und Wetter

Gearbeitet wird bei Wind und Wetter – pustet es mal sehr stark, versuchen die Mitarbeiter des Bauhofs mit dem Wind zu arbeiten. Die Mitarbeiter sind Gärtner oder Forstwirte von Beruf und kennen sich gut aus. Ob das Laub früh oder spät im Jahr fällt, hängt natürlich vom Wetter ab. Ist der Sommer sehr heiß und trocken, fallen auch die Blätter früh. Ist der Herbst mild, gleiten sie spät zu Boden.

„Das Gröbste ist getan“, sagen Björn Schneider und Sven Thams mit Blick auf die zu bewältigenden Laubmengen. „In den nächsten Tagen haben wir es wieder mal geschafft.“

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