Große Schmalenau und Heve trocknen schon wieder aus

+
Die Große Schmalenau ist über etliche Abschnitte schon wieder ausgetrocknet.

Möhnesee – Die größeren Waldbäche im Arnsberger Wald drohen aktuell erneut trocken zu fallen, die Schmalenau ist an vielen Bereichen bereits ausgetrocknet. Dabei ist ein derartiges Szenario erst wenige Monate her, seit dem vergangenen August waren Schmalenau und Heve wegen der anhaltenden Dürre ebenfalls ausgetrocknet.

In den Wintermonaten Januar und Februar waren diese Gewässerlaufe zwar bereits bis über die Hochwassermarke gefüllt, zurückzuführen war dies aber vornehmlich auf das abfließende Oberflächenwasser. 

Die tieferen Bodenschichten sind nach wie vor trocken, was sich auch auf das Grundwasser auswirkt, das normalerweise die Bachquellen im Wald speist. 

Konkrete Zahlen zum Grundwassersstand im Arnsberger Wald liegen jedoch nicht vor, weil es keine Messstellen gibt, berichtet Sachgebietsleiterin Birgit Dalhoff von der Unteren Wasserbehörde beim Kreis Soest. Bezüglich der Bachläufe im Arnsberger Wald gebe es auch keine direkten Möglichkeiten zum Gegensteuern – anders als in den Gewässern in der Börde, wo die Entnahme von Wasser reduziert werden kann. 

Indirekt wirken sich jedoch die Renaturierungsmaßnahmen bei bei der Kleinen und bei der Großen Schmalenau positiv aus, weil in den neu erstandenen Auen mehr Wasser gespeichert werden kann. Die Kolke, die sich in diesen Bereichen bilden, sind auch wichtige Rückzugsorte für die Fische, wobei sie hier, oft zusammengedrängt, eine leichte Beute für fischfressende Arten werden können. 

Generell wird es für die im Wasser lebenden Tiere wie Fische und Kleinstlebewesen bei ausgetrockneten Bachläufen schwierig, so Dalhoff. 

Dabei gibt es allerdings Unterschiede. Insbesondere die Kleinstlebewesen hätten oft auch die Möglichkeit, sich in die wasserführenden Kiesschichten im Bachbett zurückzuziehen, berichtet Dr. Ralf Joest von der Arbeitsgemeinschaft Biologischer Umweltschutz (ABU). 

So hat Joest zufolge eine Bachelorarbeit, die er derzeit betreut, ergeben, dass die Libellenarten an den kleinen Waldbächen die Dürre des vergangenen Jahres ganz gut überstanden haben; so können die Larven in den unteren Schichten der Bachbetten in eine Art Starre fallen. 

Eine Untersuchung von Joachim Drüke von der ABU über die Dürrefolgen des vergangenen Jahres hat ebenso ergeben, dass gerade die tief eingeschnittenen kleinen Kerbtalbäche dank einströmenden Grundwassers oft nicht ausgetrocknet waren: „Hier floss es auch zum Höhepunkt der Dürre, und Wasserlebewesen wie Bachflohkrebs und Köcherfliegen hatten keine Sorgen."

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare